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An der Spitze des Ariane-Städtebundes
     
 
 

8.1.09

 

Das kleinste Mitglied übernimmt nun für ein Jahr die Führung im Ariane-Städtebund. Die in Europa und Französisch Guyana an der Ariane-Produktion beteiligten Akteure haben sich in einer Allianz zusammengeschlossen: Städte wie Industrieunternehmen. „Lampoldshausen ist in der europäischen Raumfahrt eine Marke“, gibt sich der künftige Präsident Harry Brunnet im Gespräch mit Angela Groß selbstbewusst. Die Vereinigung besteht aus 18 europäischen Städten wie Barcelona, Madrid oder Toulouse, in denen für die Trägerrakete Ariane und die europäische Raumfahrt gearbeitet wird.

Herr Brunnet, wird die Übergabe der Präsidentschaft von Liège an das Forum Ariane Lampoldshausen gebührend über die Bühne gehen?

Harry Brunnet: Ja, die Präsidentschaftsübergabe der Communauté des Villes Ariane, CVA wird beim Neujahrsempfang der Gemeinde Hardthausen am 10. Januar stattfinden. Brigitte De Deyne aus Liège wird uns symbolisch ein Modell der Ariane-Rakete mit dem Emblem der CVA übergeben.

Was bedeutet die Präsidentschaft für Sie?

Brunnet: Für uns ist das die große Chance, das Raumfahrtzentrum Lampoldshausen in der Öffentlichkeit noch stärker zu verankern. Nicht nur in der Gemeinde, im Landkreis, der Region, sondern auch deutschlandweit und auch außerhalb der großen Raumfahrtfamilie.

Es war ein längerer Weg bis dahin: 2003 wurde der Verein Forum Ariane Lampoldshausen gegründet.

Brunnet: Ein entscheidender Schritt. Weil wir keine Privatpersonen dazu nehmen konnten, hat es eine Weile gedauert, die erforderlichen sieben Vereinsmitglieder zu finden. Als kleinere Gemeinde hätten wir ohne einen Verein nicht beim kulturellen Angebot des Ariane-Städtebundes mitmachen können. Andererseits ist Lampoldshausen in der europäischen Raumfahrt eine Marke. Ob Sie in Toulouse, Liège, inzwischen auch Zürich oder Augsburg mit Raumfahrtvertretern zu tun haben: Man kennt Lampoldshausen. Dies liegt daran, dass wir mit dem Höhensimulationsprüfstand etwas Einmaliges auf der Welt haben, und weil das Hauptstufentriebwerk Vulcain 2 der Ariane-5 hier getestet wird.

Wie funktioniert die Rangordnung im Städtebund - nach der Größe?

Brunnet: Da gibt es überhaupt keine Probleme. Das hat sich bereits mit der Aufnahme in den Verein gezeigt, als Henning Scherf, damals Bürgermeister in Bremen, Präsident war. Es geht nicht um die Größe des Mitglieds, sondern um die Leistung, die man in den Städtebund einbringen kann. Das große Pfund, das wir hier haben, ist aber die sehr gute und enge Zusammenarbeit zwischen EADS Astrium, DLR Lampoldshausen und der Gemeinde Hardthausen. 2005 haben wir zusammen mit dem Forum Ariane Lampoldshausen das Europäische Raumfahrt-Technologie-Transfer-Forum in der Landesvertretung in Brüssel veranstaltet, zu einer Zeit als der Bürgermeister von Barcelona der Präsident war.

Welches sind Ihre Ziele?

Brunnet: Unser Ziel ist, die weitere Sicherung des Standortes und die Stärkung des Bewusstseins für die europäische Raumfahrt zu schaffen. Der Standort wird mit der Zeit weiter ausgebaut werden, und es geht mir persönlich auch um Forschungsaufträge. Wir wollen nicht nur einen Teststandort haben. Und wir wollen einen Beitrag leisten zum Technikverständnis in der jungen Generation. Das Cluster Raumfahrt ist wichtig für Baden-Württemberg: Das Europäische Raumfahrt-Technologie-Transfer-Forum findet in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin statt. Raumfahrt hat eben nicht nur etwas damit zu tun, Satelliten nach oben zu bringen, sondern ist vielseitig nutzbar. Das ist noch zu wenig bekannt. Wir wollen eine Sensibilität für das Thema wecken. Der Prozess bleibt also ein stetes Bohren harter, dicker Bretter.

Was ist für Sie das Spannende?

Brunnet: Die interkulturellen Kontakte, festzustellen, wie kommunale Selbstverwaltung in anderen Bereichen funktioniert. Interessant ist die Netzwerkarbeit. Ein Beispiel ist die entstandene Zusammenarbeit der Hochschule Heilbronn mit anderen Unis. Raumfahrt ist spannend: Space sells. Ich würde unseren blauen Planeten gerne einmal von oben sehen. Wer glaubt, dass wir alleine sind, der täuscht sich.

Quelle Heilbronner Stimme vom 8. Januar 2009 von Angela Groß www.stimme.de

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