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Mit Rekordergebnissen hat die Bausparkasse Schwäbisch Hall das Geschäftsjahr 2008 abgeschlossen. Die Bausparkasse des genossenschaftlichen FinanzVerbunds verzeichnete mit 32 Mrd. EUR das beste Bauspar-Neugeschäft der Unternehmensgeschichte und baute ihren Vorsprung vor der Konkurrenz weiter aus. Der Marktanteil liegt erstmals bei 30 Prozent. Bei den Baugeld-Zuteilungen erzielte das Unternehmen mit fast 13 Mrd. EUR einen neuen Spitzenwert. Trotz Finanzkrise wurden die ehrgeizigen Ergebnisziele erreicht.
„Die Bausparkasse Schwäbisch Hall hat sich der beispiellosen Negativentwicklung an den Finanzmärkten komplett entziehen können“, sagte der Vorstandxvorsitzende Dr. Matthias Metz heute auf der Jahres Pressekonferenz des Unternehmens in Stuttgart. „Wir haben unsere eigenen Erwartungen deutlich übertroffen und blicken auf das erfolgreichste Geschäftsjahr unserer Unternehmensgeschichte zurück.“
Bauspar-Neugeschäft auf Rekordhöhe
Im Geschäftsfeld Bausparen schloss die Bausparkasse 1,1 Mio. Verträge ab, ein Zuwachs von 27 Prozent. Dahinter steht ein neu abgeschlossenes Vertragsvolumen von 32 Mrd. EUR, knapp 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist das beste Resultat in der Geschichte des Unternehmens. Schwäbisch Hall ist deutlich stärker gewachsen als die Gesamt-Branche. Der Marktanteil stieg folglich von 29,3 auf rund 30 Prozent. Zur Begründung für das starke Wachstum sagte Metz, die Systemvorteile des Bausparens würden vor dem Hintergrund der Finanzkrise offensichtlich: „Sicherheit, Verlässlichkeit, Transparenz und Flexibilität stehen bei den Sparern eindeutig hoch im Kurs“. Außerdem beflügelte die beschlossene Änderung bei der Wohnungsbauprämie das Jahresendgeschäft zusätzlich. Viele Sparer wollten sich die volle Flexibilität der Prämie sichern und hätten noch einen Bausparvertrag abgeschlossen, so der Schwäbisch Hall-Chef. Maßgeblich für das überdurchschnittliche Wachstum von Schwäbisch Hall seien die hohe Service- und Beratungsqualität sowie die Schlagkraft des eigenen Außendienstes, der gemeinsam mit den genossenschaftlichen Banken dieses Rekordgeschäft eingefahren habe. Insgesamt betreut Schwäbisch Hall jetzt 6,6 Mio. Kunden, die 7 Mio. Verträge über ein Bausparvolumen von 208 Mrd. EUR unterhalten.
Neue Bestmarken bei Baugeld-Zuteilungen
Im Geschäftsfeld „Private Baufinanzierung“ erreichte die Zuteilung von Baugeldern mit 12,6 Mrd. EUR (+13,3 Prozent) einen neuen Rekordwert. Dabei setzte sich der 2006 begonnene positive Trend bei den Bauspardarlehen fort: 2008 wurden 2,4 Mrd. EUR an Bauspardarlehen ausgezahlt, 22 Prozent mehr als im Jahr davor. „Dies zeigt die Attraktivität der neuen Tarifgeneration“, betonte Metz.
Das Sofortfinanzierungsgeschäft konnte um 35 Prozent auf 2 Mrd. EUR gesteigert werden. Schwäbisch Hall hatte nach der Übernahme des privaten Neukundengeschäfts von der Schwestergesellschaft DG HYP zum 1. Januar vergangenen Jahres das Sofortfinanzierungsangebot deutlich ausgeweitet. Metz erklärte, die genossenschaftlichen Partnerbanken seien von dem erweiterten Produkt- und Dienstleistungsangebot der Bausparkasse überzeugt.
Einschließlich der Zwischenkredite der Bausparkasse und des für genossenschaftliche Partnerinstitute und Förderbanken vermittelten Kreditvolumens ergab sich für das Geschäftsfeld Baufinanzierung ein Neugeschäft von 8,6 Mrd. EUR. Damit konnte – entgegen dem Markttrend – eine Steigerung von 11,4 Prozent erzielt werden.
Vorsorgegeschäft auf hohem Niveau
Im Geschäftsfeld „Weitere Vorsorge“ vermittelt die Bausparkasse Vorsorgeprodukte der genossenschaftlichen Banken sowie der Verbundpartner R+V und der Union Investment. Das Vermittlungsvolumen belief sich auf rund 6 Mrd. EUR. Den leichten Rückgang von 2,4 Prozent begründete Metz mit der Zurückhaltung der Kunden beim Kauf von Investmentfonds, was angesichts der Turbulenzen an den Aktienmärkten keine Überraschung sei.
Über alle Geschäftsfelder hinweg konnte Schwäbisch Hall das Vermittlungsvolumen um 13 Prozent steigern und mit 46,6 Mrd. EUR den bisherigen Höchstwert von 41,6 Mrd. EUR aus dem Jahr 2006 übertreffen.
Ergebnisziele trotz Finanzkrise erreicht
Auch beim operativen Ergebnis hat Schwäbisch Hall seine ehrgeizigen Ziele trotz Finanzkrise erreicht. Der Zinsüberschuss stieg um 25 Mio. auf einen neuen Höchstwert von 962 Mio. EUR. „Dies ist angesichts der Finanzkrise ein bemerkenswerter Erfolg“, konstatierte der Schwäbisch Hall-Vorstandsvorsitzende. Das Rekord-Neugeschäft belastet wegen der sofort zu leistenden Provisionen an Banken und Außendienstmitarbeiter das Provisionsergebnis. Dieser traditionell negative Wert ging weiter um 40 Mio. EUR auf minus 220 Mio. EUR zurück. Strategische Projekte wie die Übernahme der privaten Baufinanzierung im DZ BANK-Konzern, die Erneuerung der IT-Infrastruktur und eine Qualifizierungsoffensive für Mitarbeiter sowie die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben machten zusätzliche Investitionen erforderlich. Dadurch stiegen die Verwaltungsaufwendungen leicht um 7 Mio. auf 363 Mio. EUR. Das Teilbetriebsergebnis erreichte als Saldo 379 Mio. EUR (i.V. 401 Mio. EUR). Die Eigenkapitalrendite lag bei 13,8 Prozent (i.V. 14,9 Prozent) und ist weit weniger gefallen als zunächst erwartet. „Wir nehmen den Rückgang bewusst in Kauf, da wir unser Unternehmen noch zukunftssicherer gemacht haben“, erklärte Metz. Stolz zeigte sich der Schwäbisch Hall-Chef auf die Aufwands-Ertrags-Relation, die mit 48,9 Prozent weiterhin deutlich unter dem Branchenwert liegt.
Rekordfahrt auch im Ausland
Die fünf Beteiligungsgesellschaften in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und China haben insgesamt 690.000 Bausparverträge über ein Volumen von 8,6 Mrd. EUR (+ 18 Prozent) abgeschlossen. Darüber hinaus vermittelten die Auslandsbausparkassen Baufinanzierungen in Höhe von 1,9 Mrd. EUR (+ 12,2 Prozent) sowie 207.000 Cross-Selling-Produkte (+ 2,1 Prozent) der ausländischen Kooperationspartner. Im Ausland hat Schwäbisch Hall jetzt 3,4 Mio. Kunden. Auch die Ergebnisentwicklung der Auslandsgesellschaften war erfreulich: Das kumulierte Ergebnis vor Steuern erreicht rund 96 Mio. EUR gegenüber knapp 86 Mio. EUR 2007. Daraus resultieren Dividendenzahlungen von voraussichtlich 17 Mio. EUR, die der Bausparkasse 2009 zufließen werden.
Investitionen in Aus- und Weiterbildung
Die Schwäbisch Hall-Gruppe beschäftigt im In- und Ausland 14.000 Mitarbeiter, davon 2.900 am Standort in Schwäbisch Hall. Wegen des zunehmenden Mangels an qualifizierten Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt verstärkt Schwäbisch Hall seine Investitionen in die Ausbildung und Qualifizierung der Beschäftigten. Das Unternehmen ist 2008 zum wiederholten Male als einer der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland ausgezeichnet worden. Die Zahl der Auszubildenden soll in diesem Jahr von 260 auf 290 ausgebaut werden. Damit belegt das Institut einen Spitzenplatz in der Finanzbranche. Auch in den Außendienst wird investiert, um die Qualität der Vertriebsmitarbeiter weiter zu verbessern. So engagiert sich das Unternehmen finanziell und beratend bei der Ansiedlung der neuen staatlichen Fachhochschule in Schwäbisch Hall, die ihre Tätigkeit im Herbst aufnehmen und ein starkes Gewicht auf den Vertrieb legen wird.
Ausblick
Für 2009 zeigte sich Schwäbisch Hall-Chef Metz überzeugt, dass sich die Bausparkasse auch nach dem Boomjahr gut behaupten wird. Das Bausparen sei auf Nachhaltigkeit angelegt und habe sich in den vergangenen Jahrzehnten über viele Krisen hinweg bewährt. Mit der Einführung des „Wohn-Riester“ ist Bausparen jetzt auch Teil der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Seit der Markteinführung am 1. November 2008 hat Schwäbisch Hall bereits 2.400 Riester-Bausparverträge verkauft und erwartet für 2009 etwa 50.000 Riester-Verträge. Kernprodukt bleibe aber nach Angaben von Metz der klassische Bausparvertrag mit seinen flexiblen Wechsel- und Verwendungsmöglichkeiten, der auch im wachsenden Modernisierungsmarkt eingesetzt werden könne. Der Bausparvertrag sei auch nach Einschränkung der Wohnungsbauprämie ein attraktiver Finanzierungsbaustein. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat ermittelt, dass derzeit Bausparen für zwei Drittel der Deutschen attraktiv ist, vor allem wegen der niedrigen Darlehenszinsen und unter dem Aspekt der Sicherheit. Für 90 Prozent der Bevölkerung ist selbst genutztes Wohneigentum ein attraktives Sparziel. Vor allem gebrauchte Immobilien werden immer beliebter. Damit einher geht ein hoher Modernisierungsbedarf, vor allem um die Energiebilanz der Immobilien zu verbessern. Metz sagte, der Bausparvertrag sei gerade für Modernisierungen ein idealer Finanzierungsbaustein.
Die Bausparkasse Schwäbisch Hall AG ist mit 6,6 Millionen Kunden und einem Marktanteil von 30 Prozent die größte Bausparkasse in Deutschland. 2008 schloss das Unternehmen 1,1 Millionen Bausparverträge über 32 Milliarden Euro ab. Mit mehr als 7.000 Mitarbeitern arbeitet Schwäbisch Hall eng mit den Genossenschaftsbanken zusammen. Im Ausland ist Schwäbisch Hall mit Beteilungsgesellschaften in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und China aktiv und zählt dort 3,4 Millionen Kunden.
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