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Bei Recaro Aircraft Seating hat man hochfliegende Ziele. Kein Wunder – die Produkte des Schwäbisch Haller Unternehmens verbringen den Großteil ihres Daseins in der Luft.
Ein Wohnzimmer auf einem Quadratmeter – das ist es, woran Ingenieure, Modellbauer, Industriedesigner und weitere hochqualifizierte Mitarbeiter in Schwäbisch Hall arbeiten. „Wer von einem Recaro-Sitz aufsteht, sollte sich besser fühlen als vorher“, sagt Hartmut Schürg, Leiter der Basisentwicklung bei Recaro. Und so wird bei dem Hersteller von Flugzeugsitzen immer weiter entwickelt, geforscht und neueste Technik eingesetzt. Und auch mit medizinischen Einrichtungen arbeitet das zur Keiper Recaro Group gehörende Unternehmen mit Stammsitz Schwäbisch Hall eng zusammen, um die Produkte für seine Kunden ständig zu optimieren.
Mit Erfolg: Recaro ist heute weltweit der drittgrößte Hersteller von Flugzeugsitzen mit einem Marktanteil von etwa 20 Prozent.
Der Durchschnittsmensch
Die Kunden – das sind zum einen alle namhaften Fluggesellschaften weltweit, zum anderen aber vor allem auch die unzähligen Fluggäste, die täglich stundenlang in Recaro-Sitzen um die Welt fliegen. Und genau darin liegt eine Schwierigkeit: Fluggast ist nicht gleich Fluggast. Dennoch soll sich jedes Individuum in einem Recaro-Sitz wohlfühlen. So wurde der „Durchschnittsmensch“ geboren. Der ist zwischen 1,54 (Frau) und 1,87 (Mann) Meter groß und wiegt zwischen 50 und 90 Kilogramm. Hartmut Schürg: „Mit dieser Bandbreite decken wir etwa 95 Prozent aller erwachsenen Menschen ab.“
Gratwanderung
Elf verschiedene Sitzvarianten werden in Schwäbisch Hall angefertigt. Vom Economy-Class-Sitz für Kurzstreckenflüge, bis hin zum Premium-Modell, dem CL6510, einem Business-Class-Sitz, der vor allem auf Langstrecken zum Einsatz kommt. Und obwohl Sven Achilles, Geschäftsführer Entwicklung und Vertrieb bei Recaro, sagt, dass es am Ende eben „nur“ ein Stuhl sei, was da hergestellt werde, ist es doch Hightech, was in Schwäbisch Hall vom Band läuft.
Ein Kilogramm Gewicht kostet die Fluggesellschaften 1000 Euro pro Jahr. Und so wird die Herstellung von Flugzeugsitzen zur Gratwanderung zwischen Gewicht, Sicherheit, Design, Funktionalität und Komfort.
Hightech aus der Schreinerei
Internet, Fernsehen, Telefon und Computerspiele sind nur einige Dinge, die ein moderner Business-Class-Sitz bietet. Außerdem sorgen bis zu sechs Motoren dafür, dass sich der Sitz in nahezu alle Positionen verstellen lässt. Um all dies zu gewährleisten, müssen etwa 42 Meter Kabel in einem Dreiersitz verlegt werden – so wird ein Flugzeugsitz zu einem hochkomplexen technischen Produkt. Zwei Sicherheitsschleusen muss man deshalb passieren, um bei Recaro ins Allerheiligste vorzudringen: die Entwicklungsabteilung.
Wer dann aber ein Hightech-Labor oder ähnliches erwartet, wird enttäuscht. Dort sieht es nämlich aus wie in einer Schreinerei. Doch was in dieser Abteilung an Prototypen aus Holz und Kunststoff hergestellt wird, ist bares Geld wert – schließlich kann ein Flugzeugsitz bis zu 30 000 Euro kosten.
Recaro Aircraft Seating
Unternehmensform: GmbH & Co. KG
Hauptsitz: Schwäbisch Hall
Umsatz 2007: 250 Millionen Euro
Mitarbeiter 2007: 1236 weltweit
70 000 Sitze produzierte Recaro 2007 weltweit,
45 000 davon in Schwäbisch Hall
Quelle w.news der IHK Heilbronn-Franken Ausgabe 1/2009 http://www.heilbronn.ihk.de/News/wnews/default.htm
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