Die Wirtschaftskrise hat in der Region im Januar zu einem starken Anstieg der Arbeitslosenzahlen geführt. Im Stadt- und Landkreis Heilbronn stieg die Arbeitslosenquote um 0,7 Prozentpunkte auf aktuell 5,3 Prozent. Einen ähnlich großen Anstieg gab es in Heilbronn zuletzt vor 16 Jahren. Betroffen sind vor allem die Dienstleistungsberufe wie Metallarbeiter, Mechaniker sowie Textil- und Ernährungsberufe. Im Kreis Schwäbisch Hall stieg die Arbeitslosenquote auf 4,3 Prozent, im Hohenlohekreis auf 4,1 Prozent und damit innerhalb von 4 Wochen um 0,5 Prozentpunkte. Am stärksten in der Region ist der Main-Tauber-Kreis betroffen, hier stieg die Quote um 0,9 Prozentpunkte auf aktuell 4,9 Prozent. In allen Kreisen nahm die Kurzarbeit deutlich zu, während die Stellenangebote stark zurück gingen.
(Quelle SWR 4, 29. Januar 2009)
Agentur für Arbeit Heilbronn –
Stadt- und Landkreis Heilbronn
Zum Jahresbeginn kräftiger Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Arbeitslosenquote steigt von 4,6 auf 5,3 Prozent.
Die Talfahrt am Arbeitsmarkt hat sich auch Anfang 2009 fortgesetzt. Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – stieg von 4,6 Prozent im Dezember letzten Jahres auf jetzt 5,3 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 5 Prozent gelegen. Die Arbeitslosigkeit insgesamt ist im Januar 2009 um 1.754 auf 12.603 gestiegen. Im Vergleich zum Januar 2008 gab es 692 Arbeitslose mehr.
„Die angespannte Arbeitsmarktlage spiegelt sich auch in den Anzeigen für Kurzarbeit wieder. Unternehmen, die diese Leistung in Anspruch genommen haben, wollen ihre Belegschaften halten. Wir dürfen die Krise nicht passiv erleiden, sondern wir müssen sie klug und mit Blick in die Zukunft aktiv nutzen. Beschäftigung hat Vorrang. Kurzarbeit sollte zur Qualifizierung genutzt werden. Hierfür stehen im Rahmen des Konjunkturprogramms Möglichkeiten zur Verfügung. Es gilt, Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden, vor allem für Ungelernte und auf Aus- und Weiterbildung zu setzen. Allemal wird uns die demografische Entwicklung einen Mangel an Fachkräften bescheren“, so Martin Diepgen, Vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Heilbronn, zum Geschehen im Heilbronner Agenturbezirk.
Im Laufe des Monats Januar meldeten sich 3.920 Personen neu oder erneut arbeitslos, das waren 581 mehr als im Dezember 2008 und 743 mehr als vor einem Jahr. Aus einer Erwerbstätigkeit heraus sind im Januar 2.371 Menschen arbeitslos geworden, aus einer Ausbildung oder Qualifizierung 607 Menschen und aus Nichterwerbstätigkeit 772 Menschen.
Einen ähnlich großen Anstieg der Zugänge an arbeitslosen Menschen gab es in der Arbeitsagentur Heilbronn im Jahre 1993. Damals hat der Bestand der gemeldeten arbeitslosen Menschen innerhalb eines Monats um rund 15 Prozent zugenommen, im Januar 2009 waren es 16,2 Prozent.
Im Januar 2009 gibt es im Vergleich zum Dezember mehr Arbeitslose in den Dienstleistungsberufen (727 Personen); in den Fertigungsberufen wie Metallbearbeiter, Schlosser, Mechaniker, Elektriker, Steinbearbeiter, Glasmacher, Chemiearbeiter, Textilberufe, Ernährungsberufe (658 Personen); in den Bauberufen (150 Personen); in den Grünen Berufen (43 Personen). In den Technischen Berufen wie Ingenieure, Chemiker, Physiker, Mathematiker, Techniker nur 36 Personen mehr.
Die Arbeitslosigkeit ist allerdings kein fester Block, denn gleichzeitig konnten 2.160 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, das waren 369 Personen weniger als vor einem Jahr. Eine Erwerbstätigkeit haben 674 Menschen aufgenommen und 404 Personen machen eine Ausbildung oder eine Qualifizierung.
Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich unterschiedlich. Im Vergleich zum Januar 2008 gab es 852 oder 22 Prozent Langzeitarbeitslose weniger. Auch die Frauenarbeitslosigkeit ist im Jahresvergleich gesunken, es waren 339 Frauen oder 5,2 Prozent weniger gemeldet. Dagegen stieg die Zahl der 55 bis unter 65 Jahre alten Arbeitslosen um 374 oder 28,4 Prozent, die Zahl der 15 bis unter 25-jährigen um 319 oder 27,8 Prozent.
Das Angebot an offenen Stellen ist im Januar im Vergleich zu Dezember 2008 auch bei Technischen Berufen gesunken
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist insgesamt verhalten. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Heilbronn waren im Januar 3.291 offene Stellen registriert, gegenüber Dezember ist das ein Rückgang von 392. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 838 Stellen weniger.
Im Januar standen 4.126 Personen mit Fertigungsberufen 1.341 offene Stellen gegenüber. Das waren 708 Stellen oder rund 35 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Die Zahl der offene Stellen sank im Januar 2009 im Vergleich zu Januar 2008 bei den Bauberufen um 86 Stellen oder rund 34 Prozent, bei den Dienstleistungsberufen um 74 Stellen oder um 4,9 Prozent.
Allerdings konnten 213 Arbeitslose aus Technischen Berufen zwischen 287 offenen Stellen auswählen. Zu den Technischen Berufen gehören Ingenieure, Chemiker, Physiker, Mathematiker, Techniker und Technische Sonderkräfte. Die Zahl solcher Stellen stieg im Januar im Vergleich zum letzen Jahr um 31 Stellen oder rund 12 Prozent.
Agentur für Arbeit Tauberbischofsheim –
Main-Tauber-Kreis
Im Januar Arbeitslosenquote bei 5,0 Prozent
Wie erwartet stiegen die Arbeitslosenzahlen im Januar 2009 an Im Bezirk der Agentur für Arbeit Tauberbischofsheim stieg im Januar 2009 die Zahlder Arbeitslosen um 1.037 auf 7.286 an.
Die wirtschaftlichen Gegebenheiten haben sich im Vergleich zum Jahresanfang 2008 verändert. Die Auswirkungen spiegeln sich auch in der Arbeitslosenstatistik des regionalen Arbeitsmarktes wider.
Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, lag im Januar 2009 bei 5,0 Prozent (Januar 2008 bei 4,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote in Agenturbezirk liegt in diesem Monat über dem Landesdurchschnitt von Baden-Württemberg mit 4,7 Prozent.
Kreise
Im Main-Tauber-Kreis lag die Quote bei 4,9 Prozent. Im Vergleich zum Dezember 2008 bedeutet dies eine Steigerung von 0,9 Prozentpunkten. Die Hauptagentur Tauberbischofsheim kann mit 4,2 Prozent (entspricht 1.257 Arbeitslose) die niedrigste Quote verzeichnen. In der Geschäftsstelle Bad Mergentheim waren 1.194 Menschen (Quote von 5,1 Prozent) und in Wertheim 1.006 (Quote von 5,7 Prozent) ohne Arbeit.
Im Neckar-Odenwald-Kreis fiel der Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,6 Prozentpunkte etwas moderater aus und liegt nun bei 5,0 Prozent. In der Geschäftsstelle Mosbach waren bei einer Quote von 5,0 Prozent 2.058 und in der Geschäftsstelle Buchen bei einer Quote von 5,1 Prozent 1.771 Männer und Frauen ohne Beschäftigung.
„Erste Auswirkungen der aktuellen wirtschaftlichen Situation haben den Arbeitsmarkt der Region erreicht. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit geht über eine rein saisonale Entwicklung hinaus. Wir setzen alle zur Verfügung stehenden arbeitsmarktpolitischen Instrumente ein, um Beschäftigung zu sichern und damit Arbeitslosigkeit zu vermeiden.
Das Kurzarbeitergeld, dessen Voraussetzungen bereits gesetzlich angepasst wurden, kann den Betrieben helfen, die schwierige Zeit zu überbücken, ohne Personal abbauen zu müssen“, so Stefan Beil, Leiter der Agentur für Arbeit Tauberbischofsheim.
„Auch sollten die Möglichkeiten der innerbetrieblichen Qualifizierung wie z.B. durch das Programm für Weiterbildung von Geringqualifizierten und der Beschäftigung Älterer in Unternehmen (WeGebAU) genutzt werden, um für die Zukunft mit Fachkräften gut aufgestellt zu sein“. Die Bewegung auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich an den Zu- und Abgangszahlen sowohl auf Bewerber- als auch auf der Stellenseite: 1.689 Personen aus dem Rechtskreis SGB III (Sozialgesetzbuch) haben sich insgesamt neu arbeitslos gemeldet. 747 Personen beendeten ihre Arbeitslosigkeit.
343 ungeförderte Stellenangebote, das sind Stellen ohne staatliche Förderung, wurden den Mitarbeitern des Arbeitsgeberservice neu gemeldet. 422 Angebote konnten abgeschlossen werden.
Der Bestand an ungeförderten offenen Stellen lag im Januar bei 1.365, davon entfielen auf den Main-Tauber-Kreis 823 Stellen und auf den Neckar-Odenwald-Kreis 542.
Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall –
Hohenlohekreis und Landkreis Schwäbisch Hall
Die Arbeitslosenquote steigt auf 4,3 Prozent
Im Januar ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Haller Arbeitsagentur (Landkreis Schwäbisch Hall und Hohenlohekreis) bedingt durch die Witterung, den Konjunkturabschwung und auslaufende Verträge kräftig angestiegen. Zum Stichtag im Januar 2009 waren 6778 Arbeitslose registriert, im Dezember 2008 waren dies 5779 Arbeitslose.
Die Arbeitslosenquote, also der Anteil der Arbeitslosen an allen zivilen Erwerbspersonen, ist innerhalb eines Monats um 0,7 auf 4,3 Prozent angestiegen. Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 3,4 Prozent.
Landesweit liegt Schwäbisch Hall zusammen mit Ulm hinter Ravensburg (3,7) und den Agenturen Göppingen, Ludwigsburg, Reutlingen, Waiblingen (alle 4,2). Der Landesdurchschnitt liegt bei 4,7 Prozent.
Ein Blick auf die Zu- und Abgangsdaten zeigt die große Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. 2338 Menschen haben sich neu arbeitslos gemeldet und 1329 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.
Die Arbeitskräftenachfrage ist im Vergleich zum Dezember zurückgegangen. 3105 Stellenangebote sind zum Stichtag im Januar im Bestand und in diesem Monat haben Arbeitgeber 506 Stellenangebote aufgegeben.
Der Arbeitsmarkt im Landkreis Schwäbisch Hall
Im Landkreis Schwäbisch Hall wurden im Januar 4338 Arbeitslose gezählt. Das sind gute 25 Prozent mehr als vor einem Jahr. 1605 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 927 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Die Arbeitslosenquote liegt somit bei 4,3 Prozent.
Arbeitgeber haben 241 Stellen im Januar gemeldet. Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 2340.
Der Arbeitsmarkt im Hohenlohekreis
Im Landkreis Hohenlohe wurden im Januar 2440 Arbeitslose gezählt. Das sind 436 Menschen mehr als vor einem Jahr. 733 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 402 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Die Arbeitslosenquote liegt somit bei 4,1 Prozent und ist damit innerhalb eines Monats um 0,5 Prozentpunkte gestiegen.
Arbeitgeber haben 265 Stellenangebote im Januar aufgegeben. Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 765.
Die Hartz IV Eckwerte
Seit Einführung des SGB II im Januar 2005 werden nicht mehr alle Arbeitslose von den Arbeitsagenturen betreut. Die Arbeitsagenturen und Landkreise haben so genannte ARGEn gegründet. Die ARGEn betreuen Arbeitslose, die Arbeitslosengeld II beziehen.
Arbeitslosengeld II ist die Geldleistung, die die Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe seit Januar 2005 ersetzt.
Bei der ARGE SoziAl im Landkreis Schwäbisch Hall waren zum Stichtag 2035 Arbeits-lose registriert. Die Arbeitsagentur betreute im Haller Landkreis 2303 Arbeitslose.
Von den 2440 Arbeitslosen im Hohenlohekreis wurden 1147 von der ARGE im Hohenlohekreis betreut. Bei der Geschäftsstelle der Arbeitsagentur im Hohenlohekreis waren zum Stichtag im Januar 1293 Arbeitslose registriert.
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