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Kolben von Kolbenschmidt und Pleuel von Metaldyne: Die beiden Zulieferer wollen jetzt gemeinsame Sache machen.
Ohne Kolben funktioniert kein Motor. Ohne Pleuelstange aber ebenso wenig. Die Neckarsulmer KS Kolbenschmidt GmbH hat jetzt mit der Metaldyne Corporation in Plymouth im US-Bundesstaat Michigan eine strategische Partnerschaft vereinbart. Gemeinsam wollen die beiden Zulieferer den Autoherstellern schneller neue Produkte anbieten, um sich auf diese Weise einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen: Auch in Zeiten der Autokrise - bei Kolbenschmidt in Neckarsulm wird bekanntlich kurzgearbeitet, verschiedene Großinvestitionen wurden verschoben - gibt es Zukunftschancen.
Zu einer wirtschaftlichen Verflechtung kommt es durch den Vertrag nicht: Eine wechselseitige Beteiligung sei nicht vorgesehen, heißt es bei Kolbenschmidt. Beide Unternehmen würden in der von Kolbenschmidt-Geschäftsführer Rainer Fluhr und Metaldyne-Vice-President Ben Schmidt unterzeichneten Kooperation weiterhin als gleichrangige und unabhängige Einheiten arbeiten. „Das ist eine optimale Ergänzung für uns“, heißt es in Neckarsulm.
Mit der Kooperation reagieren die Unternehmen auf den Trend der Hersteller, Entwicklungsleistungen an Zulieferer zu verlagern. Bisher hätten die Motorenentwickler der Autobauer dafür gesorgt, dass Kolben und Pleuel perfekt aufeinander abgestimmt werden - was unter anderem Auswirkungen auf den Kraftstoffverbrauch und auf die Emissionen von Motoren hat. „Ziel ist es, die Automobilhersteller in die Lage zu versetzen, kurzfristig neue Produkte am Markt einzuführen, die den sich wandelnden Kundenansprüchen nach verbrauchsgünstigen Fahrzeugen entsprechen“, heißt es in der Mitteilung. Die Partner wollen dazu ein „integriertes Entwicklungs- und Projektmanagement“ auf die Beine stellen, um die Steuerung bei der Entwicklung, Lieferung und Qualitätssicherung dieser Antriebskomponenten zu verbessern.
Der neue KS-Partner gehört zum an der Börse in Tokio notierten Autozulieferer Asahi Tec mit Sitz in Shizuoka. Metaldyne erwirtschaftete mit 5000 Beschäftigten an 33 Standorten in 14 Ländern zuletzt einen Umsatz von etwa 1,8 Milliarden Dollar. Mit einer Jahresproduktion von rund 40 Millionen Stück ist Metaldyne weltgrößter Hersteller von sinter-geschmiedeten Pleuelstangen.
Kompetenzen
Asahi Tec bringt in die Kooperation zudem die Schmiedekompetenz des Tochterunternehmens Techno-Metal ein. Dieses Unternehmen produziert geschmiedete Stahlpleuel für Nutzfahrzeuge und für den Schwerlastbereich - was wiederum zur Stahlkolben-Kompetenz der Neckarsulmer für den Nutzfahrzeugbereich passt.
Für Kolbenschmidt, den weltweit führenden Hersteller von Kolben für Ottomotoren mit einem Anteil von 21 Prozent am internationalen Kolbenmarkt sind solche Kooperationen kein Neuland: Bereits vor eineinhalb Jahren hat Kolbenschmidt eine Partnerschaft mit Nippon Piston Rings geschlossen.
Quelle Heilbronner Stimme vom 3. Februar 2009 von Manfred Stockburger www.stimme.de
Foto Kolbenschmidt
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