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Kurs halten auf stürmischer See
     
 
 

10.2.09

 

Durch neue Entwicklungen will Schuler Automation den Weg in eine erfolgreiche Zukunft ebnen.

Die Wirtschaftskrise ist das große Thema derzeit. Auch bei Schuler Automation in Gemmingen hinterlässt die Rezession ihre Spuren. Kein Wunder, produziert das Unternehmen doch zu gut 60 Prozent für die angeschlagene Automobilindustrie. „Der Markt ist stark verunsichert, unsere Abnehmer verschieben ihre Investitionen“, sagt Geschäftsführer Lothar Fischer. Dank langfristiger Aufträge ist das Gemminger Werk des Göppinger Schuler-Konzerns noch bis Ende März vollständig ausgelastet. Für die Zeit danach wird über Kurzarbeit nachgedacht.

Das Polster an Leiharbeitern hat man bereits zurückgefahren. Mit dem Abbau von Überstunden könnten weitere Wochen überbrückt werden. „Wenn die Nachfrage nicht demnächst anzieht, werden wir den Schritt zur Kurzarbeit wohl gehen müssen“, so Fischer. Betroffen von der Maßnahme wären zunächst etwa zehn der 40 Beschäftigten im Bereich Konstruktion. In Gemmingen hat Schuler insgesamt 200 Mitarbeiter. Für Monteure ist die Beschäftigung hingegen bis Ende des Jahres gesichert. Entlassungen seien definitiv nicht geplant.

Im Gegenteil: Durch neue Entwicklungen will Schuler Automation den Weg in eine erfolgreiche Zukunft ebnen. „Der Trend geht weg von der Investition in komplett neue Anlagen hin zur Modernisierung und Optimierung einzelner Produktionsschritte, und das ist unsere Stärke“, sagt Geschäftsführer Fischer.

Hoffnungen setzt die Firmenleitung auch in die Technik der Warmumformung. Sie ermöglicht die Herstellung hochfester Bauteile für die Fahrzeugindustrie. Ob die Strategie Erfolg hat, ist zwar ungewiss. Aber: Trotz Wirtschaftskrise kamen zur Hausmesse in der vergangenen Woche zahlreiche Gäste, um die Einsatzmöglichkeiten von Schuler-Neuheiten wie dem Platinenlader, dem Crossbar-Roboter und dem Drehherdofen zu prüfen.

Investitionsstopp

Freilich, alle größeren Investitionen für das laufende Jahr hat Schuler vorerst dennoch gestoppt. Als zu unsicher bewertet die Konzernleitung in Göppingen die derzeitige Marktsituation. Um den Standort im Kraichgau müsse man sich aber keine Sorgen machen. „Wir sind sehr gut aufgestellt“, ist Geschäftsführer Fischer überzeugt. Und Tobias Apfel, Pressesprecher der Schuler AG, unterstreicht diese Aussage: „Gemmingen ist ein wichtiges Standbein des Gesamtkonzerns. Die Produkte, die am Standort hergestellt werden, haben Zukunft.“

Allerdings müsse man sich auch daran gewöhnen, dass es nicht nur immer steil bergauf gehen könne, räumt Fischer ein. „Das hohe Niveau der letzten ein, zwei Jahre werden wir wahrscheinlich so schnell nicht mehr erreichen.“

Quelle Heilbronner Stimme vom 10. Februar 2009 von Werner Tewes www.stimme.de

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