|
Gespräche in Zeiten der Krise - auf der Regionaltafel im Audi-Forum Neckarsulm, zu dem die Bürgerinitiative pro Region 120 Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft geladen hatte, sorgte allein der wirtschaftlichen Abschwung der letzten Monaten für reichlich Gesprächsstoff.
Die Verwerfungen in der Weltwirtschaft bekommt auch die Region Heilbronn-Franken zu spüren. Der erste Vorsitzende von pro region, Prof. Dr. Reinhold Würth, der auch dem Stiftungsaufsichtsrat der Würth-Gruppe vorsitzt, erinnerte an Parallelen zwischen der heutigen Situation und dem Beginn der Weltwirtschaftkrise in den 30er Jahren. „Auch nach dem Börsenzusammenbruch im Herbst 1929 gaben die Menschen mit vollen Händen das Geld für Weihnachtsgeschenke aus und feierten gelassen Neujahr - nur um ein halbes Jahr später in der Krise aufzuwachen.“
Die Hoffnung besteht, dass es 2009 anders komme als vor 70 Jahren, sagte Würth. „Es kann aber dafür keine Gewissheit geben“, mahnte der ehemalige Geschäftsführer der Adolf Würth GmbH Co. KG.
BrandAktuell war auch das Thema der Festrede, die der emeritierte Professor für Volkskunde und Germanistik an der Eberhard-Karl-Universität in Tübingen, Hermann Bausinger, hielt. In seiner Rede setzte er sich mit der Rolle der Heimat in den Zeiten der Globalisierung auseinander. Er kritisierte dabei den Begriff Verwurzelung, der häufig zur Ausgrenzung von Fremden führe: „Menschen sind eben keine Pflanzen“, erklärte Bausinger. Ein gutes Einleben der Menschen an neuen Wohnorten in einer Zeit gewachsener Mobilitätsansprüche an Arbeitnehmer sei das realistischere und auch menschlichere Ziel, sagte Hermann Bausinger.
Lobende Worte fand Professor Bausinger für die Integrationsleistungen der Region Heilbronn-Franken. „Kulturelle Vielfalt erzeugt hier kreativen Eigensinn“, lobte Bausinger.
Quelle Echo am Sonntag vom 15. Februar 2009 http://www.stimme.de/echo/sonntag/
von Cedric Rehman
Weitere Informationen:
|