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Zuversicht und Hoffnung begleiten die Kommentare zur jüngsten Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken.
Der Absturz ist steil. Anders lässt sich das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken nicht beschreiben. Besonders betroffen sind der Fahrzeugbau und die Metallbranche. In einer Südwestmetall-Umfrage berichten zwei Drittel der Betriebe über „erheblich schlechtere Auftragseingänge“. Dennoch ist nicht alles schwarz in der regionalen Wirtschaft: Es wird wieder gehofft.
„Die Produktionseinbrüche bedeuten dramatische Zeiten für die Unternehmen“, sagt der regionale Südwestmetall-Chef Karl Schäuble. Nur 20 Prozent der Mitgliedsfirmen in der Region rechnen mit einem Umsatzplus, fast jede zweite Firma geht sogar von einem deutlichen Rückgang aus. Grund zur Schwarzmalerei hätte der Geschäftsführer des Heilbronner Maschinenbauers Illig allemal – sie gehört zu den gut 40 Prozent der Metallfirmen, in denen kurzgearbeitet wird. Ein gewisser Stellenabbau werde sich in der Branche nicht vermeiden lassen.
Und doch betont er, dass es sich um keine Strukturkrise handle, sondern um eine Konjunkturkrise: „Die Unternehmen haben in den vergangenen Jahren ihre Eigenkapitalbasis gestärkt und betriebliche Strukturen und Prozesse verbessert“, sagt Karl Schäuble. Wie lange die Krise andauern werde, lasse sich aber nicht vorhersagen.
An die Mär von der schnellen Erholung glaubt auch Thomas Hinterberger nicht mehr. „Die Krise ist eine Nachfragekrise“, sagt der Vorstandssprecher der Heilbronner Volksbank. „Also muss auch die Erholung von der Nachfrageseite kommen. Wo soll die Nachfrage aber herkommen?“ Gleichwohl geht der Genossenschaftsbanker davon aus, „dass der Boden erreicht ist“. Und auch davon, dass der Mittelstand vergleichsweise gut gerüstet ist. „Die Firmen haben Eigenkapital angesammelt.“ Speck, von dem sie jetzt leben.
Impulse
„Die Krise ist auch im Handwerk angekommen“, sagt Handwerks-Präsident Ulrich Bopp. „Aber wir werden auch diese Schwächephase in den Griff bekommen“, sagt er. Bopp verweist dabei auch auf die Situation in der eigenen Baufirma: „Investoren interessieren sich wieder mehr für Immobilien“, beobachtet er. Durch den verdoppelten Steuerbonus für Handwerkerleistungen erhoffe er sich zusätzliche Impulse. „Ich bin zuversichtlich, dass das Handwerk gestärkt aus der Krise hervorgehen wird.“
Obwohl er inzwischen von einer Weltwirtschaftkrise spricht, deren Ende niemand absehen könne, hat IHK-Präsident Thomas Philippiak das Prinzip Hoffnung wiederentdeckt: „Die weltweiten Konjunkturpakete werden Wirkung zeigen“, sagt er. Ökonomen würden die US-Wirtschaft schließlich schon zwei Quartale näher am Wendepunkt sehen, als bisher angenommen. „Niemand kann sagen, wann die Rezession überwunden sein wird: „Das lässt hoffen.“
Obwohl der hiesige Fahrzeugbau zuletzt von Rekord zu Rekord eilte, kommt der Region zugute, dass die Wirtschaftsstruktur inzwischen weniger autolastig ist als noch 1993, als die letzte schwere Krise die regionale Wirtschaft durchschüttelte: Während beim Fahrzeugbau 82 Prozent der Betriebe damit rechnen, dass alles noch schlimmer kommt, blickt die Ernährungsbranche vergleichsweise positiv gelaunt in die Zukunft. Dafür sorgt nicht zuletzt die Schwarz-Gruppe, die in nicht unbeträchtlichem Umfang in der Region Warenlieferanten und auch unternehmensnahe Dienstleister beschäftigt.
Bei der Hotel- und Gaststättenbranche hat sich der Ausblick zwar eingetrübt, ihre aktuelle Lage beurteilen auch hier deutlich mehr Firmen positiv als negativ.
Quelle Heilbronner Stimme vom 16. Februar 2009 von Manfred Stockburger www.stimme.de

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