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Da der DIHK nur die PKW einschätzt, wird die Dringlichkeit des Ausbaus auf der A6 nicht richtig beurteilt.
Die Situation, das gibt Thomas Philippiak, der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Heilbronn-Franken unumwunden zu, ist „absurd“: Da veröffentlicht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), die IHK-Dachorganisation, einen bundesweiten Stauatlas (wir berichteten), und der widerspricht allem, wofür sich die IHK in dieser Region seit zehn Jahren einsetzt. „Er fällt uns in den Rücken“, sagt Philippiak - „wir sind in unseren Zielen zurückgeworfen.“
Hauptgeschäftsführer Heinrich Metzger verstärkt die Kritik: „Grob irreführend und falsch“ erscheint ihm die Systematik des DIHK-Stauberichtes. „Wir distanzieren uns von dessen Bewertung,“ sagt Metzger darum vor der Presse. Der DIHK-Stauatlas hat der A 6 in der Region lediglich eine „leichte Überlastung“ zugeschrieben - „das trifft die Situation nicht.“ Vielmehr sei diese Autobahn „weit über die Kapazitätsgrenzen belastet“. Philippiak: „Sie ist sehr stauanfällig und hoch unfallträchtig“. Und sie ist Anlass für „unerträgliche Situationen auf den Umleitungsstrecken durch die Gemeinden“, so Metzger.
Weil das so ist, setzt die Wirtschaft zusammen mit der Kommunal- und Regionalpolitik alles daran, den Ausbau der Autobahn von Hohenlohe bis zur bayerischen Grenze im Bundesverkehrswegeplan in die Kategorie „vordringlicher Bedarf“ einzuordnen. Und so strecken Region und Wirtschaft für die Vorplanung des Ausbaus das Geld vor. Für erste Abschnitte zwischen Weinsberg und Bretzfeld bzw. Öhringen und Kupferzell flossen bereits 260.000 Euro. Für eine zweite Planungsphase für Bereiche bis zur Landesgrenze mit annähernd 1,3 Millionen laufen zurzeit die Entscheidungen. Auch hier strecken Region und IHK Geld vor.
Wie es dazu kam, dass der Stauatlas mit einem falschen Belastungsszenario arbeitet, erklärt die IHK Heilbronn-Franken so: Den DIHK interessierte als Kriterium nur die Kfz-Belastung. Der hohe Anteil an Lastkraftwagen aber wurde nicht extra gewichtet. Die A 6 aber hat einen überdurchschnittlich hohen Lkw-Anteil: An der Zählstelle Neckarsulm werden 25 Prozent Lkw gezählt, in Bretzfeld-Schwabbach besteht der Verkehr zu 31 Prozent aus Lastwagen.
Um die Dramatik deutlich zu machen, präsentierte die IHK gestern den Medien erneut die Prognosen, die bis zum Jahr 2025 von einer Steigerung des Güterverkehrs auf der Straße um 100 Prozent sprechen. „Beim Lkw-Transit auf der A 6 wird sogar eine Steigerung von 181 Prozent prognostiziert“, sagt Metzger: „Ohne Ausbau der A 6 ist der Verkehrsinfarkt absehbar.“
Quelle Heilbronner Stimme vom 20. Februar 2009 von Iris Baars-Werner www.stimme.de
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