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Obwohl die Krise weltweit für schlechte Nachrichten sorgt, wirkt sich die globale Ausrichtung des Unternehmens nach wie vor positiv aus.
Im Werk St. Georgen lässt EBM-Papst ab März etwa 1100 Beschäftigte kurzarbeiten. Von dort aus werden vor allem Kunden aus der Automobilindustrie beliefert, und die steckt bekanntlich in der Krise. In Hohenlohe ist die Auslastung der EBM-Papst-Werke zwar auch gesunken, Geschäftsführer Hans-Jochen Beilke ist aber zuversichtlich, dass die Krise hier nicht so stark zuschlagen wird. Ende Dezember - das Geschäftsjahr des Ventilatorenbauers geht bis Ende März - lag der Umsatz des Mulfinger Teilkonzerns fast zweistellig über dem Vorjahreswert. Allerdings gingen im neuen Jahr die Auftragseingänge deutlich zurück.
Flexibel
Hier spürt Beilke den allgemeinen Auftragsrückgang, „mindestens bis April “ geht er aber nicht davon aus, dass „Maßnahmen“ in größerem Umfang ergriffen werden müssen. Sofern nicht zu viele Aufträge storniert würden, ist genügend Arbeit für die gut 2500 Beschäftigten in den Stammwerken in Mulfingen, Hollenbach und Niederstetten vorhanden. Hilfreich ist dabei das flexible Arbeitszeitmodell des Unternehmens. Auch der Standort in Landshut, wo vor allem Heiztechnik-Gebläse hergestellt werden, läuft noch „ordentlich“, sagt Beilke.
Zwei Gründe nennt der Beiratsvorsitzende Gerhard Sturm dafür, dass EBM-Papst vergleichsweise stabil dasteht: Zum einen habe das Unternehmen frühzeitig auf energiesparende Motoren gesetzt, zum anderen Lehren aus dem Absturz im Jahr 2001 gezogen. Anders als zur Jahrtausendwende ist die Kundenstruktur der Firma heute viel breiter. „Damals haben wir vier Jahre gebraucht, bis wir das Umsatzniveau wieder erreicht hatten.“
Umsatzplus
Obwohl die Krise weltweit für schlechte Nachrichten sorgt, wirkt sich die globale Ausrichtung des Unternehmens nach wie vor positiv aus. Ausgerechnet im Auge des Krisenorkans, also in den USA, verzeichnen die Hohenloher zurzeit ein leichtes Umsatzplus. Dort profitiere EBM-Papst besonders von den stromsparenden Motoren, die sich dort gut verkaufen. „Wir haben große Erwartungen an Barack Obama und dessen grüne Politik“, sagt Beilke. Positive Signale kommen bei Beilke und Sturm auch aus Holland, Skandinavien, Italien und Brasilien an.
Die Probleme in China machen sich bei dem dortigen Tochterunternehmen zwar ebenso bemerkbar, aber nur dadurch, dass sich der Umsatz auf Vorjahresniveau bewegt. „Da hatten wir natürlich ein ordentliches Wachstum eingeplant“, sagt Beilke. „Ganz schlecht“ sieht es dagegen in Russland aus, dort sei der Markt massiv weggebrochen. Auf Konzernebene rechnet Sturm damit, dass EBM-Papst im laufenden Jahr den Vorjahresumsatz von 1,07 Milliarden Euro halten kann - trotz der Probleme in St. Georgen.
Konjunkturtal
Auch wenn die Hohenloher vergleichsweise gut dastehen: Mit einem kurzen Konjunkturtal rechnen sie nicht. „Bis die Rezession beim letzten Unternehmen angekommen ist, wird es noch eine ganze Weile dauern“, sagt Sturm. Bis 2010 allemal. Unklar sei lediglich, wie rasant die Talfahrt sein werde. Was ihn fürs eigene Unternehmen zuversichtlich stimmt, sind die neuen Produkte, die das Unternehmen in den kommenden Monaten auf den Markt bringen wird. „Die können das Niveau ein bisschen hochhalten.“
Quelle Heilbronner Stimme vom 23. Februar 2009 von Manfred Stockburger www.stimme.de
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