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Aus der Kriminalstatistik 2008 des Landes stechen Stadt- und Landkreis Heilbronn heraus.
Während in Baden-Württemberg 3,2 Prozent weniger Straftaten verübt wurden, stieg ihre Zahl im Bereich der Polizeidirektion Heilbronn um 2,3 Prozent auf 20.718. Schuld daran ist vor allem die hohe Zahl der Wohnungseinbrüche. Im Landkreis nahmen sie um mehr als das Doppelte zu. Der Grund: Organisierte Diebesbanden vorwiegend aus Osteuropa trieben im vergangenen Jahr ihr Unwesen. Die Täter machen sich offenbar die gute Verkehrsanbindung zunutze. Kommunen, die an der Autobahn liegen, „sind besonders schwer betroffen“, sagt Polizeisprecher Roberto Monaci.
Geringes Risiko
Heilbronn bleibt aber nach wie vor der sicherste Stadtkreis in ganz Baden-Württemberg. In keiner anderen Großstadt des Landes ist das Risiko geringer, Opfer einer Straftat zu werden. „Rein statistisch gesehen“, so Monaci. Innerhalb der Stadtgrenzen ging die Anzahl der Straftaten um 0,3 Prozent zurück.
Sorgen bereitet den Ordnungshütern weiterhin der Anstieg der Gewaltdelikte. Auch hier unterscheiden sich Stadt- und Landkreis Heilbronn erheblich von der Situation im Land. Als Innenminister Heribert Rech unlängst die Zahlen für das Land vorstellte, sah er erste Erfolge: „Wir haben die Gewaltspirale 2008 gestoppt.“ Um 5,1 Prozent sind die Gewaltdelikte im Land zurückgegangen. Im Stadt- und Landkreis Heilbronn nahmen dagegen allein die gefährlichen und schweren Körperverletzungen um 31,2 Prozent zu. „Ursache hierfür könnte die wachsende Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen sein“, analysiert Monaci. Ein weiterer Grund seien Auseinandersetzungen rund um das größte Fandorf im Land bei der Fußballeuropameisterschaft 2008.
Aufklärungsquote
Die Polizei macht die Fußballanhänger rund ums EM-Fandorf auch für die im Vergleich zu 2007 geringere Aufklärungsquote verantwortlich. Sie lag 2008 bei 57,9 Prozent. Die Veranstaltungen zum Großereignis erforderten im Unterland viele Einsatzkräfte. Auch die Polizistenmord-Soko band Personal, das woanders fehlte - zum Beispiel bei der Eindämmung der Drogenkriminalität. Rauschgiftverstöße haben normalerweise eine hohe Aufklärungsrate, die die Quote der gesamten Statistik anhebt. Wer weniger im Drogenmilieu ermittelt, klärt auch weniger auf.
Dass die erfassten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz 2008 um 5,9 Prozent abnahmen, heißt also noch lange nicht, dass der Drogenmarkt im Unterland kleiner geworden wäre. Es war einfach zu wenig Personal da, um gegen Dealer vorzugehen. Die fehlende Polizeipräsenz könnte auch eine der Ursachen für zwei auffallende Ausreißer in der Statistik im Stadtkreis sein: Die Sachbeschädigungen nahmen 2008 um 26,6 Prozent zu, die Raubdelikte auf den Straßen gar um 56,7 Prozent auf insgesamt 72 Fälle.
Quelle Heilbronner Stimme vom 4. März 2009 von Helmut Buchholz www.stimme.de
Foto Quelle Die Welt
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