|
Albert Berner, Gründer des Künzelsauer Verbindungstechnik-Konzerns, hat seine Lebensgeschichte aufschreiben lassen.
Schreiben ist ja eigentlich gar nicht sein Ding. Verkauft hat er sein Leben lang, gekämpft, Ideen gehabt. Doch wie es dazu gekommen ist, wie der Künzelsauer Metzgersohn zum Konzernchef und der Nummer zwei der Schraubenbranche geworden ist - darüber gab es bislang nur die mündlichen Erzählungen im Familienkreis.
Dem Drängen nachgegeben
Als Albert Berner vergangenes Jahr längere Zeit erkrankt war, drängte ihn daher sein 25-jähriger Sohn: „Papa, schreib doch mal deine Geschichte auf.“ Und diesem Drängen hat der Unternehmer schließlich nachgegeben. „Mein Weg - mein Leben“ heißt seine Biografie, die er an diesem Samstag auch in der Künzelsauer Sparkasse von 10.30 bis 12 Uhr signiert.
Der erfolgreiche Geschäftsmann wird rasch nachdenklich, wenn es um sein Buch geht. Schließlich werden darin nicht nur die Sonnenseiten des Lebens dargestellt. „Die ersten 15 Jahre waren nicht schön“, sagt der heute 73-Jährige. Denn da musste er - wie auch seine drei Geschwister - in der Kriegs- und Nachkriegszeit immer mit anpacken: In der Metzgerei in der Innenstadt, die sein Vater gepachtet hatte, und in der angeschlossenen Gastronomie. „Um vier Uhr früh musste ich aufstehen“, erinnert sich Albert Berner. Und dann wurde hart gearbeitet, trotz des jungen Alters. „Diese Zeit kann sich die heutige Jugend gar nicht mehr vorstellen.“
Sitzungen
Geschrieben hat der Unternehmer letztlich doch nicht selbst: Zunächst probierte er es mit einem Diktiergerät - „doch damit kam ich überhaupt nicht zurecht“. Schließlich reisten die beiden Autorinnen Ute Grau und Barbara Guttmann nach Künzelsau, um seine Erzählungen aufzuschreiben. Während dieser Sitzungen lief einfach ein Tonband mit. „Es war immer sehr lustig“, sagt Albert Berner.
Ein halbes Jahr hat es dann nur gedauert, bis das Werk fertig war. „Das Erinnerungsvermögen macht mich fast ängstlich“, meint er rückblickend: Immer mehr sei ihm von damals eingefallen, immer weitere Details tauchten auf. „Ich könnte jetzt gerade noch ein Buch schreiben.“ Und dabei sei lediglich seine Geschichte von der Firmengründung an gut dokumentiert gewesen.
Sport
Seine ganze Familie findet sich im Buch wieder, berichtet Berner: Seine Eltern und seine Geschwister, seine früh verstorbene erste Frau und die beiden gemeinsamen Kinder ebenso wie seine zweite Frau und die beiden jüngeren Söhne. Mit manchen Bildern war er dennoch zurückhaltend - „obwohl ich jetzt bereue, dass ich das eine oder andere nicht gebracht habe.“
Und manchmal war es einfach zu spät - so, als ihm vor kurzem ein Sportkamerad erzählte, er habe noch viele Fotos aus der gemeinsamen Jugend, vom Staffellauf in Waldenburg, als Albert Berner noch viel Leichtathletik trieb. „Schade“, seufzt der Unternehmer. Zumal der Sport neben der Familie und dem Unternehmen viel Platz im Buch einnimmt: Zeitlebens ist der Geschäftsmann aktiv gewesen. Leichtathletik und Fußball prägten ihn in den frühen Jahren, Boxen probierte er mal aus, später folgten Tennis und inzwischen Golf. Dem runden Leder blieb er bis zu seinem 70. Lebensjahr treu - zuletzt 40 Jahre lang als Torwart. „Ich habe erst aufgehört, als mir mein Arzt wegen der Arthrose im Knie dringend dazu geraten hat.“ Wieder ein leichtes Seufzen. Berner blickt in die Ferne, als suchte er nach weiteren Erinnerungen. Nein, es war kein leichtes Leben. „Aber ich bin letztlich zufrieden.“
Quelle Heilbronner Stimme vom 2. April 2009 von Heiko Fritze www.stimme.de
Weitere Informationen
|