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Bald keine Kurzarbeit mehr. Neues Topmodell des Heilbronner Kranenherstellers für den Kraftwerksbau. Einen größeren Turmdrehkran mit Wippausleger gibt es zurzeit nicht in Europa.
Groß und mächtig ragt der „Big Wolff“ in den Heilbronner Himmel. Dabei ist der Kran, den die Erste Bürgermeisterin Margarete Krug mit einem beherzten Flaschenwurf getauft hat, nur eine Miniversion dessen, was das neue Wolffkran-Topmodell tatsächlich kann. Der rote Riese kann für bis zu 800 Meter hohe Bauwerke eingesetzt werden, sagt Geschäftsführer Peter Schiefer. In dieser Konfiguration kann die Maschine immer noch Lasten von bis zu 20 Tonnen heben. Zur Weltpremiere kamen am vergangenen Freitag Kunden und Kran-Kenner aus aller Welt nach Heilbronn. Einen größeren Turmdrehkran mit Wippausleger gibt es zurzeit schließlich nicht in Europa.
Nicht für Wolkenkratzer ist der Big Wolff konstruiert, sondern für Kraftwerke. Erster Einsatzort des ersten Krans der neuen Serie, der noch bis Mai beim Kanalhafen auf Herz und Nieren geprüft wird, ist Wilhelmshaven. Dort baut die Eon ein neues Kohlekraftwerk. Der zweite ist schon verkauft – pro Stück kostet der Big Wolff rund 1,6 Millionen Euro. In diesem Jahr wollen die Heilbronner noch vier oder fünf Exemplare bauen. Wenn die Serienproduktion richtig läuft, dann sollen bis zu 15 Stück im Jahr gefertigt werden. Schiefer ist zuversichtlich dass er genügend Abnehmer findet.
Neue Aufträge
Der neue Kran ist nicht die einzige gute Nachricht aus dem Unternehmen, dessen Wohl und Wehe sehr eng mit der Baukonjunktur verknüpft ist. Nachdem Schiefer im vergangenen Herbst kräftig auf die Bremse getreten war, alle Leiharbeitnehmer nach Hause geschickt und auch Kurzarbeit eingeführt hatte, zeigt die Auslastungskurve jetzt wieder nach oben. Schon bald soll die Kurzarbeit bei Wolffkran der Vergangenheit angehören. „Wir werden wahrscheinlich sogar wieder Leiharbeiter brauchen, um unsere Aufträge abzuarbeiten.“
Prognose verbessert
Auch die Umsatzprognose hat der geschäftsführende Gesellschafter, der Wolffkran mit einem Partner 2005 übernommen hatte, wieder nach oben korrigiert. „Wie haben jede Menge Arbeit, jede Menge Kräne auszuliefern und jede Menge Nachfrage nach unserer Mietflotte“, sagt Schiefer. Zur Jahresmitte erwartet er sogar noch einen Nachfrageschub.
Einige Märkte, darunter England und Russland, seien aber nach wie vor „tot“ – weil dort die Finanzkrise wütet. „In den anderen europäischen Märkten merken wir davon nur wenig“, sagt er. In der Schweiz berichtet er gar von „phantastischen“ Geschäften.
Wie schon im vergangenen Jahr rechnet er jetzt auch im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatz im dreistelligen Millionen-Bereich. 2004 hatte das Traditionsunternehmen – damals noch unter MAN-Flagge – mit etwa 200 Beschäftigten einen Umsatz von lediglich 34 Millionen erreicht. In der Gruppe hat Wolffkran derzeit 450 Beschäftigte, im Werk Heilbronn sind es laut Schiefer etwa 250. Den größten Teil des Stahlbaus lässt Schiefer im Werk Luckau in Brandenburg fertigen. Dort beschäftigt Wolffkran derzeit 130 Mitarbeiter.
Quelle Heilbronner Stimme vom 7. April 2009 von Manfred Stockburger www.stimme.de
Foto Andreas Veigel
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