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Kein Einstellungsstopp, die Zusage sicherer Arbeitsplätze, 5300 Euro Prämie für das Rekordjahr 2008, 2,1 Prozent Lohnerhöhung zum 1. Mai und 40 zusätzliche Ausbildungsplätze - die Audi-Geschäftsführung hatte gestern Nachmittag auf der Betriebsversammlung in Neckarsulm viele gute Nachrichten für die Mitarbeiter.
Entsprechend positiv waren die Reaktionen: „Gerade in dieser Krise ist das top“, sagt Nabil Lamiri (27) aus der Logistik. „Das ist super, oder nicht?“, freut sich Kollegin Monika Schramm (56): „Wo überall ringsum Angst und Bangen ist.“ Besonders froh ist sie über die Zusage, mehr Auszubildende einzustellen und dem Nachwuchs trotz Wirtschaftskrise eine Chance zu geben. „Das ist auch für die Eltern, die ihre Kinder hier ausbilden lassen, ein Stück Zukunft.“ Nusret Tahmaz (46) aus der A8-Produktion denkt bei aller Freude auch an die Kollegen der Konkurrenz: „Wir leben ja nicht auf einer Insel. Bei anderen sieht es leider schlechter aus.“
Kurzarbeit vor Maifeiertag
Nicht nur nach der Versammlung am Werktor war die Stimmung gut, sondern auch bei der Betriebsversammlung selbst, zu der der komplette Audi-Vorstand nach Neckarsulm gekommen war. „Als Personalvorstand Werner Widuckel betont hat, dass die Stellen der Stammbelegschaft sicher sind, gab es einen Applaus“, sagt Betriebsratschef Norbert Rank. Laut Betriebsratsgeschäftsführer Wolfgang Lindenmaier gibt es bei den Auftragseingängen beim A6 „positive Signale“. Bereits geplante Produktionskürzungen seien zurückgenommen worden. Es bleibt aber dabei, dass in der Woche vor dem 1. Mai die Bänder im Neckarsulmer Werk an vier Tagen stehen werden: Kurzarbeit. „Beschäftigung hat Vorrang“, betonte der stellvertretende Betriebsratschef Rolf Klotz in seiner Rede, „und deshalb suchen wir gemeinsam nach zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten.“ Kurzarbeit sei eine notwendige Maßnahme zur Verhinderung eines kurzfristigen Arbeitsplatzabbaus gewesen.
Werner Widuckel sprach davon „dass wir zwar keine Audi-Krise, aber eine dramatische Marktkrise haben“. Er verwies in seiner Rede auf die wirtschaftlich schwierige Gesamtlage, die es erforderlich mache, die Ertragskraft zu sichern. Dennoch habe das Unternehmen die Zahl der Ausbildungsplätze für den kommenden Jahrgang einmalig um 40 erhöht. „Dies ist ein klares Signal dafür, dass wir auch in der Krise auf Zukunftssicherung setzen.“
Demografie
Aktuell beschäftigt sich bei Audi ein Projektteam mit dem Thema Demografie, der Schwerpunkt liegt im Bereich Produktion. Der Betriebsrat begrüßte diese Initiative: „Wir brauchen in Zukunft deutlich mehr Einsatzmöglichkeiten für Ältere und Leistungsgewandelte.“ Die Verschiebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters in ein höheres Alter werde auch den Einstieg in die Altersteilzeit nach hinten verschieben.
„Schon heute kämpfen wir Tag für Tag damit, dass nicht nur, aber vornehmlich ältere Kolleginnen und Kollegen aus gesundheitlichen Gründen viele Arbeiten in der Fertigung nicht mehr ohne Einschränkungen verrichten können. Und immer schwieriger gestaltet sich die Suche nach entsprechenden Arbeitsplätzen“, erklärte Klotz.
Quelle Heilbronner Stimme vom 17. April 2009 von Andreas Tschürtz und Manfred Stockburger www.stimme.de
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