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AWS will mit innovativer Idee ein richtiger Mittelständler werden - und das am Standort Heilbronn.
Noch ist die Fläche im Heilbronner Industriegebiet Wohlgelegen Brachland. Wenn der auf dem historischen Boden geplante Technologiepark gebaut ist, dann soll dort Neues entstehen. Das ist auch die Idee hinter dem Zukunftsfonds Heilbronn (ZF-HN), der treibenden Kraft des Projekts. Firmen wie die AWS AG aus Leonberg, an der sich der ZF-HN jüngst beteiligt hat, sollen dort ein zukunftsträchtiges Zuhause finden.
Es ist das Abfallprodukt einer Entwicklung für die Automobilindustrie, mit der die AWS groß herauskommen will. Herzstück der Technologie ist ein aus Kunststoff gestrickter Schlauch mit verblüffenden Eigenschaften. Unter anderem lässt sich mit dem Material trockene Luft befeuchten - was für Hersteller von Klimaanlagen interessant ist. Die Schläuche können, auf einen Rahmen gespannt, aber auch giftige Lösungsmittel und andere Schadstoffe aus der Luft filtern.
Mit etwa 2,5 Millionen Euro Umsatz rechnet AWS-Vorstand Gilbert Anderer in diesem Jahr. Nicht nur bei Kunden sind die Leonberger mit ihrem Produkt auf Interesse gestoßen, sondern auch beim Zukunftsfonds: Die von einigen Heilbronner Unternehmerfamilien finanzierte Kapitalgesellschaft hat sich an der AWS beteiligt. Wie immer ist die Geldspritze verknüpft mit der Bedingung, dass das Unternehmen seinen Sitz nach Heilbronn verlagert. Das soll in diesem Fall geschehen, sagt ZF-HN-Geschäftsführer Thomas Villinger, wenn der Technologiepark realisiert wird.
Noch ist die AWS ein kleines Pflänzchen: Acht Mitarbeiter beschäftigt die Firma derzeit - die Produktion vergeben die Erfinder an externe Partner. Noch. Mittelfristig soll aus der AWS aber ein richtiger Mittelständler werden - und das am Standort Heilbronn.
Krise überstanden
Ihre eigene „kleine Weltwirtschaftskrise“, sagt Gilbert Anderer, hatte die Firma im vergangen Jahr, als drei große Projekte weggebrochen sind, die mittelständische Automobilzulieferer gebucht hatten. Das Unternehmen hat darauf reagiert, indem es den Vertrieb der Schläuche breiter aufgestellt hat und verstärkt auf de Umwelttechnik setzt - „regenerative Fallfilmtechnologie“ lautet der Name, auf den Anderer und seine Kollegen ihre Erfindung getauft haben. Damit passt das Unternehmen in die „Clean-tech“-Sparte des Zukunftsfonds.
Die EU-Verordnung, nach der der Ausstoß von flüchtigen organischen Verbindungen streng reglementiert wird, beschert dem jungen Unternehmen einen wachsenden Markt. Interessant an der patentierten AWS-Technik ist auch, dass Lösungsmittel, die sonst verbrannt würden, zurückgewonnen und wiederverwendet werden können.
Quelle Heilbronner Stimme vom 21. April 2009 von Manfred Stockburger www.stimme.de
Foto Stadt Heilbronn
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