Die Wirtschaftskrise hat in der Region auch im April zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen geführt. Am stärksten in der Region ist der Stadt- und Landkreis Heilbronn betroffen. Hier stieg die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte auf aktuell 5,8 Prozent. Betroffen sind vor allem technische Berufe. Die Erleichterung beim Zugang in Kurzarbeit wirke aber auch beschäftigungssichernd, hieß es von der Agentur für Arbeit in Heilbronn. Im Kreis Schwäbisch Hall stieg die Arbeitslosenquote auf 4,5 Prozent, im Hohenlohekreis auf 4,6 Prozent und damit innerhalb von 4 Wochen um 0,2 Prozentpunkte. Die Arbeitslosenquote im Main-Tauber-Kreis hat sich nur leicht erhöht, um 0,1 Prozentpunkte auf aktuell 5,3 Prozent. In allen Kreisen nahm die Kurzarbeit deutlich zu, während die Stellenangebote zurück gingen. (Quelle SWR
(Quelle SWR 4, 30. April 2009)
Agentur für Arbeit Heilbronn –
Stadt- und Landkreis Heilbronn
Der Frühjahrsaufschwung bleibt aus
Arbeitslosenquote steigt auf 5,8 Prozent
Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Heilbronn hat im April erneut zugenommen. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen stieg die Arbeitslosenquote von 5,5 auf 5,8 Prozent. Insgesamt waren im April 13.661 Menschen ohne Arbeit. Das sind 758 mehr (plus 5,9 Prozent) als im Vormonat. Gegenüber April 2008 sind 2.948 Menschen mehr arbeitslos (plus 27,5 Prozent). Vor einem Jahr lag die Quote bei 4,5 Prozent.
„Dass sich die Wirtschaftskrise negativ auf den Arbeitsmarkt auswirkt, ist unverkennbar. Die Zahl der Menschen, die arbeitslos werden, steigt. Die angespannte und schwierige Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt hält an und prägt sich noch stärker aus. Es gibt aber auch dämpfende Faktoren. Einige Maßnahmen des Konjunkturprogramms setzen ja direkt am Arbeitsmarkt an und wirken beschäftigungssichernd. So beispielsweise die Erleichterungen beim Zugang in Kurzarbeit. Der Beschäftigung muss weiterhin Vorrang vor Entlassungen gewährt werden. Wo irgend möglich, sollte die Chance zur Qualifizierung, auch in Phasen der Unterbeschäftigung, genutzt werden“, sagte Martin Diepgen, Vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Heilbronn.
Im April meldeten sich 3.646 Personen neu oder erneut arbeitslos, das waren 402 oder 12,4 Prozent mehr als im März. Aus einer Erwerbstätigkeit heraus sind im April 1.659 Menschen arbeitslos geworden, aus einer Ausbildung/Qualifizierung waren es 840 Personen. Gleichzeitig beendeten 2.891 Personen ihre Arbeitslosigkeit, davon 955 Personen in Erwerbstätigkeit.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit spiegelt sich bei allen Personenkreisen wider.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg gegenüber dem Vormonat um 123 Personen (plus 4,2 Prozent). Im Vergleich zum April 2008 gab es 576 oder 16 Prozent Langzeitarbeitslose weniger.
Im April waren 7.307 Männer arbeitslos, das sind 400 mehr (plus 5,8 Prozent) als noch im März. Im Vorjahresvergleich sind 2.390 Männer (plus 48,6 Prozent) mehr arbeitslos.
Im April waren 6.354 Frauen arbeitslos, das sind 358 mehr (plus 6 Prozent) als im März. Im Vorjahresvergleich sind 558 Frauen (plus 9,6 Prozent) mehr arbeitslos.
Bei den arbeitslosen Frauen und Männern, die 50 Jahre und älter sind, waren im April mit 3.399 Menschen 210 mehr arbeitslos (plus 6,6 Prozent) als noch im März. Im Vorjahresvergleich hat die Arbeitslosigkeit bei diesem Personenkreis um 700 Menschen (plus 25,9 Prozent) zugenommen.
Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Ausländer stieg um 152 (plus 4,2 Prozent) auf 3.736 Personen. Im Vorjahresvergleich hat die Arbeitslosigkeit bei diesem Personenkreis um 794 Menschen (plus 27 Prozent) zugenommen.
Die Jugendarbeitslosigkeit im Agenturbezirk Heilbronn ist im April nochmals gestiegen: Im zurückliegenden Monat waren 1.637 junge Menschen unter 25 Jahre arbeitslos gemeldet. Das sind 21 Personen mehr (plus 1,3 Prozent) als im März und 699 mehr (plus 74,5 Prozent) als vor einem Jahr.
Ausbildungsstellenmarkt
Der Agentur für Arbeit Heilbronn wurden seit Oktober letzten Jahres 2.355 Ausbildungsstellen gemeldet, 14,3 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 2.145 Bewerbermeldungen, 10,5 % weniger.
Ausbildungsstellenmarkt im Vorjahresvergleich
Freie Ausbildungsstellen gibt es noch in Berufen wie Fertigungsmechaniker, Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel, Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel, KraftfahrzeugmechatronikerIn, Kaufmann/Kauffrau für Bürokommunikation, FachverkäuferIn im Lebensmittelhandel, Fachkraft für Lagerlogistik, MechatronikerIn, FachverkäuferIn im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Fleischerei, Werkzeugmechaniker und in vielen anderen Berufen.
Der Bestand an offenen Stellen sinkt
Insgesamt waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Heilbronn im April 2.731 Stellenangebote registriert, gegenüber März ist das ein Rückgang von 111. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 1.754 Stellen weniger. Betriebe und Verwaltungen haben im April 805 neue Arbeitsplätze angeboten, das waren 225 oder 21,8 % weniger als vor einem Jahr. Neuzugänge kommen aus dem Baubereich, Nahrungsmittelhandwerk, Sozial- und Erziehungsberufen, Gesundheitsberufen und aus dem IT-Service. Autozulieferer aus den Bereichen Maschinenbau, Kunststoff, Elektro waren bei den Stellenangeboten zurückhaltend. Das Verhältnis von Arbeitlosen zu gemeldeten Stellen nach Berufen verschlechtert sich für die technischen Berufe. Im März stand eine arbeitslose Person, im April zwei Personen einer gemeldeten Stelle in technischen Berufen gegenüber.
Arbeitslose je gemeldete Stellen nach Berufen (April 2009)
Kurzarbeit
Im März haben 298 Betriebe für 14.531 Mitarbeiter konjunkturell bedingte Kurzarbeit angezeigt.
Die Statistikzahlen zu den Anzeigen im April werden am 5. Mai veröffentlicht.
Das Beratungsangebot der Arbeitsagentur Heilbronn über die Qualifizierungsmöglichkeiten der Beschäftigten trägt Früchte. Die regionalen Unternehmen nehmen die angebotenen Programme zunehmend an.
Agentur für Arbeit Tauberbischofsheim –
Main-Tauber-Kreis
Arbeitslosenzahlen steigen weiter leicht an
Arbeitslosenquote im April liegt bei 5,3 Prozent
Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Tauberbischofsheimer Arbeitsagentur hat sich von März auf April um 0,1 Prozentpunkte gering erhöht und liegt nun bei 5,3 Prozent. Zum statistischen Zähltag waren 7.861 Menschen (52,6 Prozent Männer, 47,4 Prozent Frauen) arbeitslos gemeldet. Das sind 168 mehr als im März.
Dazu der Jahresvergleich: Im April 2008 waren bei einer Quote von 4,2 Prozent 6.216 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, im April 2007 7.568 Menschen bei einer Quote von 5,2 Prozent.
In Baden- Württemberg stieg die Quote um 0,2 Prozentpunkte auf jetzt 5,2 Prozent.
Damit sind im ganzen Land 289.364 Frauen und Männer (54,6 Prozent Männer, 45,4 Prozent Frauen) arbeitslos gemeldet.
Kreise
Im Main-Tauber-Kreis lag die Quote bei 5,2 Prozent. Wie auch im Vormonat bedeutet dies eine Steigerung von 0,1 Prozentpunkten. Die Hauptagentur Tauberbischofsheim kann mit 4,7 Prozent (entspricht 1.390 Arbeitslose) die niedrigste Quote verzeichnen. In der Geschäftsstelle Bad Mergentheim waren 1.226 Menschen (Quote von 5,2 Prozent) arbeitslos gemeldet, in Wertheim 1.097 (Quote von 6,2 Prozent).
Im Neckar-Odenwald-Kreis stieg die Quote um 0,2 Prozentpunkte auf jetzt 5,5 Prozent. In der Geschäftsstelle Mosbach sind bei einer Quote von 5,2 Prozent 2.159 Menschen arbeitslos gemeldet. In Buchen bei einer unveränderten Quote von 5,7 Prozent 1.989 Menschen.
Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall –
Hohenlohekreis und Landkreis Schwäbisch Hall
Arbeitslosigkeit steigt weiter leicht an
Quote jetzt bei 4,6 Prozent
Im April ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Haller Arbeitsagentur (Landkreis Schwäbisch Hall und Hohenlohekreis) im Vergleich zum März angestiegen. Zum Stichtag im April 2009 waren 7259 Arbeitslose registriert, im März waren dies 7006 Arbeitslose. Im Vergleich mit dem April 2008 ist die Arbeitslosigkeit jetzt um 2266 Menschen und damit um über 45 Prozent angestiegen.
Die Arbeitslosenquote, also der Anteil der Arbeitslosen an allen zivilen Erwerbspersonen, hat sich von März auf April um 0,2 Prozentpunkte erhöht. Sie liegt damit bei 4,6 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 3,1 Prozent. Landesweit liegt Schwäbisch Hall hinter Ravensburg (3,9) auf Platz 2. Der Landesdurchschnitt liegt bei 5,2 Prozent.
Ein Blick auf die Zu- und Abgangsdaten zeigt die große Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. 2111 Menschen haben sich neu arbeitslos gemeldet und 1845 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit entweder durch Abmeldung bzw. Aufnahme einer Arbeit beenden oder durch Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme unterbrechen.
Die Arbeitskräftenachfrage insgesamt ist im Vergleich zum Vorjahr um gut 30 Prozent zurückgegangen. 2820 Stellenangebote - darunter 1771 ungeförderte Stellenangebote - sind zum Stichtag im April im Bestand.
Auf dem Ausbildungsmarkt ist jetzt noch keine endgültige Bilanz möglich, denn das statistische Ausbildungsjahr läuft - entsprechend dem üblichen Ausbildungsbeginn – von Oktober 08 bis September 09. Eine umfassende Beurteilung des Ausbildungsmarktes wird deshalb erst ab Juni möglich sein. Bei der Berufsberatung der Haller Arbeitsagentur meldeten sich seit Oktober 2008 1987 Bewerber für eine Ausbildungsstelle – das sind 426 Jugendliche weniger als im April 2008. Im gleichen Zeitraum kamen von den Betrieben und Verwaltungen 2115 Angebote für Ausbildungsstellen; das sind 537 Angebote weniger als im Vorjahr. In diesem Zusammenhang empfiehlt Elmar Zeller, Leiter der Agentur, allen Jugendlichen auf Ausbildungsplatzsuche schnell zu handeln und rechtzeitig berufliche Alternativen zu überprüfen. Und er appelliert an die Unternehmen trotz der internationalen Finanzkrise mit den Folgen für die Region in ihrer Ausbildungsbereitschaft nicht nachzulassen. „Wenn die Betriebe jetzt weniger ausbilden, werden die Fachkräfte im nächsten Aufschwung fehlen“, so Zeller.
Der Arbeitsmarkt im Landkreis Schwäbisch Hall
Im Landkreis Schwäbisch Hall wurden im April 4513 Arbeitslose gezählt. Das sind 44,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. 1438 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 1326 Menschen konnten aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden. Die Arbeitslosenquote liegt somit bei 4,5 Prozent.
Arbeitgeber haben 728 Stellen im April gemeldet, darunter 368 ungeförderte Stellen. Der Bestand an Stellenangeboten insgesamt lag zum Stichtag bei 2194.
Der Arbeitsmarkt im Hohenlohekreis
Im Landkreis Hohenlohe wurden im April 2746 Arbeitslose gezählt. Das sind 875 Menschen mehr als vor einem Jahr. 673 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 519 Menschen konnten aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden. Die Arbeitslosenquote liegt somit bei 4,6 Prozent und ist damit innerhalb eines Monats um 0,2 Prozentpunkte gestiegen.
Arbeitgeber haben 626 Stellenangebote, darunter 521 ungeförderte Stellenangebote, im April aufgegeben. Der Bestand an Stellenangeboten insgesamt lag zum Stichtag bei 626.
Die Hartz IV Eckwerte
Bei der ARGE SoziAl im Landkreis Schwäbisch Hall waren zum Stichtag 2026 Arbeits-lose registriert. Die Arbeitsagentur betreute im Haller Landkreis 2487 Arbeitslose.
Von den 2746 Arbeitslosen im Hohenlohekreis wurden 1246 von der ARGE im Hohenlohekreis betreut. Bei der Geschäftsstelle der Arbeitsagentur im Hohenlohekreis waren zum Stichtag im April 1500 Arbeitslose registriert.
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