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Heilbronn-Franken entdeckt seine Stärken im Bereich erneuerbare Energie – Pläne für Vorzeige-Solarpark.
Die Frage, warum Heilbronn-Franken bislang nicht als die Windkraft-Region wahrgenommen wurde, ist nicht leicht zu beantworten. „Man brauchte nur über Windkraft zu schreiben, schon gab es eine Bürgerinitiative dagegen“, sagt Stefan Gölz von der IHK in Heilbronn. „Es war vielleicht auch politisch nicht gewünscht“, sagt Michael Oechsner, beim Regionalverband zuständig für die Energieplanung.
Jetzt ist es erwünscht. Die Landesregierung hat das Ziel ausgegeben: 20 Prozent des Stroms soll 2020 aus erneuerbaren Quellen kommen. Dafür muss ein Umdenken stattfinden. Und es findet statt. Als eine der ersten Regionen im Land hat Heilbronn-Franken nun das Thema Freiflächen-Photovoltaik in Angriff genommen. Die ersten Anlagen stehen in Siegelsbach bei Bad Rappenau und in Rosengarten südlich von Schwäbisch Hall. Auch die IHK hat die Lage erkannt. Lange Jahre war sie nicht im Verdacht, erneuerbaren Energien zu viel Aufmerksamkeit zu schenken. Nun schlägt sie dem Planungsausschuss des Regionalverbands am 18. Mai vor, einen Vorzeige-Standort für die Photovoltaik auszuweisen. „Wir haben eine Reihe von erfolgreichen Unternehmen in der Region“, sagt Stefan Gölz. Es sei sinnvoll, für sie ein „mustergültiges Technologieschaufenster“ zu schaffen.
Investoren wichtig
Plötzlich geht es nicht mehr um die Bedenken, sondern um die Chancen – für die Herstellerfirmen, aber auch für die Vermarktung der regionalen Wirtschaft nach außen. Bei der Suche nach Investoren für Kleinkraftwerke könnte dies ein entscheidender Vorteil sein, sagt IHK-Experte Gölz. Und die Investitionen in saubere Kraftwerke sollen sich in den nächsten elf Jahren vervierfachen, sagt eine aktuelle Studie des Bundesverbands Erneuerbare Energien und der Deutschen Messe AG voraus. Eine Chance für die Zeit nach der Krise?
Dass man mit der neuen Technik schon heute Aufsehen erregen kann, hat gerade der Windkraftspezialist Voith Turbo Wind gezeigt. Die Firma erhielt auf der Hannover Messe den Hermes-Award, den weltweit höchstdotierten Technologiepreis. Und sie kommt aus Crailsheim und damit aus der Region mit den meisten Windkraftanlagen in Baden-Württemberg. Mehr als 100 Rotoren drehen sich hier. Darüber gesprochen wurde bisher nicht.
Auch die Solarstrombranche hat sich zwischen Neckar und Kocher fast heimlich entwickelt: Würth Solar in Schwäbisch Hall, Kaco New Energy in Neckarsulm, Solarwatt und Azurspace in Heilbronn, dazu viele Zulieferer aus dem Maschinenbau und Abnehmer aus dem Handwerk. Dass nicht zuletzt durch die Pionierarbeit bei Telefunken geballtes Know-how entstanden ist, wurde bisher noch nicht einmal in Stuttgart bemerkt. Bei einer Darstellung der Kompetenz-Cluster bei erneuerbaren Energien durch das Wirtschaftsministerium im vergangenen Jahr spielt die Region keine Rolle.
Know-how
Der Standort Heilbronn kann trotzdem noch mit dem Know-how punkten, das sich in den vergangenen 45 Jahren entwickelt hat. „Diese Geschichte könnte man natürlich stärker vermarkten“, sagt der Heilbronner Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach, der einem Vorzeige-Solarpark in der Region positiv gegenübersteht.
Mit den bevorstehenden Sitzungen im Regionalverband steht die Region damit vor einer Weichenstellung. „Der gesamte Komplex der erneuerbaren Energien wird zu einem Schwerpunkt unserer Arbeit“, sagt Verbandsdirektor Klaus Mandel. „Da geschieht etwas. Es ist jetzt alles in Bewegung.“
Das Wirtschaftsministerium hat gerade eine weitere Studie in Auftrag gegeben, die die Schwerpunkte der Photovoltaik in Baden-Württemberg untersuchen soll. Vielleicht wird Heilbronn-Franken dann nicht mehr ignoriert.
Quelle Heilbronner Stimme Wirtschafts Stimme von Christian Gleichauf vom 5. Mai 2009 www.stimme.de
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