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R. Stahl gut aufgestellt für die Krise
     
 
 

2.5.09

  Der Waldenburger Technologie-Konzern R. Stahl reagiert mit einer Vorwärtsstrategie auf die Wirtschaftskrise: Mit Innovationen und neuen Produkten wollen die Hohenloher ihre Zukunft absichern. Die Explosionsschutz-Experten haben im vergangenen Jahr den internationalen Vertrieb weiter ausgebaut und auch ihre Entwicklungsmannschaft aufgestockt.

Den weiteren Ausbau der Kapazitäten hat das Unternehmen jetzt zwar gestoppt, auch die Erweiterung der Waldenburger Konzernzentrale wird aufgeschoben. Auch achtet die Firma verstärkt auf die Ausgaben - etwa bei den Reisekosten. Dennoch blickt Vorstandschef Martin Schomaker vergleichsweise gelassen in die Zukunft, auch nach den Zahlen zum ersten Quartal, in dem die Hohenloher gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzrückgang um 4,2 Prozent auf 51,7 Millionen Euro und eine Halbierung des Ergebnisses verbucht haben. 

Noch sieht er „keine signifikante Abschwächung“, das Unternehmen befinde sich in einem „relativ ruhigen Fahrwasser“. Gleichwohl weiß er, dass „auch wir nicht ungeschoren davonkommen werden“. Er sieht sich aber in einer „starken Ausgangsposition“, was er unter anderem an der Eigenkapitalquote von derzeit 43 Prozent festmacht. Zum Vergleich: 2002, als das Unternehmen seine letzte große Krise durchmachen musste, hatte die Eigenkapitalquote nur 15 Prozent betragen. „Wir haben von damals gelernt, was wir anders machen wollen.“

Umsatzziel

Sein Umsatzziel für das vergangene Jahr hatte das Unternehmen mit 221 Millionen Euro noch knapp übertroffen, obwohl die Abkühlung der Konjunktur bereits begonnen hatte. Den Ergebnisrückgang im vergangenen Geschäftsjahr von 24,6 auf 18,5 Millionen Euro erklärt er im Wesentlichen mit einmaligen Sondereffekten. Über zwei Millionen Euro stammen aus Währungseffekten. Der Finanzmittelbestand des Unternehmens habe sich im vergangenen Jahr aber sogar um fünf Millionen auf 34,1 Millionen Euro erhöht. 

Am Ziel, den Umsatz auf 30 Millionen Euro zu steigern, hält das Unternehmen fest. Nicht mehr in 2011 sei dies allerdings erreichbar, sondern eben „mittelfristig“.  In Asien sieht Technik-Vorstand Peter Völker schon erste „Lichtsignale“ beim Auftragseingang, nachdem dort die Nachfrage schon früher weggebrochen war. In den USA war das Unternehmen im vergangenen Jahr noch deutlich gewachsen.  Auch bei den Kunden aus der Pharma-Branche und dem Tanker-Bau, der im Gegensatz zum Geschäft mit Containerfrachtern weiterhin gut laufe, vermelden die Hohenloher „Aktivitäten auf gutem Niveau“.

Prognose

Auf eine Umsatz- oder gar Ergebnisprognose für das laufende Jahr will sich Schomaker nicht festlegen: „Das wäre fahrlässig.“ Schließlich sei R. Stahl branchenbedingt ein „Spätzykliker“, den Konjunkturzyklen erst mit einer zehnmonatigen Verspätung treffen. Mit dem Betriebsrat hat er sich auch schon auf Modalitäten geeinigt, falls ein Sparkurs mit Kurzarbeit und unbezahlter Arbeitszeitverkürzung nötig werden sollte. Die Zeitkonten seien aber noch im Plus, und zwar so, dass solche Maßnahmen frühestes in einigen Monaten greifen würden. Im ersten Quartal hätten sich die Zeitkonten – trotz des rückläufigen Umsatzes – noch nicht reduziert, sagt der Vorstandschef.

Oberstes Ziel sei aber, die Stammbelegschaft zu erhalten. „Wir schätzen unsere Mitarbeiter genauso wie die Kunden und die Aktionäre.“ Die Firma wolle allerdings die „Flexibilität der Kapazitäten“ konsequent nützen. „Das schafft Spielraum für Umsatzrückgänge.“  Viele Wettbewerber, deutet Schomaker an, hätten auf Druck ihrer amerikanischen Muttergesellschaften bereits Stellen gestrichen. Er möchte die „Zeit des Umsatzrückgangs“ nutzen, um die internen Strukturen und Prozesse zu verbessern.

Obwohl die R-Stahl-Aktie im vergangenen Jahr deutlich an Wert verloren hat, herrscht bei den Hohenlohern „Ruhe an der Investorenfront“. 53 Prozent der Aktien sind nach wie vor im Besitz der Gründerfamilien, acht Prozent des Kapitals hält das Unternehmen selbst.

Quelle Heilbronner Stimme vom 30. April 2009 von Manfred Stockburger www.stimme.de

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