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Die weltweite Finanzmarktkrise hat sich auf den Heilbronner Immobilienmarkt bisher nicht negativ ausgewirkt.
Die Preise für Privathäuser oder Wohnungen sind weitgehend stabil. „Im Gegensatz zu Ländern wie USA, Großbritannien oder Spanien gab es bei uns in den Vorjahren nämlich keine Übertreibungen nach oben und deshalb auch keinen Preisverfall.“ Dies erklärte am Montag Baubürgermeister Wilfried Hajek bei der Vorlage des Heilbronner Immobilienmarktberichtes 2008.
Kaufverträge
Auch im laufenden Jahr sei die Zahl der Kaufverträge weiter im Steigen. „Offenbar haben die Leute Angst vor einer Inflation und flüchten sich in Sachwerte“, so der Geschäftsführer des städtischen Gutachterausschusses Claus Hornung. Anders als bei Börsenspekulationen könne beim Hauskauf „kaum etwas anbrennen“, so Hajek. „Da ist man auf der sicheren Seite.“
2008 ist die Zahl der Kaufverträge für Häuser und Grunstücke in Heilbronn gegenüber 2007 sogar um 7,1 Prozent gestiegen. Weil im Vorfeld des Saarlandstraßenausbaus überdurchschnittlich viele landwirtschaftliche Flächen zu Buche schlugen, ist der Gesamtumsatz gegenüber 2007 um 17 Prozent auf 268,8 Millionen Euro gesunken. Die Preise bei Wohnbauplätzen für Ein- bis Zweifamilienhäuser haben aber nur leicht nachgegeben, in guten Lagen legten sie leicht zu. Neubauwohnungen kosten sogar 1,7 Prozent mehr, gebrauchte sind um 2,8 Prozent günstiger als 2007, Ein- bis Dreifamilienhäuser um sechs Prozent.
Regelrechte Sprünge gab es bei den Bodenrichtwerten: nach oben, aber auch nach unten. In der Heilbronner Innenstadt haben die Top-Lagen um zehn bis 28 Prozent zugelegt, dagegen haben die Randlagen um bis zu zwölf Prozent verloren. So kostet der Quadratmeter bis zu 2820 Euro in 1a-Lagen wie der Fleiner Straße, während es an den 2b-Lagen nur 900 Euro sind. Rund um die Kilianskirche und in der südlichen Sülmer City, also im 1b-Bereich, liegt der Wert bei 1595 Euro, bei den angrenzenden 2a-Lagen bei 1065 Euro.
ECE-Effekt
Dass die Schere immer weiter auseinander geht, sei nicht zuletzt auf die neue ECE-Stadtgalerie zurückzuführen, sagte Hornung. Hier habe die Passantenfrequenz erheblich zugelegt. Grundlage der Wertermittlung sind in der City wegen des geringen Anteils an Hausverkäufen neben Passantenzahlen die Mieten, die zwischen 110 und 13 Euro pro Quadratmeter liegen. Nach oben gezogen werden die Preise vor allem durch Filialisten, die in die enge City drängen.
In den Stadtteilen sieht es anders aus. Hier haben die Quadratmeter- preise für Wohnbauland um rund zwei Prozent nachgelassen, in schlechten Lagen auch um fünf Prozent. So zahlt man in den Vororten heute 170 bis 385 Euro, in der Kernstadt 180 bis 450 Euro. Gewerbeflächen sind um zwei Prozent auf 60 bis 205 Euro gesunken.
Weinberge
Regelrechte Einbrüche hat die Landwirtschaft zu beklagen. Äcker, Wiesen und Wald verloren mit neun Prozent ebenso an Bodenwert wie Weinberge. So lag der Quadratmeterpreis am Wartberg zuletzt bei nur noch 17,30 Euro. Zuvor war er von 16,90 Euro im Jahr 1996 auf Spitzenwerte von 19,30 Euro (2006) geklettert. In Nordlagen zahlte man zuletzt nur 10,50 Euro, 1992 waren es noch 16,90 Euro.
Grundstücksmarktbericht
Ein unabhängiger Gutachterausschuss ermittelt jährlich die Immobilienwerte in Heilbronn. Dieser Grundstücksmarktbericht will vor allem Transparenz schaffen. Er richtet sich nicht nur an Branchenexperten, sondern auch an kaufinteressierte Bürger. Dasselbe gilt für die alle zwei Jahre aktualisierte Bodenrichtwertkarte. Beides kann man zum Preis von 25 und 15 Euro kaufen: beim städtischen Vermessungs- und Katasteramt Heilbronn, Cäcilienstraße 49, Zimmer B 2.32.1, Telefon 07131 / 56 2822, E-Mail: vermessung-service@stadt-heilbronn.de. Der Ausschuss erstellt auch auf Anfrage Gutachten
Quelle Heilbronner Stimme vom 19. Mai 2009 von Kilian Krauth www.stimme.de
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