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Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg, Neffe von Prinz Charles, hat den Traum vom „Green Castle“.
Prinz Charles ist bekannt für seinen Hang zum Grünen. Er schwimmt seit Jahren auf der Öko-Welle, beim Hohenloher Benefiz-Festival Rock for Nature im Sommer 2008 hat er von England aus seine Sympathie bekundet. Sein Neffe, Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg, muss von dieser inneren Haltung auch etwas abbekommen haben. Sein Traum: Eine Art „Green Castle“ in Hohenlohe, ein Schloss also, in dem das Erleben in und mit der Natur im Mittelpunkt steht. Die Fürstlichen Gartentage hat er erfolgreich am Markt platziert, der Waldklettergarten ist die zweite Erfolgsgeschichte. Weitere könnten folgen, doch eins nach dem anderen.
„Ich möchte mich hier nicht zum Ökostreber aufschwingen“, sagt Fürst Philipp. „Aber die selbst ernannte Genießerregion Hohenlohe bietet ideale Voraussetzungen, um gesunde Ernährung mit einer gesunden Landschaft zu kombinieren.“ Die Region habe „die höchste Dichte an Öko-Betrieben“ - warum soll sich deshalb auch nicht ein Schlossherr diesen hehren Zielen verschreiben.
Ideen Rund ums Schloss hat der Fürst einen Natur-Lehrpfad angelegt, „da kann man sehen, was alles in den Bäumen lebt und im Gemäuer“ - Turmfalken, Fledermäuse und manch anderes Getier. Er könnte sich gut vorstellen, sein Anwesen zu einem „Zentrum für Firmen zu entwickeln, die sich um das Thema naturnahe Lebensqualität kümmern“. Potenzielle Unternehmen will er dazu „gezielt ansprechen“.
Wo der Genuss wächst: Das wäre noch so ein sinniges Motto. Im Burggraben, so seine Idee, könnte man doch eine Küche einrichten, wo unter Anleitung eines guten Kochs Speisen gesund und naturnah angerichtet werden. „Kochen lernen im Schloss“, wäre das passende Label. Ebenfalls im Schloss unterkommen könnte ein „Anbieter für Naturreisen in Hohenlohe“, ein „Landschaftsarchitekt“ oder ein „Energieberater“. Erst jüngst hat der Fürst die Zentralheizung in Langenburg gegen eine Holzschnitzelheizung ausgetauscht. Bisher verbrauchte er 100 000 Liter Öl im Jahr, jetzt sind es 4000 Festmeter Holz - zum Teil aus dem eigenen Wald. Und damit ökologisch korrekt. Die Zentralheizung verrichtete seit 1963 ihre Dienste. Sie fraß viel Energie - und Geld. Denn ein Schloss zu heizen, ist aufwendig. 976 Meter Rohre: Die müssen erstmal warm werden.
Öffnung
Kein Fürst in Hohenlohe öffnet sein Schloss so offensiv wie Philipp. Natürlich steckt dahinter nicht nur Idealismus, sondern auch ein ganz nüchternes geschäftliches Interesse. Denn ein solch stattliches Anwesen zu erhalten, ist teuer. Und jedes neue Angebot, jeder neue Mieter bringt gutes Geld in die Kasse. Dabei verfolgt der Fürst weniger den klassischen Schloss-Tourismus früherer Tage. Er findet: Das ist out. Vielmehr müsse das Schloss ein Mehrwert bieten, sozusagen die Kulisse für weiterreichende Freizeitmöglichkeiten und Unternehmensansiedlungen.
Schlossführungen seien ja schön und gut. „Aber das ist immer ein Spagat zwischen Öffnen und den Folgekosten.“ Wenn 40 Besucher bei Regen durch den Salon schlappen, „sind die Reinigungskosten höher als die Einnahmen aus dem Eintritt“.
Boom
Während die Besucherzahlen in den Museen sinken, boomen der Waldkletterpark und die Fürstlichen Gartentage. „Wir hatten im ersten Jahr 16 000 Gäste, 12 000 waren unser Ziel“, läuft der Kletterpark blendend. 400 000 Euro wurden investiert, die laufenden Kosten liegen bei 120 000 Euro im Jahr.
Die Fürstlichen Gartentage sind erneut ausgebucht, 150 Aussteller kommen vom 4. bis 6. September zur größten Messe dieser Art in Baden-Württemberg, die mit 10 000 Besuchern begonnen hat und jetzt bis zu 30 000 Leute anlockt. Das diesjährige Thema lautet - wie könnte es anders sein: naturnah.
Quelle Heilbronner Stimme vom 22. Juni 2009 von Ralf Reichert www.stimme.de
Foto Quelle Heilbronner Stimme
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