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Ein mittelständischer Betrieb, der Arbeitsplätze aufstockt, statt abzubauen. 60 Jahre Wirthwein: Innovativkraft, Qualität, Verlässlichkeit.
Ein mittelständischer Betrieb, der Arbeitsplätze aufstockt, statt abzubauen. Das ist in Zeiten der Krise außergewöhnlich. Das findet auch in Stuttgart Anerkennung: Ministerpräsident Günther Oettinger war am Samstag nach Creglingen gekommen, um zum 60-jährigen Bestehen der Firma Wirthwein die Festrede zu halten.
Was ist es nur, das Erfolgsgeheimnis der in sechs Jahrzehnten vom Kellerkind zum Global Player gewachsenen Wirthwein AG? Die Festredner waren sich einig: Es ist der innovative Unternehmergeist mit Gespür für Marktentwicklung und Zukunft, der dazu beiträgt, dass Wirthwein selbst in der Krise noch Wachstumsraten vorweisen kann; es sind Verlässlichkeit und Qualität, auf denen jahrzehntelange Partnerschaften mit Kunden wachsen; es ist die auf inzwischen sechs Säulen ruhende Diversifizierung mit den Bereichen Automotive, Bahn, Elektro, Hausgeräte, Medizin und Inneneinrichtung, die auch in hohem Wellengang Balance ermöglicht.
Sie alle machen das Unternehmen zum "hidden Champion" und "Joker im Standortpoker", wie es Staatsminister Wolfgang Reinhart in seinem Grußwort formulierte. Es ist, ergänzte der Aufsichtsratsvorsitzende Walter Jäger, in hohem Maß auch die Tradition des Familienbetriebes, die Wirthwein nach weiteren 140 Jahren durchaus zum Anwärter auf die Mitgliedschaft im exklusiven Club der "Henochier" machen könnte, in dem die jüngsten Mitglieder bereits auf 200 Jahre eigentümergeführte Betriebsgeschichte verweisen können. Die tun, was Wirthwein tut: arbeiten und planen, nachhaltig, richten ihre Firmenpolitik nicht auf Quartalsberichte aus, verlieren nicht den Draht zu Kunden und Belegschaft, sind innovativ, verantwortungsbewusst, verlässlich.
Auch Ministerpräsident Günther Oettinger schätzt den Ideenreichtum, die Flexibilität und auch die Standorttreue des vor sechs Jahrzehnten in einem Creglinger Keller gegründeten Unternehmens. Das Land müsse sich stark machen für diese Kultur des eigentümergetragenen Mittelstandes, des Familienunternehmens - besonders angesichts der aktuellen Krise, die Baden-Württemberg besonders hart zu treffen drohe. Er warnte: Darauf sei man nur unzureichend vorbereitet, denn trotz sinkender Einnahmen in Kommunen, Kreisen und Ländern seien die Ansprüche und Aufgaben - etwa Schulen, Kindergärten und Straßenbau - unverändert hoch. Schon ohne Krise stelle die steigende Produktivität der Beschäftigten einen Zwang zum Wachstum dar. Man sei also darauf angewiesen, dass nach der Schrumpfung das alte Wachstum wiederkehre - und das brauche im rohstoffarmen Land als unabdingbare Voraussetzung Bildung. Oettinger setzt auf "Verstand, Wissen und Herz der nächsten Generation" und ist froh, dass sich die Wirtschaft im Bildungssektor zunehmend als Partner von Land und Kommunen einbringt.
Bei der vom langjährigen Heilbronner SWR4-Studioleiter Lutz Wagner moderierten Talkrunde kamen mit dem brandenburgischen Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns und seinem ehemaligen niedersächsischen Amtskollegen Walter Hirche zwei weitere Landesvertreter zu Wort. Junghanns kennt Wirthwein als tatkräftigen Unternehmer, der sich früh und nicht aus Treuhand-Beständen in Brandenburg engagierte. Noch mit Panzern sei dort die Baustelle freigeräumt worden. Dass Udo Wirthwein nicht lange Worte macht, erlebte Hirche bei einem gemeinsamen China-Besuch: Da präsentierte Wirthwein kurzerhand aus der Aktentasche einige Beispiele aus der Produktpalette.
Thomas Philippiak, Präsident der IHK Heilbronn-Franken, zeigt sich angesichts der Innovationskraft und Standorttreue der vielen Betriebe, die aus der strukturschwachen Raumschaft heraus Qualität mit Weltruf schaffen, optimistisch. Unter diesen gehöre Wirthwein zu den "Leuchtturmunternehmen", schloss Landrat Reinhard Frank an. Auch persönlich erlebt er Udo Wirthwein als mitreißend: Wenn der einen anstrahle, kräftige Unterstützung für die Creglinger Herrgottskirche zusage und mit fröhlichster Mine vom Kreis gleiches einfordere, dann könne man doch schlicht nicht nein sagen.
Dass Udo Wirthwein sich für den Riemenschneideraltar und die Herrgottskirche stark macht, leuchtet Creglingens Bürgermeister Hartmut Holzwarth ohne weiteres ein. Die Verbindung habe Wurzeln schon in der Kindheit, erläuterte er: als Sechsjähriger habe Udo Wirthwein beim Umzug zum 600-Jahr-Stadtjubiläum an der Hand seines Vaters als Riemenschneiders Sohn teilgenommen.
Edmund Brenner hat als Sparkassendirektor manchen Innovations- und Expansionschritt der Wirthwein AG begleitet und ist der Firma als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender verbunden. Der ehemalige Banker würde Wirthwein jederzeit beste Bonität und einwandfreie finanzielle Verhältnisse bescheinigen. Otto Kaulbersch, technischer Leiter und Prokurist der Wirthwein-AG, führt den Erfolg auf genaueste Qualitätskontrolle und perfekt im Haus sowie extern aus- und fortgebildete Mitarbeiter zurück.
Die beiden Wirtschaftsminister formulierten auch ihren Anspruch an die Politik: Die müsse den Raum bieten, in dem findige Unternehmer wie Wirthwein Freude am Schaffen finden.
Quelle Fränkische Nachrichten vom 29. Juni 2009 von Inge Braune www.fnweb.de
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