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Die Weberei Pahl in Külsheim schafft es seit über 75 Jahren sich mit Qualität und Innovation am Markt zu behaupten.
Textilproduktion ist in Deutschland zu einer Rarität geworden. Die Weberei Pahl in Külsheim hat es allerdings geschafft, sich als einer der renommiertesten Objektausstatter rund um Wäsche und Betten zu etablieren. Alles begann im April 1933, als Firmengründer Hugo Pahl aus einer abgebrannten Fabrik einige Webstühle kaufen konnte, mit denen er im elterlichen Anwesen in Külsheim die Produktion von Wäschestücken aufnahm. Aus dem Ein-Mann-Betrieb wurde inzwischen ein Unternehmen mit 43 Mitarbeitern, das pro Jahr alleine über 1,5 Millionen Handtücher und 500 000 Garnituren Bettwäsche herstellt.
Doppelstrategie
Dabei setzen die geschäftsführenden Gesellschafter Benno Schell und Dr. Thomas Lippert auf eine Doppelstrategie. ”Wir haben bei der Produktion eine Kombination aus Deutschland und der Türkei“, verrät Schell. Gewebt wird in der Türkei, die wertschöpfenden Abläufe wie Näherei und Zuschnitt laufen aber in Külsheim.
Dabei setzt Pahl auf langjährige Mitarbeiter, die im Betrieb eingelernt werden. ”Wir haben dabei ein sehr hohes Niveau und sind stolz auf unsere Belegschaft“, sagt Lippert. Beliebt als Arbeitgeber ist die Weberei speziell bei Frauen, deren Anteil aktuell bei rund 70 Prozent liegt.
Weitsicht
Wolfgang Pahl, dem Vorgänger der beiden jetzigen Geschäftsführer, war dabei schon vor über 20 Jahren die Verbindung von Familie und Beruf besonders wichtig. So führte er flexible Arbeitszeiten ein und erleichterte den Frauen den Wiedereinstieg nach der Babypause. ”Was jetzt bei den großen Unternehmen allmählich greift, ist bei uns schon seit Jahrzehnten Praxis“, unterstreicht Schell hörbar stolz.
Volle Auftragsbücher
Über mangelnde Aufträge könne man sich nicht beschweren. ”Im vergangenen Jahr haben wir im Schnitt pro Woche ein neues Altenheim komplett mit Wäsche, Matratzen und Bettzeug ausgestattet“, sagt Schell. Zu den Kunden gehört auch eine große Hotelkette, die ihre komplette Tischwäsche aus Külsheim bezieht. Von der Wirtschaftskrise, die fast alle Branchen erfasst hat, spüre Pahl bisher ”Gott sei Dank“ nichts. Das führt der Geschäftsführer auch auf die Flexibilität und Innovationsfreudigkeit der Weberei zurück.
Hightech
Als Beispiel nennt er ein im Hause umgesetztes System, bei dem für einen Kunden über 80 000 Wäschestücke mit RFID-Mikrochips ausgestattet wurden.
Damit soll dem Schwund, wie etwa in Kliniken, begegnet werden. ”Mit den Mikrochips und einem Scanner lässt sich viel besser erfassen, wo welche Stücke gerade lagern oder wie lange sie in Gebrauch sind“, konkretisiert Schell. Somit können Kliniken unter dem Strich Geld sparen, weil die Wäschelogistik stark vereinfacht wird. Neben den Großkunden setzt das Unternehmen aber auch auf den Einzelhandel und hier speziell auf den Fabrikverkauf. Benno Schell: “Das ist absolut auf die regionale Kundschaft zugeschnitten.“ Doch nicht nur für die. Um Bettwäsche, Handtücher oder auch Matratzen einzukaufen, fahren Kunden nach seinen Angaben teilweise über 100 Kilometer ins Tauberfränkische.
Quelle wnews der IHK Heilbronn-Franken Ausgabe Juli 2009 von Ralph Bauer http://www.heilbronn.ihk.de/News/wnews/default.htm
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