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„Jeder von Euch hat eine Chance, eine solide Ausbildung zu bekommen, wenn Ihr selbst zielgerichtetes Engagement und charmante Eigeninitiative zeigt!“ begrüßte der aktive Unternehmer Günter Strecker die rund 80 interessierten Siebtklässler der Fritz-Ulrich-Schule, Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, in Heilbronn-Böckingen.
Gemeinsam mit der Rektorin Christiane Ziemer, Konrektor Rüdiger Rüder sowie weiteren Lehrern nahmen die Schüler am 02. Juli 2009 ab 14.00 Uhr an dem Aktiv-Workshop teil. Währenddessen ihre Mitschüler hitzefrei hatten, erfuhren sie von den engagierten Böckinger Unternehmern Thomas Randecker, Geschäftsführer randecker & westiner Elektrotechnik GmbH & Co. KG, und Günter Strecker, Geschäftsführer GS Gestelltechnik GmbH, welche (An-) Forderungen an ein Praktikum und eine Ausbildungsstelle in einem Handwerksbetrieb an die Jugendlichen gestellt werden. „Wenn Ihr Euch sympathisch und hartnäckig bei dem Betrieb Eurer Wahl bewerbt, dann könnt Ihr sogar ein nicht so gutes Zeugnis wettmachen. Dennoch aber solltet ihr mindestens Durchschnittsnoten, also befriedigend, vorweisen können.“ betonte Thomas Randecker, der ebenfalls Vorsitzender des Gewerbe- und Handelsvereins Heilbronn-Böckingen ist. An vielen Kontaktpunkten wie Lehrstellenbörsen, Mitgliederlisten von Innungen oder in der KURS-Datenbank des Arbeitsamtes könne man Informationen über offene Stellen erfahren. Günter Strecker forderte die jungen Leute auf, selbst beim Betrieb vorzusprechen – und nicht die Eltern anrufen zu lassen. Er berichtete, wie er selbst „nur“ den Hauptschulabschluss gemacht und sich dann Schritt für Schritt sein eigenes Unternehmen aufgebaut habe. So ermutigte der Selfmademan die Schüler an sich zu glauben und aktiv zu werden.
Schüler und Unternehmer erarbeiten gemeinsam, welche Handwerksberufe beim Hausbau gebraucht werden. Ein verblüffendes Ergebnis: 42 Handwerksberufe vom Bauzeichner, Maurer, Zimmermann bis zum Stuckateur standen nachher auf der Tafel. Die Böckinger Unternehmer ermutigten vor allem auch die Mädchen, für Handwerksberufe offen zu sein und bei der Berufswahl nicht in typische, tradierte Muster zu verfallen. Oftmals sei im Handwerk nicht die Muskelmasse entscheidend, sondert die innovative und kreative Denke.
Nach beinahe drei Stunden endete der Workshop, der als Auftaktveranstaltung einer neuen Kooperation bezeichnet werden kann. Begonnen hatte alles während des Symposiums „Schule und Arbeitsmarktchancen“ organisiert vom Wirtschaftsrat Deutschland, Sektion Heilbronn, am 10. März 2009. Günter Strecker, selbst Mitglied des Wirtschaftsrat-Vorstandes der Sektion Heilbronn, kritisierte, dass örtliche Betriebe zu wenig Kontakt haben zu den nahe gelegenen Schulen; im speziellen Fall das Gewerbegebiet Böckingen-West mit der Fritz-Ulrich-Schule. Das griff Martina Fuß, Inhaberin der Marketingagentur TORRES & FUß, Heilbronn-Böckingen, auf. Sie stellte umgehend den Kontakt her zwischen dem rührigen Unternehmer und dem sehr engagierten Lehrer Bernd Auer. Der Fach- und Werklehrer kontaktierte am 25. März 2009 den Betrieb, am 24. April 2009 kam es zum ersten Treffen in großer Runde. Schulleitung und Gewerbe- und Handelsverein Heilbronn-Böckingen beschlossen eine Kooperation, um die Jugendlichen – gemäß dem Motto „Es gibt für jeden mindestens eine Alternative zu Hartz IV“ – praxisnah und Mut machend an ihre berufliche Zukunft heranzuführen.
Bereits in der Sitzung vom 15. Mai 2009 legte das neue Team den Termin für obigen Schulworkshop fest. Noch bis Jahresende sollen zehn bis zwölf Schüler Betriebserkundungen machen. Zur weiteren Kooperation haben 70 – 80 Böckinger Betriebe ihr Interesse bekundet.
Das Projekt ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie durch Eigeninitiative ein kleiner Stein eine ganze Lawine auslösen kann – zum Wohle unserer Kinder, unserer Zukunft.
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