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Die Deponiearbeiten für die Landebahn-Verlängerung am Flugplatz Niederstetten beginnen bereits im Herbst.
Die Zukunft des Verkehrslandeplatzes beschäftigt den Niederstettener Gemeinderat seit Jahren. Bei zwei Enthaltungen stimmte jetzt das Gremium einem schnellen Baubeginn zur Runwayverlängerung zu. Flugplatz-Geschäftsführer Herbert Lill hatte zuvor eine ausführliche Sitzungsvorlage erarbeitet und dabei schlaglichtartig die Entwicklung aufgezeigt.
Nachdem man bei der Klausurtagung im Dezember 2007 bei fehlenden Garantien zur Verlustabdeckung ernsthaft die Betriebseinstellung ins Auge gefasst hatte, machte sich Niederstetten engagiert auf die Suche nach Zuschüssen. Die sind zwischenzeitlich durch den Schulterschluss der Flugplatz Niederstetten Gmbh mit der regionalen Wirtschaft, kommunalen Körperschaften, Kommunen und Land gesichert, so dass dem Baubeginn nichts mehr im Weg steht.
Für 1,7 Millionen Euro stehen ebm-papst, Wittenstein, Würth, Lidl und IHK gerade, Main-Tauber-Kreis, Hohenlohekreis und die Kommunen Bad Mergentheim, Creglingen, Igersheim, Mulfingen, Niederstetten und Schrozberg schultern 1,45 Millionen Euro Zuschüsse; das Land sicherte die sofortige Bereitstellung von einer Million Euro zu, die Flugplatz Niederstetten GmbH trägt knapp 0,4 Millionen. Eine Allianz wie diese sei schwerlich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu erreichen, so Niederstettens Bürgermeister Zibold, der auch den persönlichen Einsatz von Staatsminister Wolfgang Reinhart würdigte.
"Wenn nicht jetzt, dann nie," ermunterte Zibold. Nun soll es losgehen. Spätestens im Oktober will man mit den Deponiearbeiten für die Landebahn-Verlängerung beginnen.
Die rund 150 000 Kubikmeter Auffüllmaterial sollen bis Mai 2010 eingebaut sein, um anschließend mit dem Runwaybau zu starten. Dieser Bauabschnitt soll parallel mit der Komplettsanierung der Start- und Landebahn des Heeresflugplatzes erfolgen, um den Belag sowohl im militärischen Teil als auch im Anbauteil in einem Zug aufbringen zu können.
Die zeitlich genaue Abstimmung zwischen den Bauarbeiten auf dem militärischen und zivilen Flugplatzteil schafft kostendämpfende Synergien, so dass die Chancen durchaus gut stehen, die derzeit angenommenen Baukosten in Höhe von 4,54 Millionen Euro zu unterschreiten. Zum Vorteil aller Beteiligten, denn eventuelle Einsparungen würden entsprechend der prozentualen Einlagen aufgeteilt.
Ein Großvorhaben wie dieses will gut erwogen werden. Deshalb hatte die Verwaltung Thomas Mayer, seit Jahren für Niederstetten Ansprechpartner für Flugplatzangelegenheiten beim Regierungspräsidium, inzwischen Geschäftsführer der Interessengemeinschaft deutscher Regionalflughäfen IDRF, eingeladen. Schon 1998 habe das Regierungspräsidium die Stadt aufgefordert, über den Ausbau des Verkehrslandeplatzes nachzudenken, erinnerte Mayer. Er bezeichnete das Niederstettener Konzept als "absolut vorbildlich" und betonte die immens hohe Wichtigkeit von Regionalflughäfen auch auf dem Land.
Der geschäftlich veranlasste Flugverkehr wachse ständig. Selbst das Flughafenkonzept der Bundesregierung erwähne erstmals überhaupt die regionalen Landeplätze. Mayers Kommentar dazu: "So viel Unterstützung vom Bund gab's noch nie." Eine echte Konkurrenz für Niederstetten sieht Mayer in den Landeplätzen Schwäbisch Hall und Giebelstadt nicht. Einen weiteren Standortvorteil nannte der Bürgermeister: Die Kooperation mit der Bundeswehr ermöglicht "äußerst wirtschaftlichen Betrieb zum beiderseitigen Vorteil."
Niederstetten ist und bleibt Besitzer des Landesplatzes und der entsprechenden luftrechtlichen Genehmigungen. Über die Flugplatz Niederstetten GmbH - die Stadt Niederstetten ist Alleingesellschafterin - wird der Platz komplett an die noch zu gründende Betreiber GmbH, eine ebm papst-Tochter, verpachtet, so dass der Stadt keine Unterhaltungskosten für den Betrieb mehr entstehen.
Detaillierte Nachfragen an den Luftfahrtexperten belegten, dass sich das Gremium wirklich intensiv ins Thema Landebahnverlängerung eingearbeitet hat. Um bei gegebenenfalls erforderlichen kurzfristigen Entscheidungen dann auch rasch handeln zu können, wurden Bürgermeister Rüdiger Zibold und seine drei Stellvertreter schließlich zur Auftragsvergabe ermächtigt.
Quelle Fränkische Nachrichten von Inge Braune vom 17. Juli 2009 www.fnweb.de
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