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Hochkomplexe Werkzeuge mit einer Präzision von 3 – 5 μm und ein Fertigungsvolumen von mehr als 200 Mio. realisiert das Unternehmen jedes Jahr.
Sie sind schon ganz weit oben gewesen: Für die europäische Trägerrakete Ariane 5 hat die KWO Kunststoffteile GmbH in Offenau eine Staubschutzkappe entwickelt, bei einigen Flugzeugreihen von Airbus sind ebenfalls Komponenten aus Offenau an Bord. In erster Linie produziert KWO allerdings für die Automobilbranche. Um die starke Abhängigkeit zu lockern, plant das Unternehmen jedoch, andere Geschäftsfelder auszubauen.
Laut Geschäftsführer Matthias Wendler soll vor allem der Konsumentenbereich gestärkt werden. In der Kaffeemaschine Tassimo von Bosch etwa stammt das Aufstecksystem - Piercer genannt - bereits aus Offenau. „Wir wollen in diesem Geschäftsfeld weiter wachsen“, gibt Wendler die Richtung vor. Ein weiteres Standbein soll in der Medizintechnik entstehen.
Bisher hat das 150 Mann starke Unternehmen noch gut 80 Prozent des zuletzt 16 Millionen Euro schweren Umsatzes im Bereich Automobil erwirtschaftet. Unter anderem BMW, Audi, VW, Peugeot und deren Zulieferer gehören zu den Kunden des Kunststoffspezialisten. Die Offenauer stellen Komponenten zum Beispiel für Fernbedienungen von Klimaanlagen her. Vor allem Autos aus dem Premiumsegment sind mit Kunststoffteilen des Unternehmens bestückt.
Was in den vergangenen Jahren dank eines Booms in der Automobilbranche noch Umsatzzuwächse von durchschnittlich 30 Prozent im Jahr ermöglicht hat, ist in der Wirtschaftskrise jedoch zum Problem geworden. Die gesunkene Nachfrage besonders nach großen Fahrzeugen sorgte bei den Offenauern zu Jahresbeginn für einen Umsatzeinbruch von gut 50 Prozent.
Inzwischen scheint die Talsohle aber durchschritten. Auch dank der Neuorientierung liegt das Minus aktuell bei knapp 20 Prozent. Geschäftsführer Wendler ist „zuversichtlich, dass es bald wieder bergauf geht“. Zurückgestellte Investitionen - wie der Bau einer rund 2000 Quadratmeter großen Produktions- und Lagerhalle in Offenau - sollen „so schnell es geht“ in Angriff genommen werden.
Kometenhafte Aufstiege wie in der Ariane oder bei Airbus werden aber wohl die Ausnahme bleiben. Sowohl bildlich als auch faktisch: Denn mit Wachstumssprüngen rechnet Wendler in nächster Zeit nicht. Und zum Kerngeschäft werden Luft- und Raumfahrt auch künftig nicht gehören, so Wendler. „Aber es ist schön, solche außergewöhnlichen Aufträge zu haben.“
Quelle Heilbronner Stimme vom 28. Juli 2009 wet www.stimme.de
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