Die Zahl der Arbeitslosen in der Region ist im Juli gegenüber dem Vormonat gestiegen. In den vergangenen Jahren war die Arbeitslosenquote in diesem Zeitraum saisonbedingt immer gesunken. Im Bereich der Arbeitsagentur Schwäbisch Hall stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Juli des vergangenen Jahres um über 50 Prozent an. Vor allem Beschäftigte unter 25 Jahren verloren ihre Arbeit. Trotzdem liegt die Arbeitslosenquote wie im Bereich Main-Tauber-Kreis noch unter dem Landesdurchschnitt von 5,2. Im Bezirk Heilbronn liegt sie dagegen mit 5,9 deutlich darüber.
(Quelle SWR 4, 30. Juli 2009)
Agentur für Arbeit Heilbronn –
Stadt- und Landkreis Heilbronn
Erholung auf dem Arbeitsmarkt bleibt aus
Anders als in den Jahren zuvor stieg die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Arbeitsagentur Heilbronn im Juli an. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen erhöhte sich die Arbeitslosenquote von 5,7 im Juni auf 5,9 Prozent.
Insgesamt waren Ende Juli 14.145 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Im Juni waren es noch 343 Personen weniger gewesen. In den Vorjahren hatte sich der Arbeitsmarkt im Juli stets erholt. So sank von Juni auf Juli 2008 die Quote von 4,2 auf 4,1 Prozent. Damals lag die Zahl der Arbeitslosen noch bei 9.770 Personen und somit um 4.375 niedriger als heute.
Die Arbeitslosigkeit ist jung und männlich
Zum Teil bildet sich die hohe Zunahme der Arbeitslosigkeit in den Zahlen einzelner Personengruppen ab.
So sind hauptsächlich jüngere Arbeitnehmer unter 25 Jahren von der Arbeitslosigkeit betroffen. Eine Ursache hierfür ist, dass viele von ihnen nach Abschluss der Ausbildung von ihren Betrieben nicht übernommen werden. Im Juli waren 1.840 junge Menschen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Zunahme von 91,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von den 1.840 jungen Arbeitslosen hatten 1.009 eine abgeschlossene Berufausbildung.
„Nach wie vor bereitet uns die sehr hohe Arbeitslosigkeit junger Menschen große Sorgen. Wir hoffen, dass mehr Betriebe von den neuen Regelungen zur Kurzarbeit Gebrauch machen, um die gerade ausgebildeten Kräfte zu übernehmen.“ sagt Martin Diepgen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Heilbronn.
Ebenso sind Männer von Arbeitslosigkeit stark betroffen. In diesem Monat ist die Zahl der arbeitslosen Männer auf 7.616 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind damit 3.211 mehr arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Steigerung von 72,9 Prozent. Die Arbeitslosigkeit von Frauen hat im gleichen Zeitraum um 21,7 Prozent zugenommen und liegt bei 6.529. Das sind 1.164 mehr als im Vorjahr.
Zahl der Langzeitarbeitslosen steigt
Im Gegensatz zu den Vorjahren, in denen Zahl der Langzeitarbeitslosen deutlich zurückging, steigt sie zwischenzeitlich wieder an.
Gab es im Juni noch 3.001 Langzeitarbeitslose, so sind es im Juli bereits 3.025. Dies sind zwar 8,4 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Allerdings nahm die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Juli 2008 gegenüber dem Vormonat um 142 Personen ab und betrug damals 3.304.
Eine Ursache für den derzeitigen Anstieg ist, dass es aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise für die Arbeitsvermittler immer schwieriger wird, Langzeitarbeitslose auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich leicht erhöht. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Heilbronn waren im Juli 2.494 Stellenangebote registriert, gegenüber Juni ist das ein Plus von 91. Allerdings sind es im Vergleich zum Vorjahr 2.277 Stellen weniger.
Nach wie vor sind Fachkräfte in Fertigungsberufen, Verkehrsberufen, Sozialpflegerischen Berufen sowie Waren- und Dienstleistungskaufleute gefragt, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau als noch vor einem Jahr.
Anzeigen für Kurzarbeit rückläufig
Bei der angezeigten Kurzarbeit ist ein Rückgang zu verzeichnen. Im Juni haben 135 Betriebe Kurzarbeit für 1.751 Beschäftigte angezeigt. Das sind deutlich weniger als noch im Mai (249 Betrieben für 4.537 Arbeitnehmer). Endgültige Zahlen für die Monate April bis Juni über den tatsächlichen Bestand an Kurzarbeitern liegen frühestens im September vor. Die Betriebe reichen nämlich erst nach Quartalsende ihre Meldungen über die geleistete Kurzarbeit bei den Arbeitsagenturen ein.
Agentur für Arbeit Tauberbischofsheim –
Main-Tauber-Kreis
Arbeitslosenzahlen bleibt unverändert
Arbeitslosenquote liegt auch im Juli bei 5,1 Prozent
Im Juli blieb die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Tauberbischofsheimer Arbeitsagentur im Vergleich zum Juni weitgehend unverändert. Wie im Vormonat liegt die Quote bei 5,1 Prozent.
Mit diesem Wert liegt die Agentur im Vergleich zu den anderen 23 Agenturen in Baden- Württemberg im Mittelfeld. Die landesweite durchschnittliche Quote liegt bei 5,2 Prozent.
Zum statistischen Zähltag waren in der Tauberbischofsheimer Agentur 7.547 Menschen arbeitslos gemeldet.
In Baden- Württemberg waren insgesamt 293.010 Frauen und Männer gemeldet.
Kreise
Im Main-Tauber-Kreis blieb die Quote unverändert bei 4,7 Prozent. In der Hauptagentur Tauberbischofsheim sank die Quote um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent. Mit 1.215 Arbeitslosen verzeichnete sie die niedrigste Quote im Main-Tauber-Kreis. In der Geschäftsstelle Bad Mergentheim waren 1.067 Menschen (Quote unverändert bei 4,5 Prozent) arbeitslos gemeldet, in Wertheim 1.106. Dort ist die Quote um 0,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent gestiegen.
Auch im Neckar-Odenwald-Kreis blieb die Quote unverändert bei 5,4 Prozent. In der Geschäftsstelle Mosbach sind bei einer gleichbleibenden Quote von 5,2 Prozent 2.185 Menschen arbeitslos gemeldet. In Buchen bei einer Quote von 5,6 Prozent ( Plus von 0,1 Prozentpunkte zum Vormonat) 1.974 Menschen.
„Im Juli hat sich der Arbeitsmarkt auf dem Stand des Vormonats stabilisiert“, so Stefan Beil, Leiter der Tauberbischofsheimer Arbeitagentur. „Dazu hat auch das Kurzarbeitergeld beigetragen, mit dem die Arbeitgeber die Auftragsschwäche überbrücken können. Dennoch rechne ich nicht damit, dass die Arbeitslosenzahlen in den nächsten Monaten sinken werden“, so Beil.
Trotz der weiter angespannten Wirtschaftslage empfiehlt der Agenturleiter den Unternehmen in der Region, in ihrer Ausbildungsbereitschaft nicht nachzulassen. „Denn wenn die Unternehmen weniger ausbilden, werden die Fachkräfte nach der Krise fehlen“.
Auch bei gleichbleibender Arbeitslosenquote herrscht auf dem Arbeitsmarkt kein Stillstand. Dies zeigen die Zu- und Abgangszahlen sowohl auf Bewerber- als auch auf der Stellenseite:
Bewerber
1.625 Personen haben sich insgesamt neu arbeitslos gemeldet. 1.626 Personen beendeten ihre Arbeitslosigkeit.
Der Personenkreis, der am meisten von Arbeitslosigkeit betroffen ist, ist mit 29,0 Prozent die Gruppe der über 50 Jährigen, gefolgt von den Langzeitarbeitssuchenden mit 26,8 Prozent.
Stellen
673 ungeförderte Stellenangebote, das sind Stellen ohne staatliche Förderung, wurden den Mitarbeitern des Arbeitsgeberservice neu gemeldet. Somit gingen 135 Stellenangebote mehr ein als im Juni. 643 Angebote konnten abgeschlossen werden, dies sind 90 mehr als im Vormonat.
Die Zahl der zu besetzenden Arbeitsstellen insgesamt hat sich im Vergleich zum Juni 2009 leicht erhöht: Der Bestand an offenen Stellen lag im Juli bei 1.224 (im Juni 1.193), davon entfielen auf den Main-Tauber-Kreis 804 und auf den Neckar Odenwald-Kreis 420 Stellen.
Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall –
Hohenlohekreis und Landkreis Schwäbisch Hall
Weniger Stellenangebote
Arbeitslosenquote jetzt bei 4,6 Prozent
Im Juli ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Haller Arbeitsagentur (Landkreis Schwäbisch Hall und Hohenlohekreis) im Vergleich zum Juni um 103 Personen angestiegen. Zum Stichtag im Juli 2009 waren 7369 Arbeitslose registriert. Im Vergleich zum Juli 2008 ist die Arbeitslosigkeit um über 50 Prozent angestiegen.
Der Anteil der Jüngeren (unter 25 Jahren) an allen Arbeitslosen hat sich innerhalb eines Jahres um 2 Prozent erhöht und liegt aktuell bei 15,1 Prozent. Den gleichen Anteil haben ältere Arbeitslose ab 55 bis unter 65 Jahren (15 Prozent).
Die Arbeitslosenquote, also der Anteil der Arbeitslosen an allen zivilen Erwerbspersonen, ist von Juni auf Juli um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Sie liegt damit bei 4,6 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 3,1 Prozent. Landesweit liegt Schwäbisch Hall hinter Ravensburg (3,8) auf Platz 2. Der Landesdurchschnitt liegt bei 5,2 Prozent.
Ein Blick auf die Zu- und Abgangsdaten zeigt die große Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. 1964 Menschen haben sich neu arbeitslos gemeldet und 1853 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit entweder durch Abmeldung bzw. Aufnahme einer Arbeit beenden oder durch Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme unterbrechen.
Die Arbeitskräftenachfrage insgesamt ist im Vergleich zum Vorjahr um über 48 Prozent zurückgegangen. 2245 Stellenangebote - darunter 1398 ungeförderte Stellenangebote - sind zum Stichtag im Juli im Bestand.
Auf dem Ausbildungsmarkt ist jetzt noch keine endgültige Bilanz möglich, denn das statistische Ausbildungsjahr läuft - entsprechend dem üblichen Ausbildungsbeginn – von Oktober 08 bis September 09. Bei der Berufsberatung der Haller Arbeitsagentur meldeten sich seit Oktober 2008 2346 Bewerber für eine Ausbildungsstelle – das sind 320 Jugendliche weniger als bis zum Juli 2008. Im gleichen Zeitraum kamen von den Betrieben und Verwaltungen 2293 Angebote für Ausbildungsstellen; das sind 566 Angebote weniger als im Vorjahr. In diesem Zusammenhang empfiehlt Elmar Zeller, Leiter der Agentur, allen Jugendlichen auf Ausbildungsplatzsuche schnell zu handeln und rechtzeitig berufliche Alternativen zu überprüfen. Und er appelliert an die Unternehmen trotz der internationalen Finanzkrise mit den Folgen für die Region in ihrer Ausbildungsbereitschaft nicht nachzulassen. „Wenn die Betriebe jetzt weniger ausbilden, werden die Fachkräfte im nächsten Aufschwung fehlen“, so Zeller.
Der Arbeitsmarkt im Landkreis Schwäbisch Hall
Im Landkreis Schwäbisch Hall wurden im Juli 4479 Arbeitslose gezählt. Das sind knapp 44 Prozent mehr als vor einem Jahr. 1314 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 1240 Menschen konnten aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden. Die Arbeitslosenquote liegt somit bei 4,4 Prozent.
Arbeitgeber haben 399 Stellen im Juli gemeldet, darunter 379 ungeförderte Stellen. Der Bestand an Stellenangeboten insgesamt lag zum Stichtag bei 1791.
Der Arbeitsmarkt im Hohenlohekreis
Im Landkreis Hohenlohe wurden im Juli 2890 Arbeitslose gezählt. Das sind 1117 Menschen mehr als vor einem Jahr. 650 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 613 Menschen konnten aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden. Die Arbeitslosenquote liegt somit bei 4,8 Prozent.
Arbeitgeber haben 154 Stellenangebote im Juli aufgegeben. Der Bestand an Stellenangeboten insgesamt lag zum Stichtag bei 454.
Die Hartz IV Eckwerte
Bei der ARGE SoziAl im Landkreis Schwäbisch Hall waren zum Stichtag 2093 Arbeitslose registriert. Die Arbeitsagentur betreute im Haller Landkreis 2386 Arbeitslose.
Von den 2890 Arbeitslosen im Hohenlohekreis wurden 1272 von der ARGE im Hohenlohekreis betreut. Bei der Geschäftsstelle der Arbeitsagentur im Hohenlohekreis waren zum Stichtag im Juli 1618 Arbeitslose registriert.
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