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Von Eppingen bis Schwäbisch Hall haben Unternehmen in den vergangenen Jahren hunderte von qualifizierten Arbeitsplätzen im Solarbereich geschaffen.
Sonnenstrom aus den Wüsten Nordafrikas für Europa ist bislang noch eine kühne Vision. Die Solarbranche in der Region kennt da kürzere Wege, um Geld zu verdienen. Die Photovoltaik ist das beste Beispiel für eine dezentrale Stromgewinnung über das Hausdach. Für private Haushalte lohnt sich das ebenso wie für Kommunen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz wirkt wie ein Turbolader, weil es hohe Vergütungen beim Einspeisen in das Stromnetz garantiert.
Jobmotor
Von Eppingen bis Schwäbisch Hall haben Unternehmen in den vergangenen Jahren hunderte von qualifizierten Arbeitsplätzen im Solarbereich geschaffen. In Produktionsanlagen wurden dreistellige Millionenbeträge investiert. Die Beschäftigung mit der umweltfreundlichen Energiegewinnung hat in Heilbronn Tradition. Schließlich waren es Ingenieure bei AEG-Telefunken, die Anfang der Sechziger mit der Forschung an den ersten Solarzellen begannen. Die sorgten dann 1969 dafür, dass dem ersten deutschen Satelliten im All, Azur, nicht der Strom ausging.
Junge Unternehmen
Inzwischen gibt es eine ganze Reihe junger Unternehmen, die das Solarthema vorantreiben. Kaco New Energy in Neckarsulm, gegründet 1999, gehört dazu. Der Spezialist für Wechselrichter macht mit Geräten, die solaren Gleichstrom in Wechselstrom verwandeln, enormen Umsatz. Aus 1,5 Millionen Euro wurden in zehn Jahren 250 Millionen Euro.
Erst vor wenigen Wochen wurde ein Solarstrompark auf Berliner Schuldächern eingeweiht. Mit rund 1,1 Megawatt ist er das größte Solarprojekt überhaupt in der Bundeshauptstadt. Bei Solarwatt Cells in Heilbronn, die auch schon ASE und anders hießen, baut man Solarzellen für alle Bereiche, die einen höheren Wirkungsgrad erfordern. Die Hochleistungszellen schaffen eine Energieausbeute von über 17 Prozent.
Für den Weltraum
Azurspace Solar Power, ebenfalls in Heilbronn, setzt auf den Weltraum. Hunderte Satelliten, die das Sonnenlicht mit Solarzellen aus der Käthchenstadt einsammeln, umkreisen bereits die Erde. Zur Perspektive seines Unternehmens sagt Entwicklungsleiter Gerhard Strobl: „Tendenz: Steigend. Wir machen Gewinn.“
Würth Solar fertigt in einer Solarfabrik in Schwäbisch Hall neuartige Photovoltaik-Module. Sie haben nicht wie üblich Silizium als Halbleiter, sondern eine wenige Mikrometer dünne Schicht aus Kupfer, Indium und Selen. 220 Mitarbeiter sorgen hier für 100 Millionen Umsatz.
Hintergrund: Solaranlagen
Sie lassen sich in drei Typen einteilen: Photovoltaikanlagen liefern elektrische Energie (Gleichstrom), die über einen Wechselrichter ins Stromnetz gelangt. Thermische Solaranlagen (Kollektoren) liefern Wärmeenergie für die direkte Nutzung in Haushalten. Thermische Solarkraftwerke liefern Wärme im industriellen Maßstab. Im Südwesten erwirtschaftete die Solarbranche 2008 durch starke Nachfrage im In- und Ausland einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro.
Quelle Heilbronner Stimme vom 30. Juli 2009 von Siegfried Lambert www.stimme.de
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