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Eine neue Produktionsanlage ist jetzt in Betrieb gegangen und weitere größere Investitionen sollen folgen.
Ein klares Bekenntnis zum Standort Bad Wimpfen hat der belgische Chemiekonzern Solvay abgegeben. Eine neue Produktionsanlage ist jetzt in Betrieb gegangen. Und schon im nächsten Jahr sollen laut Solvay-Geschäftsführer Andreas Meier weitere größere Investitionen und die Produktion einer weiteren neuen Chemikalie in der Stauferstadt folgen. „Wir nutzen die Krise, um uns umzustrukturieren“, so Meier. Wimpfen soll dabei eine bedeutende Rolle zukommen. Auch die Kurzarbeit am Standort wurde jetzt gestoppt.
Kein Massengut
Wobei letzteres nur bedingt mit der neuen Anlage im Zusammenhang steht. Schließlich ist die Chemikalie Solkane 227, die dort produziert wird, kein Massengut. „Von der Menge her gehört Solkane 227 nicht zu den bedeutendsten Produkten in Bad Wimpfen“, so Meier. Lediglich fünf Mitarbeiter sind an der Herstellung der Chemikalie beteiligt, die hauptsächlich in Feuerlöschern und bei Arzneimitteln zum Einsatz kommt.
Die strategische Bedeutung Bad Wimpfens innerhalb des Konzerns ist deutlicher gewachsen. So hängt das Solvay-Werk in Frankfurt-Hoechst nun direkt von Wimpfen ab. Schließlich ist der Standort in der Mainmetropole darauf spezialisiert, Solkane 227 für die Pharmaindustrie weiterzuverarbeiten.
Neue Produktionsanlage
Dass die neue Produktionsanlage dem Konzern nur drei Millionen Euro gekostet hat, liegt daran, dass viele Bauteile von einer alten Anlage aus einem aufgegebenen Solvay-Werk in Spanien stammen. Überhaupt profitiert Bad Wimpfen von den umfassenden Umstrukturierungen, die der Chemiekonzern seit einigen Jahren vorantreibt.
Dass zum Beispiel die im Januar gestartete Kurzarbeit jetzt beendet werden konnte, ist auch einer Werkschließung in den USA geschuldet: Der US-Markt wird nun von Bad Wimpfen aus bedient. Darüber hinaus habe sich die wirtschaftliche Lage aber auch deutlich entspannt, sagt Hans-Peter Wickel, Leiter des Solvay-Werks in Bad Wimpfen. Wickel geht davon aus, dass der Standort mindestens bis Ende des Jahres „voll ausgelastet“ ist.
Personalabbau
Am geplanten Stellenabbau will die Konzernleitung dennoch festhalten. Vor zwei Jahren hatte Solvay angekündigt, aufgrund zunehmender Konkurrenz aus Fernost 60 der damals noch 360 Arbeitsplätze zu streichen. Unter anderem über Altersteilzeitregelungen sind bereits zehn Stellen gestrichen worden, bis 2014 soll der Rest folgen.
Quelle Heilbronner Stimme vom 7. August 2009 von Werner Tewes www.stimme.de
Foto: Solvay
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