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Auch die Rheinmetall-Tochter Kolbenschmidt-Pierburg mit Hauptsitz in Neckarsulm geht davon aus, dass in Sachen Konjunktur das Schlimmste überstanden ist.
Der Automobilzulieferer rechnet damit, dass sich die Produktionsrückgänge im Jahresverlauf weiter schrittweise entschärfen. Immerhin hat sich das Umsatzminus, das im ersten Quartal noch bei 41 Prozent gelegen hatte, im zweiten Quartal auf ein Minus von 34 Prozent „erkennbar abgeschwächt“.
Massiver Rückgang
Eine andere Zahl macht die Dimension der Herausforderung für die Neckarsulmer Sparte deutlich: Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Kolbenschmidt Pierburg AG einen Umsatz-Rückgang von 500 Millionen Euro und daraus folgend einen operativen Verlust von 80 Millionen Euro. Hinzu kommen noch Einmalkosten für Restrukturierungen und Sonderabschreibungen von bis zu 100 Millionen Euro, die das Ergebnis zusätzlich belasten werden.
Nach sechs Monaten steht das operative Ergebnis der Kolbenschmidt Pierburg AG bei minus 129 Millionen Euro. Gut die Hälfte davon ist durch Restrukturierungsaufwendungen bedingt. Der operative Verlust habe sich im zweiten Quartal auf 21 Millionen Euro halbiert. Dies sei auf die leicht anziehenden Umsätze, aber vor allem darauf zurückzuführen, dass die Kostensenkungsmaßnahmen zunehmend Wirkung zeigten.
Wie berichtet will das Unternehmen bei der Aluminium-Technologie AG in Neckarsulm 300 Stellen abbauen, bei der Kolbensparte steht das Werk Hamburg zur Disposition.
Konzern im Plus
Dass Rheinmetall nach sechs Monaten dennoch vergleichsweise stabil dasteht, verdankt der Mischkonzern seiner Rüstungssparte. Das Geschäft mit Panzern, Waffen und Munition boomt nämlich weiter: Der Umsatz der Defence-Sparte ist im ersten Halbjahr um sieben Prozent auf 780 Millionen Euro gestiegen, und beim Gewinn vor Steuern und Zinsen haben die Düsseldorfer sogar um 30 Prozent zugelegt. Der größte Einzelauftrag der Firmengeschichte über den Schützenpanzer Puma mit einem Volumen von 1,3 Milliarden Euro ist dabei noch nicht berücksichtigt.
Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen sein Ziel bekräftigt, ein „respektables operatives Ergebnis“ von etwa 100 Millionen Euro zu erreichen, von dem nach den Restrukturierungsaufwendungen immer noch ein positives Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen übrig bleiben soll.
Quelle Heilbronner Stimme vom 14. August 2009 von Manfred Stockburger www.stimme.de
Foto Kolbenschmidt
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