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102 Millionen Euro Gewinn trotz Krise
     
 
 

19.8.09

 

So vielfältig wie die Würth-Gruppe mit ihren über 400 aktiven Gesellschaften in 84 Ländern sind auch die Geschichten, die die Krise schreibt.

Mit der Halbjahresbilanz wird deutlich, welche Bremsspuren die globale Wirtschaftskrise im Zahlenwerk der Künzelsauer Würth-Gruppe hinterlässt: Der Umsatz ist um 17,5 Prozent auf 3,76 Milliarden Euro zurückgegangen, die Zahl der Mitarbeiter seit Jahresbeginn um 4218 auf 58 593. In Deutschland sind 359 Stellen weggefallen. Trotzdem hat das Unternehmen zwischen Januar und Juni ein Betriebsergebnis vor Steuern von 102 Millionen Euro erwirtschaftet. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte der Gewinn allerdings 316 Millionen Euro betragen.

So vielfältig wie die Würth-Gruppe mit ihren über 400 aktiven Gesellschaften in 84 Ländern sind auch die Geschichten, die die Krise schreibt. Selbst in den Vereinigten Staaten, wo das Unternehmen nur wegen Wechselkursgewinnen statt 30 Prozent lediglich ein Umsatzminus von 20 Prozent verbuchen muss, hat die Krise unterschiedliche Gesichter. So sei in Florida, wo die Probleme das Unternehmen zuerst getroffen haben, inzwischen „eine Bodenbildung erkennbar“, wie Konzernchef Robert Friedmann vorsichtig formuliert. In Kalifornien habe die Krise erst in diesem März begonnen.

Einschnitte

Nach wie vor schlimm ist die Lage in Spanien, wo der Umsatz um 40 Prozent eingebrochen ist. Dort hat die Würth-Gruppe auch die tiefsten Personalschnitte gemacht. In Großbritannien verschlimmern Währungsdifferenzen die Lage: In Euro gebucht liegt der Umsatz dort um 33 Prozent unter dem Vorjahreshalbjahr.

Nur eine Handvoll Tochterfirmen haben mehr als 100 Arbeitsplätze abgebaut, sagt Robert Friedmann - alle davon sitzen übrigens im Ausland. „Es gibt keine zentralen Abbauprogramme. Jede Gesellschaft entscheidet selbst.“

Auch nach Branchen und Geschäftsmodellen gibt es höchst unterschiedliche Entwicklungen: Während dem Stuttgarter Werkzeughändler Hahn Kolb nach einem „unverschuldeten Minus“ von 18 Prozent eine massive Restrukturierung ins Haus steht, hat sich die Bad Mergentheimer Würth Industrie Service besser geschlagen: „Die haben ein Minus von 30 bis 40 Prozent mit bestehenden Kunden durch viele Neuaufträge abgefedert“, sagt Friedmann. „Wir müssen neue Kundengruppen erschließen. Deswegen gilt mehr denn je: Alle Kraft in den Vertrieb.“

Entwarnung will der Konzernchef aber nicht geben: „Wir bewegen uns nach wie vor mit Tippelschritten auf dünnem Eis. Bisher sind wir nirgends eingebrochen, aber ich halte es für nicht ausgeschlossen, dass das noch passieren kann.“

Dass im Konzern dennoch ein dreistelliges Millionenergebnis herausgekommen ist, erklärt Friedmann einerseits damit, dass der Konzern seine Kosten um 13 Prozent gesenkt habe - und mit der guten Marktposition von Firmen wie der deutschen Adolf Würth KG, die sich „vergleichsweise gut“ geschlagen hat.

Quelle Heilbronner Stimme vom 17. August 2009 von Manfred Stockburger www.stimme.de

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