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Hohenloher Pokalfliegen mit Drachen- und Gleitfliegern
Der Wind ist manchmal ein ganz schön launisches Kind. Von Norden sollte er kommen, stattdessen bläst er unbarmherzig aus Richtung Osten. Für die etwa 20 Drachen- und Gleitflieger, die zum zweitägigen Hohenloher Pokalfliegen auf dem freien Land nahe dem Örtchen Schmalfelden angetreten sind, bedeutet das erst einmal Warten. Denn ohne Wind von vorne ist an Abheben nicht zu denken. Eine Wartezeit, für die Flugsportler sogar einen eigenen Begriff haben - augenzwinkernd sprechen sie vom „Parawaiting“.
Schleppleine
In die Luft kommen die Piloten im Schleppverfahren. Am Gurtzeug wird eine Schleppleine befestigt, die wiederum mit einer an einem Schleppfahrzeug befindlichen Winde verbunden ist. Setzt sich dieses in Bewegung, tut es irgendwann auch der Flieger - und hebt, im Idealfall, ab. Der Unterschied zwischen Drachen- und Gleitfliegern liegt hauptsächlich im Rahmen: Erstere haben einen, letztere haben keine starre Flügelfläche. „Es gibt nirgendwo mehr Gefühl von Freiheit als beim Fliegen“, meint Gerhard Weber, der die HZ-Reporterin anschließend beim Tandemflug mit in höhere Sphären nimmt. Der Wettbewerb sei für ihn daher zweitrangig. Wenn er eine gute Thermik erwische, nutze er diese auch aus, Punkte hin oder her. Schon mehr als 500 Tandemflüge hat er hinter sich gebracht.
Dem endlich gnädigen Wind sei Dank kann es mit dem nächsten nun losgehen. Nachdem die Ausrüstung angelegt, Schirm und die 700 Meter lange Schleppleine sicher befestigt sind, heißt es per Funk „Pilot eingehängt und startklar“ - das Signal für die Crew im Schleppauto.
Jetzt geht es ganz schnell: Die Leine strafft sich. Sekunden später ist der Boden unter den Füßen schon weit entfernt. Ist das Schleppauto unten am Ende der zweieinhalb Kilometer langen Piste angekommen, hat der Flieger eine ausreichende Flughöhe erreicht. Er löst die Leine und ist allein mit sich und dem grandiosen Blick auf das Schmalfeldener Umland.
Gesellschaft
Manchmal allerdings bekommt er Gesellschaft. „Mein schönstes Flugerlebnis war es, mit Greifvögeln zusammen zu fliegen“, erinnert sich Walter Hofmann, Vorstand der Drachen- und Gleitschirmflieger Hohenlohe. „Gemeinsam mit einem Adlerpärchen bin ich eine Weile lang gekreist, es war ein gegenseitiges Beobachten.“
Im Gegensatz zu den gefiederten Fliegern darf Homo Sapiens indes nicht einfach abheben, erklärt Hofmann. Er muss vorher den Luftfahrerschein machen. Neben Thermik und Flugsprache ist auch das Wetter ein wichtiger Ausbildungspunkt. Aus den Wolken muss der Flieger sozusagen lesen können, denn sie markieren die maximale Flughöhe. In und über ihnen ist es mit dem Sichtflug schließlich vorbei.
Quelle Heilbronner Stimme vom 24. August 2009 von Janina Hornung www.stimme.de
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