Ein echter Riese mit einem Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro, mit 11 000 Mitarbeitern, mit Standorten in der ganzen Welt.
Sicherlich: Es gibt passendere Momente als die Wirtschaftskrise, um einen Geburtstag zu feiern. Kolbenschmidt-Pierburg wird 100 Jahre alt. Aktuell ist das Unternehmen wie viele andere Autozulieferer arg angeschlagen, doch ein Blick auf die Vergangenheit zeigt: Die Firmengeschichte ist schon immer gekennzeichnet gewesen von einem steten Wandel, von Höhen und Tiefen.
Zwei Gründer
Die jüngste Zäsur ist dabei noch gar nicht so lange her: Erst 1998 wurden die beiden Autozulieferer Kolbenschmidt und Pierburg im Rheinmetall-Konzern zur Kolbenschmidt-Pierburg-Gruppe zusammengeführt. Als zwei separate Gesellschaften sind die Unternehmen einst entstanden. Bernhard Pierburg kommt 1909 in Berlin auf die Idee, eine Firma zu gründen. Karl Schmidt, Sohn des NSU-Gründers Christian Schmidt, legt im Frühjahr 1910 in Heilbronn nach.
Sowohl die Berliner Gebrüder Pierburg OHG als auch Schmidts „Deutsche Ölfeuerungswerke zu Heilbronn am Neckar“ sind zunächst nicht vornehmlich als Autozulieferer tätig. Pierburg handelt in seiner Anfangszeit mit Stahl und Eisen, Schmidt hat Ölfeuerungsanlagen zur Metallschmelze. Doch schon nach kurzer Zeit verlässt der erste Autovergaser das Berliner Pierburg-Werk und auch Schmidt wird mit den ersten produzierten Kolben und dem Umzug nach Neckarsulm 1917 zu „Kolbenschmidt“.
Die nächsten Jahrzehnte sind wechselvoll: Bei Kolbenschmidt steigt 1924 die Frankfurter Metallgesellschaft als Mehrheitsgesellschafter ein. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg steht das Unternehmen vor der völligen Demontage. Doch die Alliierten sehen, wie wichtig die Firma ist - auch zur Wartung der eigenen Fahrzeuge - und lassen das Werk in Neckarsulm stehen. Nicht viel anders ergeht es dem Unternehmen Pierburg, das kurz nach dem Krieg rasch die Produktion von Vergasern wieder aufnimmt.
Zusammenführung
1986 übernimmt die Rheinmetall AG 80 Prozent von Pierburg. 1997 kauft der Konzern auch die Mehrheit der Firma Kolbenschmidt. Ein knappes Jahr später werden Kolbenschmidt und Pierburg dann unter dem Dach der Rheinmetall zur Kolbenschmidt-Pierburg AG zusammengeführt. 2006 schließlich ist der Hauptsitz des Unternehmens an den größten Standort der Gruppe, nach Neckarsulm, verlagert worden.
Inzwischen ist das Unternehmen zu 100 Prozent in Rheinmetall-Hand. Ein echter Riese ist entstanden mit einem Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro, mit 11 000 Mitarbeitern, mit Standorten in der ganzen Welt.
Quelle Heilbronner Stimme vom 2. September 2009 von Werner Tewes www.stimme.de
Foto Kolbenschmidt
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