Stromsparende LED Lampen von Näve werden immer beliebter. Diese sparen Strom und schonen so die Umwelt.
Auf seinem Schreibtisch steht ein Replikat von jenem Modell, mit dem alles anfing: eine Edison-Glühlampe, wie sie der US-Erfinder 1880 auf den Markt brachte. Fast 130 Jahre später ist ihr Ende in Europa eingeläutet, und Jürgen Näve sieht es mit einer gewissen Skepsis. „Ich habe meine Zweifel, ob die Energiesparlampen ein angemessener Ersatz sind“, sagt der Forchtenberger Lampen-Großhändler. „Ihr Licht hat einfach einen zu hohen Blau-Anteil, um als angenehm empfunden zu werden.“
Doch alles Hadern nutzt nichts - von heute an verschwinden die Glühbirnen immer mehr aus den Ladenregalen. Den Anfang machen die Birnen, die mehr als 75 Watt haben, sowie alle mattierten Modelle. Den Ansturm auf die letzten Packungen empfindet Näve zwar als übertrieben - doch andererseits räumt er ein: „Ich habe genug Glühbirnen in meinem Keller bis zu meinem Lebensende.“ Obwohl er in Räumen, in denen häufig Licht brennt, inzwischen Energiesparlampen einsetzt, lege er in manchen Bereichen Wert auf ein gemütliches Licht - wie es zurzeit eben nur die alte Glühbirne machen kann.
Sein Unternehmen hat längst umgestellt. „Das Thema beschäftigt uns schon lange“, erklärt Jürgen Näve. „Wir bieten nur noch Modelle an, in denen auch Energiesparlampen verwendet werden können.“ Etwa 600 000 Lampen werden bei Näve pro Jahr verkauft. Die Firma beschäftigt an die 100 Mitarbeiter. „Wir experimentieren nun, wie wir den Wohnraum der Zukunft beleuchten“, sagt der Geschäftsführer. Ein Weg sei, Atmosphäre durch geeignete Bedeckungen zu schaffen. Längst werde an dimmbaren Energiesparlampen gearbeitet. „Diese Entwicklung wird Quantensprünge machen“, sagt Näve voraus.
Daneben treibt seine Firma die Entwicklung von LED-Lampen voran. Doch bis die sich durchsetzen, werden wohl noch zehn bis 15 Jahre vergehen, schätzt er. „Für den Wohnraum sind sie noch nicht weit genug“, sagt er. „Dort muss eine Atmosphäre erzeugt werden, in der man sich wohlfühlt.“
Manche Lampen lassen sich aber nicht mit den neuen Leuchtmitteln ausstatten. „Für Kristall- und Kronleuchter gibt es keine Alternative zur Glühlampe“, erläutert Näve. „Aber wir arbeiten daran.“
So beugt sich der Unternehmer den Gegebenheiten. „Wir machen's wie die Glühbirne, wir tragen's mit Fassung“, sagt er. „Vielleicht stellt sich ja in zehn Jahren heraus, dass die neuen Lampen doch nicht so gut sind.“ Doch der Prozess, nach Alternativen zur Glühbirne zu suchen, sei jetzt angestoßen und habe erheblich an Dynamik gewonnen. „Es dauert eben, bis die neuen Lampen einen gleichwertigen Ersatz bieten“, macht Näve deutlich. Bis dahin brennen nicht nur bei ihm noch einige alte Glühbirnen aus seinem persönlichen Vorrat.
Quelle Heilbronner Stimme vom 1. September 2009 von Heiko Fritze www.stimme.de
Foto Bernhard J. Lattner
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