Berner hat sich in der Krise behauptet. Um 2,1 Prozent auf 888,1 Millionen Euro wurde der Umsatz gesteigert. Kurzarbeit ist bei Berner weiterhin „kein Thema“.
So ganz können auch sie die Krise nicht von der Hand weisen. Und dennoch hat die Geschäftsführung des Schraubenspezialisten Berner um ihren Vorsitzenden Jörn Werner gestern in der Unternehmenszentrale in Künzelsau nicht ohne Stolz die Bilanz des im März abgelaufenen Geschäftsjahres 2008/09 präsentiert. Denn mit einem leichten Umsatzplus sowie einem positiven Ergebnis hat Berner der allgemeinen Wirtschaftsflaute weitgehend trotzen können. „Wir haben unsere Stellung im Markt behauptet“, so Werner.
Positiver Bereich
Um 2,1 Prozent auf 888,1 Millionen Euro hat Berner den Umsatz gesteigert. Das Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit liegt mit 23,2 Millionen Euro ebenfalls deutlich im positiven Bereich. Allerdings erwirtschaftete der Konzern im Vorjahr noch ein Ergebnis von 31,3 Millionen Euro. „Wir sind deshalb auch nicht vollständig zufrieden“, sagte Berner-Geschäftsführer Werner bei der Bilanzvorlage. Überhaupt zeigen die Zahlen nicht das ganze Bild.
Denn wie schon in den Vorjahren ist Berner nicht vornehmlich organisch, sondern vor allem durch Zukäufe gewachsen: In Kroatien kam die Firma Montex hinzu, in Finnland Metaplan, in Deutschland Rumler, in Österreich Maurer. Rechnet man die Neuerwerbungen heraus, ist der Umsatz der Berner-Gruppe um 0,8 Prozent gefallen. Zudem sind in der Bilanz Monate enthalten, in denen von der Wirtschaftskrise noch keine Rede war. Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres weht auch Berner ein deutlich rauerer Wind entgegen.
Im Baubereich schlägt vor allem der Zusammenbruch des Immobilienmarktes in Spanien ins Kontor. Wie sich das Automobilsegment nach dem Wegfall der Abwrackprämie entwickelt, ist zudem unklar. Die Geschäftsführung beziffert den Umsatzrückgang im Konzern für die ersten Monate des laufenden Geschäftsjahres auf neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr geht man von einem Minus von fünf Prozent aus.
Mehr Mitarbeiter
Kurzarbeit ist bei Berner aber weiterhin „kein Thema“, so Werner. Das Unternehmen will den Rückgängen mit flexiblen Arbeitszeitmodellen begegnen - im Lager wurde zum Beispiel die Wochenarbeitszeit vor kurzem um 3,5 Stunden gesenkt. Personalabbau sei nicht geplant. Zum Stichtag des abgelaufenen Geschäftsjahres, Ende März, beschäftigte der Konzern 8126 Mitarbeiter. Das sind 124 mehr als im Vorjahr.
Auf die schwierige Lage will Berner reagieren, indem man Investitionsvorhaben „genau prüft“. Vom eigentlichen Expansionskurs möchte man aber auch künftig nicht abweichen: Laut Jörn Werner will das Unternehmen auch in diesem Jahr wieder, „ein, zwei“ Firmen hinzukaufen. „Wir werden allerdings genau analysieren, was sinnvoll ist und was nicht“, so der Geschäftsführer. Es gebe momentan viele Einstiegsmöglichkeiten. „Aber Unternehmen, die sich in Schieflage befinden, möchten wir nicht erwerben.“
Quelle Heilbronner Stimme vom 9. September 2009 von Werner Tewes www.stimme.de
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