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Kaufland feiert 25. Geburtstag

     
 
 

10.9.09

 

Sage und schreibe 19 000 Video-Kassetten, 3000 Bügeleisen, 6000 Trommeln Waschpulver, 3000 Wäschetrockner, 5500 Küchenabfalleimer. Und alles an einem einzigen Tag. Der 11. September 1984, an dem das Neckarsulmer Kaufland zum ersten Mal seine Pforten öffnete, hat die regionale Handelswelt dramatisch verändert.

30 000 Kunden stürmten das erste SB-Warenhaus, das Dieter Schwarz in der Rötelstraße eröffnete. Welche Bedeutung das Kaufland für das Unternehmen hat, zeigt sich schon im Namen: Die damalige Lidl Schwarz Stiftung firmiert längst unter Kaufland.

Eröffnungstag

An dem denkwürdigen Eröffnungstag vor 25 Jahren geschah, wovon so mancher Unternehmer heute träumt: Der Verkehr brach im Umfeld des neuen Warenhauses komplett zusammen, bis zur Autobahn stauten sich die Fahrzeuge zurück. „Ab 8.30 Uhr ging nichts mehr“, titelte die Heilbronner Stimme. „Mein Erwartungen sind weit übertroffen worden“, sagte Dieter Schwarz damals. „Zeitweise ist nichts mehr vorwärts undzurück gegangen“, musste der frühere Geschäftsführer und heutige Aufsichtsrat Richard Meyer einräumen.

Und das, obwohl Lidl Schwarz damals dem Kundenansturm auf die 15 000 Quadratmeter große Verkaufsfläche 800 Mitarbeiter entgegensetzte und nach dem Ersttags-Chaos sogar eine zusätzliche Spätschicht mit 70 Leuten einrichtete.

Neuland

Selbst wer zur Eröffnung um acht Uhr pünktlich da war, hatte bereits rund 600 Einkäufer vor sich in der Schlange. Eine halbe Stunde später, so meldete damals die Stimme, war „die Hölle los“. Nachmittags drängten sich 2000 Leute vor den Türen des völlig überfüllten Marktes. Absolutes Neuland war eine solche Eröffnung für das Unternehmen, das in der Region bis dahin nur als Großhändler aktiv gewesen war.
Die Gruppe setzte 1984 übrigens erstmals mehr als zwei Milliarden Mark um - allein 9,5 Millionen Mark brachte das erste Kaufland in der ersten Verkaufswoche in die Kasse. Das Jahresumsatzziel für das neu eröffnete Haus lag bei 100 Millionen Mark. 2008 setzte die Unternehmensgruppe 54 Milliarden Euro um.
33 Handelshof-Verbrauchermärkte betrieb das Unternehmen damals, heute sind es 850. Mit dem Flaggschiff-Markt vor der Haustüre stieß die Schwarz-Gruppe in eine neue Dimension vor, auch wenn das durch den Umbau eines alten Zentrallagers entstandene Kaufland heute jedenfalls äußerlich ein wenig in die Jahre gekommen ist.

Alarmstimmung

Der bestehende Einzelhandel im Umland beobachtete das Kaufland mit Argusaugen. Da wurden Zahlenkolonnen hin- und hergerechnet und Vergleiche gezogen zum damals noch relativ neuen Wollhauszentrum, zur Verkaufsfläche der gesamten Innenstadt.

„Alarmstimmung“ herrschte im Neckarsulmer Einzelhandel, der eindringlich vor der „übermächtigen Konkurrenz“ warnte. Die Heilbronner Kaufleute, damals vertreten durch Thomas Walch, beobachteten die „reißerischen Sonderangebote“ mit Argwohn. Am schnellsten haben wohl die Metzger den neuen Wettbewerber zu spüren bekommen, schließlich wurde ihren Berufskollegen im Kaufland schon am ersten Tag das Fleisch buchstäblich aus der Hand gerissen.

Tagaus, tagein hat das Kaufland seither geöffnet. Dazu gesellt haben sich mittlerweile im Umkreis etliche „Handelshof“-Geschwister, von den Filialen der Kaufland-Schwester Lidl ganz zu schweigen. Die Marktlandschaft im Lebensmitteleinzelhandel ist seit 1984 kräftig durcheinander gewirbelt worden. Aus dem regional aktiven Händler Lidl Schwarz ist die europaweit präsente Schwarz-Gruppe geworden.

Zum Geburtstag gastiert am 11. und 12. September das Umweltmobil mit dem handzahmen Uhu Ben bei Kaufland. Am 13. September ist verkaufsoffener Sonntag mit Volksfest.

Quelle Heilbronner Stimme vom 8. September 2009 von Manfred Stockburger www.stimme.de

Foto Heilbronner Stimme Archiv

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