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Gemmingen sieht sich als Vorreiter beim Kinderbonus für kommunale Bauplätze. Der Quadratmeterpreis sinkt, wenn Bauherren Kinder haben oder Nachwuchs bekommen. Zwei Mädchen sind nun im Stebbacher Neubaugebiet Helde II auf die Welt gekommen. Eine davon ist Ida. Mit ihrer Mutter Yvonne Lins sprach Simon Gajer über die Gemminger Regeln.
Sie gehören zu den Ersten, die im Baugebiet Helde II ein Kind bekommen haben. Nun erstattet Ihnen die Kommunen einen Teil des Bauplatzpreises zurück. War dieser Kinderbonus Ausschlag dafür, dass Sie sich in Stebbach niedergelassen haben?
Yvonne Lins: Nein. Wir waren schon seit längerer Zeit auf der Suche nach einem Bauplatz. Da wir beide von hier kommen, war für uns klar, dass wir uns auch zukünftig hier niederlassen wollen. So haben wir in den umliegenden Ortschaften nach Bauland Ausschau gehalten und uns eigentlich ganz schnell für die tolle Südhanglage in Stebbach entschieden. Wir haben unser Interesse an genau diesem Bauplatz bei der Gemeinde vor Erschließung des Baugebietes geäußert. Somit wussten wir von einem Kinderbonus noch nichts. Wir freuen uns jetzt natürlich umso mehr darüber.
Was halten Sie von solchen Zuschüssen? Glauben Sie, dass kleinere Kommunen davon profitieren können und mehr Kinder auf die Welt kommen?
Lins: Wir finden solche Vergünstigungen natürlich toll und hoffen, dass die Gemeinde Gemmingen und vor allem Stebbach davon profitiert. Besonders im Hinblick auf Kindergarten und Grundschule wäre es sehr wünschenswert, dass noch einige Familien mit Kindern hierherziehen. Ich fände es sehr schade, wenn unsere Kinder schon ab der ersten Klasse mit dem Bus nach Gemmingen in die Schule fahren müssten, weil in Stebbach keine Klassen mehr zustande käme. Im Wohngebiet wäre es für Kinder toll, wenn Spielkameraden in der Nachbarschaft wohnen.
Sie haben sich in der Gegend nach einem Bauplatz umgeschaut. Sind die kommunalen Bauplatzpreise angemessen, damit sich junge Familien ein Eigenheim leisten können?
Lins: Wir haben in umliegenden Orten die Neubaugebiete angeschaut und Preise verglichen. Sicherlich gibt es Kommunen mit billigerem Quadratmeterpreis. Letztendlich war für uns die schöne Lage ausschlaggebend. Ich denke, dass es für junge Familien heutzutage generell nicht einfach ist, sich einen Bauplatz zu kaufen und ein Haus zu bauen. Nicht nur Quadratmeterpreise, vor allem auch die Kosten für Baumaterial und Handwerker sind enorm hoch. Wenn eine Familie mit nur einem Verdienst planen kann, da ein Partner wegen Kinderbetreuung zu Hause ist, ist das ein Wagnis. Wenn man sich im Landkreis umschaut, sind die Preise hier jedoch noch recht angemessen.
Fünf Euro weniger
Mittlerweile ist es üblich, dass Kommunen den Preis ihrer Bauplätze senken, wenn Familien das Grundstück kaufen. Gemmingen ist im Kraichgau Vorreiter solcher Regeln. In Stebbach kostet der Quadratmeter 160 Euro. Bis zu vier Kindern gilt: Wenn der Nachwuchs bis zehn Jahre alt sind, reduziert sich der Preis pro Kind um fünf Euro. Das gilt auch für Kinder, die bis fünf Jahre nach dem Kauf auf die Welt kommen.
Quelle Heilbronner Stimme vom 16. September 2009 www.stimme.de
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