Die Bioenergie-Region will den Ausbau der Energiepflanze Chinagras verstärken und sich für den Ausbau von Nahwärme einsetzen.
Die neugegründete Bioenergie-Region Hohenlohe, Odenwald, Tauber (HOT) will ihre Arbeit verstärken. Auf einer Konferenz in Wertheim vereinbarten die drei beteiligten Landräte die Gründung von Regionalbüros. Sie sollen dafür sorgen, dass die Nutzung regenerativer Energiequellen forciert wird.
Leiter des Hohenloher Regionalbüros ist Dr. Wolfgang Eißen, Chef des Landwirtschaftsamts in Öhringen. "Unser Büro soll zum Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe werden", erläutert Eißen. Bisher wird fast ausschließlich Mais als Energiepflanze für Biogas-Anlagen angebaut, doch das soll sich ändern. Der Siebeneicher Landwirt Günther Banzhaf hat bereits mit der schnellwachsenden Energiepflanze Miscanthus (Chinagras) experimentiert und schon die erste Ernte eingefahren. Neben Miscanthus gibt es laut Eißen noch weitere "interessante Pflanzen", darunter die sogenannte Durchwachsene Silphie.
Gegen Monokultur
"Wir wollen verhindern, dass der Maisanbau unkontrolliert voranschreitet", sagt Eißen. Ökologisch ist es schlecht, wenn auf einem Acker stets dieselbe Frucht wächst. Monokulturen lassen den Boden verarmen.
Neben Energie aus Sonne, Wind und Wasser kümmert sich die Bioenergie-Region um Biomasse. Laut Manuel Döhler vom Öhringer Regionalbüro sind Biogas-Anlagen vor allem dann sinnvoll, wenn zugleich deren Abwärme genutzt werde. Ein aktuelles Projekt in Bieringen bezeichnet Döhler als vorbildlich. Die Abfallwirtschaft GmbH des Neckar-Odenwald-Kreises baut in dem Schöntaler Teilort eine Biogas-Anlage, deren Strom und Abwärme die Produktionsanlagen der Firma Ziehl-Abegg versorgt.
Für Biomasse
Auch Biomasse-Kraftwerke, wo Holz zur Gewinnung von Energie verfeuert wird, sollen gebaut werden. Regionalbüro-Leiter Eißen kann sich als Standort vor allem Gewerbegebiete vorstellen, damit die Nahwärme Firmengebäude heizt. Der Neckar-Odenwald-Kreis besitzt bereits drei solcher Anlagen. Wegen seiner Wasserkraftwerke am Neckar ist der Nachbarkreis bei erneuerbaren Energien führend. Die Menge des produzierten Öko-Stroms übersteigt den Verbrauch der Privathaushalte um das Eineinhalbfache. Im Hohenlohekreis stammen 80 Prozent des Privatverbrauchs aus erneuerbarer Energie - Tendenz steigend.
Durchwachsene Silphie
Die Durchwachsene Silphie wird als Nutzpflanze bislang nur zu Forschungszwecken angebaut. Sie wird als potenzielle Energiepflanze angesehen und ist aufgrund ihrer Anpassung an trockene Standorte interessant. Anders als Mais bezieht sie ihre Feuchtigkeit nicht nur aus dem Boden, sondern auch aus den Blattbechern. Zudem zeichnet sie sich durch eine hohe Biomasse und eine hohe Biogas-Ausbeute aus Die Durchwachsene Silphie erzielt im Anbau ab dem zweiten Jahr zwischen 13 und 20 Tonnen Biomasse pro Hektar Anbaufläche.
Quelle Heilbronner Stimme vom 30. September 2009 von Hagen Stegmüller www.stimme.de
Foto Archiv Heilbronner Stimme „Müller“
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