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360 Millionen Euro Investitionen an SLK-Kliniken

     
 
 

1.10.09

  Die SLK-Kliniken setzen für die Häuser im Heilbronner Gesundbrunnen und im Plattenwald Bad Friedrichshall auf Neubau statt Sanierung.

In Heilbronn will die GmbH für den ersten Bauabschnitt 165 Millionen Euro investieren. Nach Abschluss aller geplanten Verbesserungen für den Gesundbrunnen wird sich diese Summe bis zum Jahr 2025 auf 240 Millionen Euro erhöhen. Im Plattenwald sehen die Pläne einen Ersatzbau für 120 Millionen Euro vor. Beide Gebäude sollen direkt neben den bestehenden Häusern errichtet werden.

Ungestörter Betrieb

„Wir betrachten das Projekt als eine Maßnahme an zwei Standorten“, erklärt SLK-Geschäftsführer Dr. Thomas Jendges. Für den Plattenwald hatte sich schon seit längerer Zeit ein Neubau abgezeichnet, da er günstiger ist als eine Generalsanierung. Für den Gesundbrunnen wurden die Weichen in diese Richtung, so Jendges, erst im Februar gestellt. Er beziffert die Mehrkosten gegenüber der eigentlich geplanten Sanierung auf rund sieben Prozent. Dafür biete ein neues Gebäude die Möglichkeit, alle Abläufe zu optimieren. In der mehrjährigen Bauphase wird der Klinikbetrieb nicht wesentlich gestört.

Ohne Geld vom Land sind diese Pläne nicht zu verwirklichen. Jendges will die Förderanträge Ende des Jahres einreichen, wenn Kreistag und Heilbronner Gemeinderat grünes Licht gegeben haben. Er erhofft Zuschüsse für die ersten Abschnitte von insgesamt 150 bis 200 Millionen Euro. Das Förderangebot mit genauen Beträgen erwartet der Geschäftsführer der von Stadt und Landkreis Heilbronn gemeinsam getragenen Klinik-GmbH bis spätestens Mitte nächsten Jahres. Dann müssen die politischen Gremien den Grundsatzbeschluss fassen. Die Bagger könnten 2011 anrücken, 2015 die Stationen bezogen werden.

Die alte Plattenwald-Klinik (rot) wird durch einen Neubau ersetzt. Sobald dieser bezogen ist, kann das bestehende Gebäude abgerissen werden – wenn sich keine Nachfolgenutzung findet. Montagen www.stimme.de

Nach Abzug der Landesförderung bleiben zwischen 80 und 130 Millionen Euro zu finanzieren – gestreckt auf die Jahre. Den Löwenanteil davon werden die Gesellschafter tragen müssen, also Stadt- und Landkreis Heilbronn. Dazu kommt der Eigenanteil der GmbH. „Wir werden uns mit einem nennenswerten zweistelligen Millionenbetrag beteiligen“, sagt Thomas Jendges. Details wollen weder er noch Landrat Detlef Piepenburg nennen.

Der Gesellschaftsvertrag, der bei der Kliniken-Fusion im Jahr 2000 unterzeichnet wurde, sieht vor: Der Landkreis muss die Modernisierung des Plattenwalds selbst bezahlen – grobe Kostenschätzungen beliefen sich zu diesem Zeitpunkt auf rund 50 Millionen Euro. Da die Modernisierung des Gesundbrunnens bei Vertragsabschluss – im Gegensatz zum Plattenwald – noch nicht geplant war, muss sich der Landkreis auch an diesem Projekt beteiligen.

Eigenanteil

Wie finanzieren die SLK-Kliniken ihren Anteil? Vor Steuern hat die GmbH 2008 einen Überschuss von 1,6 Millionen Euro erwirtschaftet – nach einem Verlust von 3,5 Millionen Euro im Jahr zuvor. Möglich wurde das teilweise durch gestiegene Patientenzahlen. Dieser Trend soll die Mehrerlöse bringen, die man zur Finanzierung braucht. Laut Jendges werden in beidenHäusern 5000 Patienten per anno mehr behandelt als früher. Die Mehr einnahmen sollen zwei Drittel des Geldes bringen.

Die verbleibende Lücke will der Geschäftsführer mit Einsparungen schließen. „Wir prüfen die patientenfernen Strukturen.“ Im Klartext In Bereichen wie Küche oder Verwaltung wird man ansetzen.

Geschichte der Kliniken

An der Saarlandstraße wird 1962 zuerst die Kinderklinik gebaut. 1972 folgen Frauen, HNO- und Augenklinik, bis 1989 weitere Häuser. 1996 wird der zweite Heilbronner Krankenhausstandort Jägerhaus aufgelöst, ein Jahrzehnt Bauzeit des Gesamtklinikums abgeschlossen. Kosten: 300 Millionen Mark. 1997 wird es offiziell eingeweiht. 2007 öffnet die neue, fast 24 Millionen Euro teure Kinderklinik. Die Kreisklinik am Plattenwald wird 1977 eröffnet, die Baukosten betragen 120 Millionen Mark. 32 Millionen Mark fließen bis 2001 in Investitionen. 2001 Start SLK-GmbH.

Quelle Heilbronner Stimme vom 30. September 2009 von Reto Bosch www.stimme.de

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