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Die Dörzbacher Stickerei verfügt über den modernsten Maschinenpark seiner Branche.
"Es ist fast schon ein Wunder, dass es uns noch gibt", sagt Klaus-Dieter Seifert. Und meint damit den Niedergang seiner Branche: Nach der Wiedervereinigung wurden die Textilhersteller in Deutschland allgemein und die Stickereien im besonderen von einer Pleitewelle heimgesucht. Die Dörzbacher haben rechtzeitig reagiert: 1990 stellten sie von der Produktion von Meterware um auf kleine Stickmaschinen, wie sie für T-Shirts, Baseballkappen und Hemden benötigt werden. Statt Massenware produzieren sie nun individuell. Und haben sich so ihre Nische gesichert.
Flucht in den Westen
Gegründet wurde die Stickerei 1902 im Vogtland in Sachsen. Damals wie heute ist die Region einer der Schwerpunkte dieses Gewerbes. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es gleich zwei Familienbetriebe - aber nur Gründer Richard Seifert durfte seine Firma fortführen, während sein Sohn Alfred 1946 enteignet wurde und 1951 in den Westen floh. Dort arbeitete er zunächst in einer Stickerei in Dörzbach, ehe er 1966 mit seinen Söhnen seine eigene Firma gründete.
Heute führt Frank Seifert das Unternehmen, das zu den zehn größten in Deutschland zählt. Vor allem ihm sei die Neuausrichtung zu verdanken, sagt Vater Klaus-Dieter Seifert lobend. Seit er 1997 in den Betrieb eingestiegen ist, sei dieser vollständig umgebaut worden. "Wir sind die modernste Stickerei Deutschlands", sind beide stolz. "Unsere Maschinen haben ein Durchschnittsalter von drei Jahren."
Um im Preiskampf mit Fernost zu überleben, haben sie sich unbedingter Qualität verschrieben: Computerprogramme legen jeden Nadelstich fest, eigens entwickelte Verfahren sorgen für exakte Linien, so dass jedes Wappen eines Golfclubs detailgenau auf Poloshirts gebannt werden kann. Produziert wird mit etwa 60 Mitarbeitern ausschließlich in Dörzbach. "Viele fragen extra danach, wo unsere Standorte sind", erzählt Frank Seifert.
Riesenmarkt
Der Stickerei kommt zugute, dass sich immer mehr Unternehmen ihr Logo auf die Betriebskleidung sticken lassen. Längst sind es nicht mehr nur große Firmen, sondern auch viele kleine Handwerker. "Und das hat gerade erst begonnen", sagt Frank Seifert. Parallel dazu gehen immer mehr Schulen auch in Deutschland dazu über, eigene Shirts an die Schüler auszugeben. "Das ist ebenfalls ein Riesenmarkt", ist der Juniorchef überzeugt.
Seine Kunden bekommt das Unternehmen vorwiegend über das Internet. Bei Suchmaschinen in der Trefferliste ganz oben zu landen sei dabei am Wichtigsten, hat Frank Seifert festgestellt. "Wir waren aber auch die erste Stickerei mit eigener Homepage", erzählt er.
Immer wieder wurden die Hallen vergrößert, zuletzt 2007. Wegen der Wirtschaftskrise wird nun erst einmal abgewartet, sagt Frank Seifert. "Aber eigentlich haben wir schon wieder zu wenig Platz."
Quelle Heilbronner Stimme von Heiko Fritze vom 7. Oktober 2009 www.stimme.de
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