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Technologische Kompetenz im Bereich Kunstleder wird durch Zukauf von Kek Kaschierungen erweitert.
Der Umsatz des Weißbacher Oberflächenspezialisten Konrad Hornschuch AG wird im laufenden Jahr zwischen zehn und 20 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2008 liegen. Und doch legt das Unternehmen den Vorwärtsgang ein. Ein wichtiger Baustein der Zukunftsstrategie ist die Übernahme von drei Vierteln der Geschäftsanteile des Kaschier-Spezialisten Kek aus Herbolzheim in Baden. Gestern Mittag wurden die Mitarbeiter der beiden Unternehmen über den Abschluss des Vertrags informiert, im November soll der Kauf vollzogen werden.
Durch die größere Abhängigkeit vom Automobilmarkt habe die Kek in den vergangenen Monaten "zwei blaue Augen" davongetragen, sagt Alteigentümer Karl Engelmann, der weiterhin ein Viertel der Anteile halten und Geschäftsführer bleiben wird. Auch in der Autobranche sieht er inzwischen "Licht am Ende des Tunnels" - unter anderem weil er wie Hornschuch Teile für die gut laufende E-Klasse von Mercedes herstellt - und für den Insignia von Opel. Kek beschäftigt rund 30 Mitarbeiter und liegt beim Umsatz im einstelligen Millionenbereich - wobei Hornschuch durch den Einstieg in weitere Produktfelder einen "zügigen Wachstumskurs" für möglich hält, wie Vorstandschef Rolf Gemmersdörfer es formuliert.
Kompetenzzentrum
Für Engelmann ist wichtig, dass Hornschuch den Standort Herbolzheim weiterführt. Er leitet den Familienbetrieb, der übrigens neben dem dortigen Werk des Mulfinger Ventilatorenbauers EBM-Papst angesiedelt ist, seit 1974 in zweiter Generation. Spezialisiert ist die Firma darauf, Schaumstoffe hinter Kunstleder- und Textiloberflächen anzubringen, was dem Material zusätzliche Eigenschaften verschafft, die von den Kunden nachgefragt werden. Herbolzheim soll zu einem Kompetenzzentrum Kaschieren für die gesamte Hornschuch-Gruppe ausgebaut werden.
Auch der Weißbacher Technik-Vorstand Hans-Hinrich Kruse betont die Bedeutung der "hohen technischen Kompetenz", die Kek mitbringe. "Atmungsaktivität wird ein Riesenthema", sagt er. "Da arbeiten wir an einer Innovation."
Überhaupt hat Hornschuch bei allen Budget-Kürzungen und Sparprogrammen den Entwicklungsbereich ausgespart, sagt Gemmersdörfer. "Da haben wir um keinen Cent gekürzt." Durch den generellen Sparkurs sei es möglich, auch in diesem Jahr ein "vernünftiges Ergebnis" zu erwirtschaften. Boni, Tantiemen und Sonderzahlungen seien dafür gestrichen worden, befristete Arbeitsverträge wurden nicht verlängert, Zeitarbeiter nicht weiterbeschäftigt. Entlassungen habe es aber keine gegeben, und seit Juli gibt es auch keine Kurzarbeit mehr. "Wir haben wieder eine gute Auslastung", sagt Kruse. "Deswegen denken wir nicht, dass wir nochmal in die Kurzarbeit müssen."
Dafür spricht auch, dass die Auftragseingänge "stetig steigen", sagt Gemmersdörfer. "Das ist keine Eintagsfliege." Man komme "mit einem blauen Auge" durch die Krise.
Quelle Heilbronner Stimme vom 23. Oktober 2009 von Manfred Stockburger www.stimme.de
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