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Der kleine Hardthauser Ortsteil Lampoldshausen startet eine kosmische Werbekampagne.
Echt abgehoben: Der kleine Hardthausener Ortsteil Lampoldshausen im Kreis Heilbronn wirbt auf einer Rakete für die schwäbische Region 50 Kilometer nördlich von Stuttgart. Auf dem oberen Teil der europäischen Trägerrakete Ariane 5, die an diesem Donnerstag im südamerikanischen Kourou starten soll, prangt der 1,70 Meter breite, grün-weiße Schriftzug der Touristikgemeinschaft «Heilbronner Land».
Wenn an diesem Donnerstag die europäische Trägerrakete Ariane 5 im südamerikanischen Kourou abhebt, trägt sie den Schriftzug der schwäbischen Region. «Wir wollen die Position unseres Raumfahrtzentrums weltweit stärker in den Fokus rücken. Ohne uns würde die Ariane nicht fliegen», betont Harry Brunnet, Bürgermeister von Hardthausen. Im nahe gelegenen Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt Lampoldshausen werden neue Antriebe für Raketen getestet. Die Gemeinde ist Mitglied im Ariane-Städtebund - neben Zentren wie Barcelona, Madrid, Bordeaux und Zürich.
Das ist nicht etwa der Versuch, neue Steuerzahler im All anzuwerben, wie Hardthausens Bürgermeister Harry Brunnet versichert. «Da oben findet man kein Leben, davon sind wir überzeugt», sagt er. Vielmehr gehe es darum, die Aufmerksamkeit der Erdenbürger auf den Ort im Ländle zu lenken.
«Wir wollen die Position unseres Raumfahrtzentrums weltweit stärker in den Fokus rücken. Ohne uns würde die Ariane nicht fliegen», betont Brunnet selbstbewusst. Mit «wir» sind in dem Fall die Mitglieder des «Forums Ariane Lampoldshausen» gemeint. In dem Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) in Lampoldshausen werden unter anderem die Antriebe künftiger Raketen getestet. «Es ist der einzige Prüfstand dieser Art in Europa», macht Brunnet deutlich.
Dem Raumfahrtzentrum verdankt die Gemeinde Hardthausen auch die Reklame in etlichen tausend Kilometern Höhe. Denn das Zentrum macht die Kommune zu einem Mitglied im Ariane-Städtebund. Dort findet sich Hardthausen Seite an Seite mit Städten wie Madrid, Barcelona, Bordeaux und Zürich. Und derzeit hat die kleine Gemeinde sogar die Präsidentschaft inne. Der richtige Zeitpunkt, um sich für den ungewöhnlichen Werbeplatz zu bewerben.
4.000 Euro kostet die luftige Reklame, die beim Start der Rakete im Internet und in mehreren Fernsehsendern weltweit zu sehen sein wird. Ein Schnäppchen, wie die Gemeinde betont - zumal die Reisekosten für Landrat Detlef Piepenburg und den Bürgermeister inklusive sind. Brunnet freut sich: «Ich habe noch nie einen Raketenstart gesehen.» Rund 1.500 Euro hat der zweiminütige Werbefilm gekostet, der vor dem Start gezeigt wird. In diesem wird die Region Heilbronner Land vorgestellt, als Wirtschaftsstandort und als lohnenswertes touristisches Ziel. «Wein spielt auch eine Rolle», sagte die Hardthausener Hauptamtsleiterin Carolin Krebs und schmunzelt. Das Echo in der Bevölkerung sei sehr gut.
Der ungewöhnliche Hingucker ist aber vergänglich. Wenn Ariane 5 ihre Mission erfüllt und die Satelliten in die Umlaufbahn gebracht hat, wird laut Brunnet auch die obere Stufe der Rakete abstürzen und verglühen - und mit ihr die Reklame für den kleinen Ort am Flüsschen Kocher.
Quelle: dpa/lsw
Landesportal Baden-Württemberg vom 27. Oktober 2009
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