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2.11.09

 

Fürstenfamilie investiert in Hohenlohe und im Nordosten der Republik.

Klimawandel: Jeder hat das Wort schon gehört, doch spürbare Auswirkungen hat es bisher nur für wenige. Das Fürstenhaus Hohenlohe-Oehringen hat den Klimawandel ganz konkret erfahren, und zwar in seiner doppelten Bedeutung: meteorologisch und politisch. Das veränderte Weltklima hat dem Hause Hohenlohe den Weg zurück nach Osten eröffnet.

"Schuld daran waren die Stürme", berichtet Kraft Fürst zu Hohenlohe-Oehringen (76), weshalb seine Familie seit 1997 rund 4200 Hektar Land in Sachsen-Anhalt gekauft hat. Im Februar und März 1990 hatten die Orkane Vivian und Wiebke in den Hohenloher Wäldern gewütet. Den Erlös aus dem Bruchholz investierte das Fürstenhaus in den neuen Bundesländern.

Ertragreich

Wir müssen uns nach den Niederschlägen richten", begründet Fürst Hohenlohe, warum seine Familie seit 2006 einen Hof in Mecklenburg-Vorpommern bewirtschaftet. Zwei Drittel der 3600 Hektar sind im Eigentum. Es falle mehr Regen am Rande der Ostsee, die Böden seien ertragreicher als in Hohenlohe, berichtet er.

Dennoch: Es sind natürlich nicht nur Regen und Wind, die das Haus Hohenlohe auf den Weg nach Osten gebracht haben. Es ist zum einen die verstärkte Ausrichtung auf die Schwerpunkte Wald, Landwirtschaft und Weinbau, seit mit Kraft Erbprinz zu Hohenlohe-Oehringen (43) die junge Generation die Politik des Familienunternehmens mitbestimmt. So hat sich die Familie vom Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe und weiteren Immobilien getrennt, um das Geld in Land- und Forstwirtschaft sowie in das Weingut in Verrenberg zu investieren.

Weil im näheren Umkreis des Familiensitzes Grundstückskäufe im drei- oder gar vierstelligen Hektarbereich kaum möglich sind - der Kauf des Reviers Löwenstein mit 1560 Hektar vor knapp vier Jahren ist die Ausnahme -, orientierten sich die Hohenlohe Richtung Osten. Dort sind sie nicht zum ersten Mal.

Seit dem 17. Jahrhundert trägt der Herr des Hauses Hohenlohe zugleich den Titel eines Grafen von Gleichen (das liegt in Thüringen), seit 1861 überdies den Herzogstitel von Ujest (das liegt in Schlesien im heutigen Polen). Fürst Hohenlohe, das heutige Familienoberhaupt, wurde in Schlesien geboren und kam (über das Kriegsdomizil Ungarn) 1945 als zwölfjähriger Junge erstmals in das Land, das den Namen seiner Familie trägt.

Erinnerungen

Der Weg zurück in den Osten ließ bei dem 76-Jährigen Bilder aus der Jugendzeit wach werden: "Die Lebensart in Sachsen-Anhalt hat mich an die Zeit nach dem Krieg erinnert. Die Leute waren ärmlich, aber bescheiden." In Mecklenburg-Vorpommern musste ein abgewirtschafteter Genossenschaftsbetrieb von Grund auf saniert werden. Erleichtert wurde und wird dies durch Subventionen. Diese sind jedoch an Auflagen gebunden. Die staatliche Unterstützung läuft in wenigen Jahren aus. "Wir gehen davon aus, dass wir den Hof dann ohne Subventionen führen können", sagt Fürst Hohenlohe.

Stehen weitere Landkäufe im Osten an? "Wir haben eine Größenordnung erreicht, die wir für optimal halten", sagt Kraft Fürst zu Hohenlohe-Oehringen. "Momentan", schränkt sein Sohn ein.

Quelle Heilbronner Stimme vom 2. November 2009 von Peter Hohl www.stimme.de

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