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Als kleine Schmiede in Hohenlohe begann die Erfolgsgeschichte von Zürn, dem Unternehmen für Land- und Forsttechnik.
Verfilzte Stängel: Hier kommt das Familienunternehmen aus Westernhausen ins Spiel, das 1885 als kleine Schmiede begann. Heute ist es weltweit führend bei Raps-Schneidvorsätzen. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das vor das übliche Mähdrescher-Schneidwerk montiert wird und zum einen das ineinander verfilzte Rapsgestrüpp auch längs schneidet sowie zum anderen dank einer extra langen Platte dabei herunterfallende Körner auffängt.
Entwickelt wurde diese Technik 1980 - seitdem haben die Zürns sie stetig verfeinert. Und sich parallel den Weltmarkt erschlossen. Schneidwerke, sowohl für Raps als auch für Sonnenblumen und für Erbsen, sind ohnehin nur eines von drei Standbeinen des Unternehmens. Den größten Anteil am Umsatz hat nach wie vor der Landmaschinenhandel und -service: Zürn betreibt sieben Standorte zwischen Odenwald, Tauber und der Schwäbischen Alb, ist Vertragshändler von John Deere. Nur ein Viertel des Umsatzes entfällt auf die Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von den Spezial-Schneidwerken, der Rest auf die Parzellen-Mähdrescher, berichtet Rolf Zürn. Diese kleineren Brüder der großen Erntemaschinen werden vor allem von Saatgutzüchtern und Pflanzenschutzherstellern verwendet. "Das ist zwar auch nur ein Nischenprodukt, aber darin sehen wir eine große Chance", sagt er.
Die Raps-Schneidwerkvorsätze werden seit zwei Jahren in einer Halle in Merchingen im Neckar-Odenwald-Kreis produziert. "Wir platzten hier aus allen Nähten", erzählt der Geschäftsführer. In Westernhausen selbst ist neben der Werkstatt noch die Produktion von kompletten Schneidwerken angesiedelt. Zusammen arbeiten etwa 50 der gut 130 Beschäftigten in der Fertigung.
Ölsaat
Neben Deutschland hat sich Osteuropa bei den Schneidwerken zu einem wichtigen Markt entwickelt, aber auch Großbritannien und Frankreich stehen auf der Liste ganz oben. "Die Bedeutung von Raps hat in den vergangenen Jahren rasant zugenommen", berichtet Zürn. Vor allem als Lieferant für Bioenergie wird die Ölsaat immer mehr angebaut. "Wir haben in diesem Bereich gegenüber den Wettbewerbern einen technischen Vorsprung", ist der Geschäftsführer zufrieden. Vertrieben werden die Spezial-Konstruktionen bis nach Chile und Argentinien. Nur Nordamerika ist noch außen vor - dort wird Raps anders angebaut und geerntet.
Weniger die Finanzkrise als die Talfahrt der Agrarpreise bekommt das Westernhausener Unternehmen in diesem Jahr zu spüren. "2008 war aber auch ein fantastisches Jahr", sagt Zürn. 2009 sei die Branche erst einmal "in die Realität zurückgekehrt". 2010 werde hingegen wohl schwierig, erst 2011 sei wieder ein normales Geschäftsjahr zu erwarten, meint er. Nähere Aufschlüsse auf die Entwicklung erhofft sich Zürn von der Messe Agritechnica. Sie beginnt in diesen Tagen. Und vielleicht gibt es dort ja wieder eine Silbermedaille für ein Schneidwerk von Zürn - wie schon 2005.
Quelle Heilbronner Stimme vom 2. November 2009 von Heiko Fritze www.stimme.de
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