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Der Ausbildungspakt der Region Heilbronn-Franken hat seine Vorgaben erfüllt.
Der Blick in die Vergangenheit ist positiv, der in die Gegenwart zumindest verhalten optimistisch, die Zukunft hingegen macht Probleme. So lautet die aktuelle Zwischenbilanz des Ausbildungspaktes der Region Heilbronn-Franken. Trotz der Wirtschaftkrise haben die IHK, die Handwerkskammer, der Arbeitgeberverband und die örtlichen Arbeitsagenturen die selbst gesteckte Vorgabe erfüllt und erneut mehr neue Lehrstellen akquiriert als vorgesehen. Dennoch: Die Gesamtzahl der Ausbildungsverträge ist gesunken. Und für die Zukunft erwarten die Verantwortlichen statt eines Überhangs einen regelrechten Bewerbermangel.
Vorgaben erfüllt
"Wir erleben im Moment eine spannende Zeit", sagt der Hauptgeschäftsführer der IHK Heilbronn-Franken, Heinrich Metzger. Und ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die Situation: Im aktuellen Ausbildungsjahr haben in der Region insgesamt 6130 junge Menschen einen Lehrvertrag abgeschlossen. Das sind knapp zehn Prozent weniger als noch im Vorjahr - eine Folge der Wirtschaftskrise. Bei den neuen Ausbildungsplätzen liegt Heilbronn-Franken hingegen deutlich im Plus: Statt der geforderten 760 haben die Paktpartner 1335 Lehrstellen akquirieren können. Ebenso liegt man mit 505 Praktikantenplätzen knapp über dem Soll von 500. Den aktuell 37 gemeldeten, unversorgten Bewerbern um eine Lehrstelle stehen 269 offene Stellen gegenüber. "Wir können auch in der Wirtschafts- und Finanzkrise mit Recht behaupten, dass der Ausbildungspakt erfolgreich ist", resümiert Metzger.
Was allerdings Sorgen bereitet: Laut IHK-Umfrage planen rund 37 Prozent der Mitgliedsunternehmen, in nächster Zukunft Personal abzubauen. Davon, so die Experten, wird auch der Lehrstellenmarkt nicht unberührt bleiben. Schon zum aktuellen Ausbildungsjahr hat zum Beispiel die schwer angeschlagene Metall- und Elektroindustrie nur noch 1341 Lehrstellen zur Verfügung gestellt - 15,3 Prozent weniger als 2008. Zwar blicken viele Firmenchefs inzwischen weitaus optimistischer in die Zukunft als noch in den Vormonaten. Ob die Wirtschaft tatsächlich die Talsohle durchschritten hat, bleibt jedoch offen.
Mehr Bildung
Von ganz anderer Seite sehen die Paktpartner allerdings die weitaus größeren - strukturellen - Probleme auf den Ausbildungsmarkt zurollen: Immer mehr junge Menschen streben einen immer höheren Bildungsabschluss an. Die Zahl der Jugendlichen, die noch eine rein schulische Ausbildung an Berufskollegs draufsatteln, steigt. Auch die Abiturjahrgänge an Gymnasien wachsen. Die Klassen an Haupt- und Realschulen hingegen, die derzeit 60 Prozent der Lehrlinge in der Region stellen, schrumpfen. Die Partner des Ausbildungspaktes fürchten deshalb, dass der ohnehin schrumpfende Bewerberpool noch kleiner wird. "Wir brauchen auch Leute, die eine duale Ausbildung machen, nicht nur Hochschulabsolventen", mahnt Kerstin Lüchtenborg, Leiterin im Bereich Ausbildung der Handwerkskammer, an.
Stärker werben
Um sowohl dem aktuellen Lehrstellenrückgang durch die Krise als auch dem prognostizierten Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wollen die Paktpartner künftig noch stärker bei Betrieben und in Schulen für die duale Ausbildung werben. "Wer die Möglichkeit bekommt, einen Ausbildungsvertrag zu unterschreiben, sollte damit nicht warten", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Heinrich Metzger.
Quelle Heilbronner Stimme vom 4. November 2009 von Werner Tewes www.stimme.de
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