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Das Hohenloher Unternehmen hat in diesem Jahr die größten Aufträge seiner Firmengeschichte gemacht.
Wenn der Schweißroboter nicht mehr exakt arbeitet, die Maße nicht mehr stimmen und die nagelneue Karosserie nur noch Schrottwert hat, kommen für Autohersteller rasch hohe Verluste zusammen. Um sie zu vermeiden, sind hochpräzise Messanlagen in allen Autofabriken im Einsatz. Und der Marktführer für diese Spezialsysteme kommt aus Öhringen: HGV Vosseler hat sich in den vergangenen drei Jahren an die Weltspitze hochgearbeitet.
Aufschwung
"Wir haben einen massiven Aufschwung erlebt, seit wir die Sensortechnologie einer Schweizer Firma übernommen haben", erklärt Firmengründer Hans-Günter Vosseler den Erfolg. Gestartet hat er seinen Betrieb bereits 1983, noch während seines Ingenieurstudiums an der Fachhochschule Heilbronn. Nach dem Abschluss stieg Vosseler mit Bildverarbeitungsanlagen und 3-D-Messtechnik ein. 2001 und 2002 erlebte das Unternehmen zwar eine Krise, dafür ist es von der aktuellen Rezession überhaupt nicht betroffen, berichtet er: "Wir haben in diesem Jahr die beiden größten Aufträge unserer Geschichte erhalten. Unsere Messtechnik ist inzwischen Teil nahezu jeder neuen Produktionslinie in einer Autofabrik." Dass 90 Prozent des Umsatzes mit der krisengeschüttelten Autoindustrie gemacht werden, bereitet ihm keine Sorgen. Andere Branchen möchte aber auch für seinen Anlagen gewinnen. "Wir aber gerade an einer neuen Technik, die auch auf andere Bereiche übertragbar ist", deutet er an.
Exakt vermessen
Im Kern geht es bei HGV Vosseler darum, eine frisch zusammengeschweißte Karosserie exakt zu vermessen - auf 20 Mikrometer genau. Zwar sind Fehler im Millimeterbereich bei der Autoproduktion erlaubt, doch ist die Grenze, ab wann das Blech nur noch Ausschuss ist, rasch erreicht. "Ein Roboter driftet schleichend aus den Toleranzwerten ab. Diesen Prozess erkennen unsere Kameras, so dass man eingreifen kann", erläutert der Ingenieur.
Vor allem die deutschen Autohersteller setzen auf Technik aus Öhringen - auch in ihren ausländischen Werken. Und für Europa gilt laut Vosseler: "Wir haben 90 Prozent der Aufträge erhalten, die zu vergeben waren." Nach wie vor stellt der Familienbetrieb seine Anlagen einzig in Öhringen her. Für Asien gibt es aber Partnerfirmen, die vor Ort den Service übernehmen. Denn Vosseler fertigt nicht nur Sensorsysteme: "Wir bieten auch immer mehr eigene Software an."
Die Forschung und Entwicklung spielt daher eine große Rolle. Ein Drittel der Ingenieure ist nur in diesem Bereich tätig. "Man muss ständig neue Patente entwickeln", sagt Hans-Günter Vosseler. "Wir müssen besser und schlauer sein als die anderen, unser Produkt vereinfachen, die Software intelligenter machen. Nur durch Weitsicht hat man die Nase vorn."
Hobby-Pilot
Insgesamt beschäftigt HGV Vosseler 50 Mitarbeiter. "Wir sind eine große Familie", erzählt der Geschäftsführer. Doch es sei schwer, weitere qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Selbst in der Luft hat es der Hobby-Pilot schon versucht - mit einem Werbebanner am eigenen Hubschrauber. Seine Freizeitbeschäftigung lernen aber auch viele Kunden kennen. Denn der Vorführraum seiner Firma befindet sich in seinem Hangar auf dem Flugplatz Schwäbisch Hall.

Quelle Heilbronner Stimme vom 28. November 2009 www.stimme.de
Foto HGV Vosseler
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