Der Schlachtbetrieb Beck wird auch das Jahr der Wirtschaftskrise mit einem deutlichen Umsatzplus abschließen. Zusätzliche Impulse wird nun der Export von "Spezialitäten" nach China geben.
20000 Spanferkel werden bei Beck pro Woche geschlachtet. 150 Mitarbeiter sind beschäftigt mit Schlachten, Zerteilen, Veredeln und Versenden. Ein großes Augenmerk liegt auf der Kontrolle der angelieferten Tiere. Dabei fahren Großtransporter von Erzeugergemeinschaften aus Mittel- wie auch aus ganz Süddeutschland ebenso auf den Hof des 1997 erbauten Schlachthofes wie Bauern aus der Region, die Spanferkel im Anhänger haben. Besonders kleine Bauern schätzen es, dass bei Beck sofort auch per Scheck oder bar bezahlt wird, so der kaufmännische Leiter Volker Rappold.
1997 wurde der erste Bauabschnitt in Neu-Kupfer mit Gebäuden fürs Schlachten und Zerlegen abgeschlossen. 2002 folgte Bauabschnitt zwei: Verpackung und Kommissionierung. Vor einem Jahr wurde ein neues Schlachtgebäude mit moderner Schnellabkühlung in Betrieb genommen. Kosten allein für den dritten Bauabschnitt: 13 Millionen Euro. Die neuen Anlagen tragen dazu bei, dass Beck bei der Hygiene die neuesten Vorgaben problemlos erfüllt.
Seit geraumer Zeit sind in Neu-Kupfer Anfragen aus China eingelaufen wegen besonderer Spezialitäten: Pfötchen, Ohren, Köpfe und Mägen. "Die Essgewohnheiten sind dort eben andere", erklärt Rappold und verweist auf gebratene Spanferkelmägen. Bis jetzt sind schon über Zwischenhändler erfolgreich Exporte nach China gelaufen.
Daher hat sich Beck beworben, eine Importerlaubnis der chinesischen Behörden zu erhalten. Eine Delegation von Veterinären aus dem Reich der Mitte besuchte 14 deutsche Schlachthöfe - erhalten haben die Genehmigung nur zwei. Darunter Beck in Neu-Kupfer.
Noch vor Silvester soll nun die erste Lieferung von "Spezialitäten" laufen. Der Transport läuft containerweise, also in Mengen von 22 bis 25 Tonnen. Rappold sieht im China-Geschäft ein weiteres Standbein. Hauptgeschäft wird die Belieferung von Großhändlern, Einzelhandelsketten und Metzgern in Deutschland (derzeit 70 Prozent des Umsatzes) bleiben. "Wir versuchen, alles der Wertschöpfung zuzuführen", umschreibt der kaufmännische Leiter sehr allgemein den Ansatz des Unternehmens. Dabei meint er das kommende China-Geschäft, die Gelatineproduktion - und die Herzklappengewinnung.
Täglich gehen 1500 Herzklappen von jungen Schweinen an Kliniken in den USA, Großbritannien und in Deutschland. Dort werden die Herzklappen Menschen eingepflanzt. In der Berliner Charité etwa werden die tierischen Klappen aufbereitet und Babys eingepflanzt.
Quelle Haller Tagblatt vom 18. Dezember 2009 von Rainer Grill
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