Der komplette Strom wird zukünftig mit Bioenergie erzeugt und auch bei der Wärmeversorgung seien mindestens 50 Prozent drin.
Siebeneich wird das erste Bioenergiedorf im Norden Baden-Württembergs. Der Startschuss dafür fiel jetzt im dortigen Besen. Zehn Bürger trafen sich zur Gründung der Arbeitsgruppe "Bioenergiedorf Siebeneich". "Wir haben eine Weiche für die Weiterentwicklung unseres Dorfes gestellt", freut sich Ortsvorsteher Reinhold Brück.
Bio-Strom
Unterstützung bekommen die Siebeneicher von der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (HOT). Geschäftsführer Sebastian Damm erläuterte die Kriterien eines Bioenergiedorfes: Zum einen müsse der komplette Strom für die Ortschaft mit Bioenergie erzeugt werden, bei der Wärmeversorgung sei mindestens ein 50-prozentiger Bioenergie-Anteil nötig. "Da sind wir schon nah dran", meint der Siebeneicher Kreisrat Rolf Weibler, der ein kleines Nahwärmenetz betreibt, an das seine Nachbarn angeschlossen sind. Zudem wird in Siebeneich von Besenwirt Günter Banzhaf Chinaschilf zur Energiegewinnung angebaut.
Dass die Siebeneicher das Prädikat "Bioenergiedorf" schon bald verliehen bekommen, glaubt auch der Leiter des Regionalbüros der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber, Landwirtschaftsamtsleiter Dr. Wolfgang Eißen, sicher. "Mich überzeugt der tolle Zusammenhalt im Ort." In Kooperation mit der Bionenergie-Region wird jetzt eine energiewissenschaftliche Bestandsaufnahme gemacht. Im Januar folgt eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung.
Viel Lob für die Weiterentwicklung gab es von Agrarminister Peter Hauk, der Siebeneich als ein leuchtendes Beispiel bezeichnete.
Knopfdruck
Unterdessen haben die Landräte Helmut M. Jahn (Hohenlohe), Reinhard Frank (Main-Tauber) und Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald) den "CO2-Countdown" mit einem symbolischen Knopfdruck gestartet. Bis Mitte 2012 sollen in den drei Kreisen zusätzlich 30 000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. "Regionales Handeln ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz", sagte Frank. Jahn erklärte: "Die Partnerschaft unserer Kreise ist ein großer Mehrwert für die Region." Der erste und wichtigste Schritt sei, die Menschen für den nachhaltigen Umgang mit Energie zu sensibilisieren. Der Countdown kann im Internet auf www.bioenergie-hot.de verfolgt werden. Dort sind alle neuen Projekte aufgelistet, die helfen, in der Region CO2 zu sparen - größere Vorhaben mit Vorzeigecharakter genauso wie alle privaten und kommunalen Investitionen in erneuerbare Energien. Aufgenommen werden Projekte ab dem 1. Oktober 2009. Die CO2-Einsparung wird dann errechnet.
Ziel ist ein "Mitmach-Effekt", der anspornt, in Bioenergie zu investieren. Erstes Projekt in der Liste ist die Holzpelletsheizung in der Öhringer Klinik. Damit werden jährlich rund 1000 Tonnen CO2 eingespart.
Quelle Heilbronner Stimme vom 22. Dezember 2009 von Yvonne Tscherwitschke und Ralf Reichert
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