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Rettungsanker Kurzarbeit
     
 
 

28.12.09

 

Es fühlt sich an wie ein Wunder, aber dahinter verbirgt sich harte Arbeit: Trotz Krise, die in der Automobil- und Maschinenbauregion Heilbronn-Franken besonders hart zugeschlagen hat, ist die Zahl der Arbeitslosen nicht so sehr in die Höhe geschnellt, wie der konjunkturelle Einbruch nahelegen würde. Der Hauptgrund für die relative Ruhe ist die Kurzarbeit.

Von Audi bis Ziehl-Abegg: Zehntausende von Beschäftigten aus fast allen Branchen haben im abgelaufenen Jahr Bekanntschaft mit dieser Form der Teilzeitarbeitslosigkeit gemacht. Arbeitsagentur, Gewerkschaften, IHK: Von vielen Seiten erklingt vielstimmig der Lobgesang der Kurzarbeit. Die anderen Themen sind angesichts der Krise in den Hintergrund getreten.

Allein in der Unterländer Metallwirtschaft hat sie nach Angaben der IG Metall rund 3000 Arbeitsplätze gerettet. Jedenfalls vorerst, denn beim Ausblick ins neue Jahr ist nicht alles rosig. Vor allem bei den Autozulieferern sind in der Region viele Arbeitsplätze weggefallen – ohne dass die Betroffenen alle schon bei der Arbeitsagentur gelandet wären. Die Sozialpartner haben sich vielfältige und oftmals gar nicht billige Varianten überlegt, wie in Zeiten von Hartz IV der Eintrag in die Arbeitslosenstatistik möglichst lange hinausgezögert werden kann.

Neue Modelle

Den Anfang hat Läpple gemacht: 195 Mitarbeiter des Heilbronner Traditionsunternehmens sind seit Jahresanfang in eine vom Konzern unabhängige Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG) gewechselt. Das Modell gilt als wegweisend: Alle Betroffenen bekommen bis mindestens Ende 2010 die Tariflöhne in voller Höhe ausgezahlt. Angegliedert ist zudem ein Personaldienstleister, über den die BQG-Leute in Zeitarbeitstellen vermittelt werden. Zehn Ex-Läpple-Mitarbeiter haben auf diesem Weg eine neue Stelle gefunden, etliche andere haben haben sich mit Qualifizierungsmaßnahmen weiter gebildet. Läpple hätte das Zeug zur Erfolgsgeschichte, stünde im Konzern nicht schon wieder Personalabbau an. Trotz Kurzarbeit hat Vorstand Daniel Böhmer unlängst angekündigt, dass man um weitere Stellenstreichungen nicht herumkommen werde.

Zahlenmäßig fällt die Personaldienstleistungsgesellschaft bei Kolbenschmidt in Neckarsulm am schwersten ins Gewicht. 550 Mitarbeiter aus den Stammbelegschaften der KS Kolbenschmidt GmbH und ihrer Schwester Atag wechseln zum Januar in diese Gesellschaft, die versuchen wird, neue Perspektiven für die Betroffenen zu finden.

Mit kräftigem Personalabbau startete auch der Untergruppenbacher Getriebebauer Getrag ins Jahr. Allerdings nicht getrieben von der Krise, sondern von strukturellen Problemen, die im Lauf des Jahres von Absatzproblemen überlagert wurden. Im Dezember müssen neben Chef Dieter Schlenkermann weitere 110 Getrag-Mitarbeiter gehen.

Flexibilität 

Lange hat sich Audi gewunden in Sachen Kurzarbeit – jedenfalls in der Kommunikation derselbigen. In der Umsetzung hat der Autobauer vor allem in Neckarsulm das Instrument sehr flexibel eingesetzt. Auch im nächsten Jahr wird es – durch den dann bevorstehenden Modellwechsel beim A6 weiterhin Kurzarbeit geben. Die Neckarsulmer Belegschaft ist trotz der Beschäftigungsprobleme gewachsen – um 120 auf knapp 13.750.

Gemeinsam durch die Krise war das Motto bei den Kaco-Dichtungswerken in Heilbronn. Im Februar meldete die Firma für alle drei Werke in der Region Kurzarbeit. Auch die Geschäftsleitung und außertarifliche Mitarbeiter verzichteten auf Teile ihres Gehalts. Die Belegschaftszahl ist stabil bei rund 500 geblieben. Auch weil ein Standortsicherungsvertrag Kündigungen bis Jahresende ausschließt

Kurzarbeit bei Würth? Ja, auch das gab es im Jahr 200. Allerdings nur über eine relativ kurze Zeitspanne, danach folgte ein befristeter Lohn-Verzicht der Mitarbeiter des Künzelsauer Stammhauses. Inzwischen bezahlt der Schraubenhändler nicht nur wieder die vollen Gehälter – über einen Bonus zum Jahresende hat das Unternehmen die Einbußen wieder ausgeglichen. Wettbewerber Berner ist ohne Kurzarbeit ausgekommen.

Fluktuation

Bei der Würth-Tochter Arnold in Forchtenberg-Ernsbach hat die Krise tiefere Spuren hinterlassen: Übers Jahr hat sich die Belegschaftsgröße um fast 100 verkleinert, was ohne Kündigungen nicht möglich gewesen wäre. Nach langen Verhandlungen gab es im September die Einigung auf einen Sozialplan.

Zu Jahresbeginn war die Welt bei EBM-Papst in Mulfingen noch in Ordnung. Im Februar änderte sich das schlagartig, und auch im Stammwerk stand plötzlich Kurzarbeit auf der Tagesordnung. Inzwischen hat sich die Auftragslage wieder stabilisiert, und die fluktuationsbedingt verkleinerte Belegschaft arbeitet wieder voll. Bei Ziehl-Abegg hat Kurzarbeit ebenfalls mitgeholfen, einen Personalabau zu verhindern.

Auch im Einzelhandel ist Kurzarbeit möglich: Das Heilbronner Modehaus Palm hat sich mit diesem Mittel über die Runden gerettet. Lohnverzicht statt Kurzarbeit ist das Mittel der Wahl bei der Waldenburger R. Stahl AG, die als Spätzykliker erst in der zweiten Jahreshälfte die Auswirkungen der Krise zu spüren bekam. Auf fünf Prozent ihrer Bezüge verzichten die Hohenloher, ab Februar bekommen die Stahlianer ihren Lohn wieder in voller Höhe.

Etwas unvorbereitet hat die Krise die Lauffener Firma Schunk erwischt. Das erfolgsverwöhnte Unternehmen musste im Frühjahr einen Umsatzrückgang von rund 30 Prozent hinnehmen. Im April gingen die Mitarbeiter deshalb in Kurzarbeit. Im Sommer wurden zudem einige befristete Verträge nicht verlängert. Um gestärkt aus der Krise hervorzugehen, hat Schunk trotz der Rückgänge investiert – unter anderem in eine Lehrwerkstatt.

Anders stellt sich die Situation bei der Südwestdeutschen Salzwerke AG dar: Dank eines harten Winters peilt das Unternehmen im Jahr eins nach der Kartellstrafe ein großes Plus an. Trotz der Krise, die zu Rückgängen beim Absatz von Industriesalz geführt hat, stehen die Zeichen dank deutlicher Steigerungen beim Auftausalz auf Wachstum. Einzig die Tochter Reederei Schwaben hat die Rezession mit voller Härte zu spüren bekommen. Auch der Logistiker sicherte die Stellen mit Kurzarbeit.

Quelle Heilbronner Stimme vom 28. Dezember 2009, Foto Würth

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Dorothee Schoettle

"Ich war während meines Studiums über zwei Jahre lang bei der WHF und war
zum Beispiel während des Fußball-Events "it's your kick" zur WM im Bereich
Marketing und habe das Projekt auf Messen in Frankreich und Spanien präsentiert. Ich war für die Planung und Durchführung von Studentenexkursionen aus ganz Deutschland zuständig, habe bei der WHF jede Menge Softskills erworben, viele
Freundschaften geknüpft und Kontakte zu Unternehmen in der Region aufbauen können."

 
Dorothee Schoettle, Mitarbeiterin im Bereich Kultur, Theater, Konzerte bei INTERSPORT Messe- und Eventcenter redblue
 
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