Trotz der Wirtschaftskrise bleibt der Arbeitsmarkt in der Region Heilbronn-Franken weitgehend stabil. Nach den aktuellen Zahlen der Arbeitsagenturen sind die Quoten im Dezember kaum gestiegen.
Mit Quoten zwischen 5,6 Prozent in Heilbronn und 4,0 Prozent im Main Tauber Kreis schneidet die Region Heilbronn Franken besser ab, als der Bundesdurchschnitt. Allerdings ist die Heilbronner Quote etwas höher als der Landesdurchschnitt. Doch der Einbruch, mit dem Arbeitsagenturen und Wirtschaftsverbände gerechnet haben, ist bisher ausgeblieben. Dass es dazu nicht gekommen ist, begründen sie einhellig mit der Kurzarbeit, durch die Entlassungen vermieden werden sollen. In die Zukunft blicken sie jedoch pessimistisch: Der Personalstand in vielen Betrieben in Deutschland passe nicht zur geringen Auslastung, sagen Bankenvertreter. Auch die Kreditklemme sei noch nicht überwunden. Und wenn ein Konjunkturaufschwung kommt, die Beschäftigten und Konsumenten werden ihn vorerst noch nicht spüren, sind sich Wirtschaft, Banken und Arbeitsagenturen einig. Wenigstens gebe es Hoffnung, dass die Zahl der Erwerbslosen dieses Jahr unter der vier Millionen Marke bleibt. (Quelle SWR 4, 5. Januar 2010)
Agentur für Arbeit Heilbronn – Stadt- und Landkreis Heilbronn
Quote unverändert bei 5,6 Prozent.
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Dezember im Vergleich zum Vormonat, entgegen der für diese Jahreszeit witterungsbedingten Entwicklung nur leicht gestiegen. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt wie im November unverändert bei 5,6 Prozent.
Landesweit ist Heilbronn damit über dem Durchschnitt. Die Quote für Baden-Württemberg erreichte im Dezember 5,1 Prozent.
Zum Stichtag waren in der Arbeitsagentur Heilbronn 13.516 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das sind 94 mehr als im Vormonat. Vor einem Jahr wurden 2.667 Arbeitslose weniger gezählt. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 4,6 Prozent.
Martin Diepgen, Leiter der Heilbronner Arbeitsagentur kommentiert die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt wie folgt: “Wir sind damit zufrieden, dass sich der Arbeitsmarkt im Dezember gut behauptet hat. Dennoch bleibt: die Finanz- und Wirtschaftskrise hat im Jahresverlauf gravierende Auswirkungen gezeigt. Das Niveau der Arbeitslosigkeit ist deutlich höher als noch vor einem Jahr. Ohne das Instrument der Kurzarbeit, wäre die Lage noch sehr viel schwieriger. In den kommenden Monaten rechnen wir nicht mit einer Entspannung auf dem Arbeitsmarkt“.
Die Betriebe in der Region haben wieder mehr Kurzarbeit aus konjunkturellen Gründen angezeigt. Die Zahl der bei der Arbeitsagentur eingegangenen Anzeigen ist von 109 im Oktober auf 113 im November angestiegen. Bei den Personen, für die Kurzarbeit angezeigt wurde, fiel der Zuwachs deutlicher aus. So waren im Oktober 956 Personen betroffen, während es im November 2.833 waren.
Die Zahl junger Arbeitsloser unter 25 Jahren ist nur leicht angestiegen. Im Dezember waren 1.275 junge Menschen arbeitslos gemeldet. Vor einem Monat waren es noch 1.271. Dies entspricht einem Anstieg der Arbeitslosenquote bezogen auf diese Personengruppe von 4,1 auf 4,2 Prozent.
Vor Jahresfrist sah die Lage ähnlich aus. Im Dezember 2008 wurden 1.216 junge Arbeitslose gezählt, was einem Anteil von 4,1 Prozent entsprach.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften nimmt kontinuierlich ab. Im Bezirk der Arbeitsagentur Heilbronn waren im Dezember 2.317 Stellen registriert. Das ist gegenüber dem November ein Minus von 238. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind das 1.366 Stellen weniger. Das entspricht einem Rückgang von 37 Prozent.
Seit Jahresbeginn sind bei den Vermittlern 9.681 Stellen gemeldet worden. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 3.269 Stellen oder 25,2 Prozent.
Agentur für Arbeit Tauberbischofsheim – Main-Tauber-Kreis
Arbeitslosenzahlen zeigen sich im Dezember erfreulich stabil, die Arbeitslosenquote sinkt leicht und liegt bei 4,4 Prozent.
Im Bezirk der Tauberbischofsheimer Arbeitsagentur ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember leicht auf exakt 6.600 gesunken.Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum November um knappe 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 4,4 Prozent gefallen.
„Trotz der schweren wirtschaftlichen Erschütterungen ist die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt auch im Dezember noch relativ entspannt geblieben. Dies war nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Kurzarbeit und Qualifizierung haben als effiziente
Beschäftigungsbrücke gewirkt. Die Unternehmen versuchen mit Blick auf den drohenden Fachkräftebedarf ihre qualifizierte Mitarbeiter zu halten und betreiben so eine vorausschauende Personalpolitik“, kommentiert Stefan Beil, Leiter der Tauberbischofsheimer
Arbeitsagentur die neusten Zahlen. „Wirtschaftsexperten rechnen im
kommenden Jahr mit einem moderaten Aufschwung. Dennoch wird die Krise unsere Region zeitverzögert mit steigenden Arbeitslosenzahlen treffen. 2010 wird ein herausforderndes
Jahr auf dem Arbeitsmarkt werden.“
In Baden-Württemberg liegt die durchschnittliche Quote bei 5,1 Prozent (Vormonat 5,0 Prozent).
Im Vergleich zu den anderen 23 Agenturen in Baden- Württemberg hat Tauberbischofsheim mit einer Quote von 4,4 Prozent wiederum einen Platz im vorderen Drittel.
Kreise
Im Main-Tauber-Kreis stieg die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent. Zum Stichtag waren 2.846 Menschen arbeitslos gemeldet, 22 Menschen mehr als im November.
Diese verteilten sich auf die drei Geschäftsstellenbezirke im Main-Tauber-Kreis wie folgt: Hauptagentur Tauberbischofsheim 1.003 Arbeitslose (Quote: 3,3), Geschäftsstelle Bad Mergentheim 912 Arbeitslose (Quote: 3,8) und Geschäftsstelle Wertheim 931 Arbeitslose (Quote: 5,2).
Im Neckar-Odenwald-Kreis fiel die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent, 3.754 Arbeitslose waren zum Stichtag im Dezember registriert. In der Geschäftsstelle Mosbach waren bei einer Quote von 4,9 Prozent (Minus von 0,1 Prozentpunkten
zum Vormonat) 2.052 Menschen arbeitslos gemeldet, in Buchen bei einer unveränderten Quote zum Vormonat von 4,9 Prozent 1.702 Arbeitslose.
Bewerber
Ein Blick auf die Zu- und Abgangsdaten zeigt die Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. 1.610 Menschen haben sich neu arbeitslos gemeldet, 1.631 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.
Stellenangebote
495 ungeförderte Stellenangebote, das sind Stellen ohne staatliche Förderung, wurden den Mitarbeitern des Arbeitsgeberservices neu gemeldet. Dies waren 72 Stellenangebote weniger als im November.
517 Angebote konnten abgeschlossen werden, dies sind 92 weniger als im Vormonat.
Die Zahl der zu besetzenden Arbeitsstellen insgesamt ist im Vergleich zum November 2009 leicht gefallen: Der Bestand an ungeförderten offenen Stellen lag im Dezember bei 1.129 (im November 1.157), davon entfielen auf den Main-Tauber-Kreis 725 und auf den Neckar-Odenwald-Kreis 404 Stellen.
Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall – Hohenlohekreis und Landkreis Schwäbisch Hall
Die Arbeitslosigkeit hat sich im Dezember geringfügig verringert.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 1.334 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 4,4%; vor einem Jahr hatte sie sich auf 3,6% belaufen.
Im Rechtskreis SGBIII lag die Arbeitslosigkeit bei 3.529, das sind 10 mehr als im Vormonat und 665 mehr als im Vorjahr. Die anteilige SGBIII-Arbeitslosenquote lag bei 2,2%. Im Rechtskreis SGBII gab es 3.584 Arbeitslose, das ist ein Minus von 19 gegenüber November; im Vergleich zum Dezember 2008 waren es 669 Arbeitslose mehr. Die anteilige SGBII-Arbeitslosenquote betrug 2,2%.
Weitere Informationen
|