Das Württembergische Kammerorchester gibt im Februar drei Konzerte in Heilbronn. Außerdem spielt es in mehreren europäischen Städten.
Das Concerto funèbre von Karl Amadeus Hartmann entstand unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 und war eines seiner letzten Werke, das im NS-Regime noch öffentlich aufgeführt wurde. Die junge Geigerin Alina Ibragimova stellt sich damit am 10. Februar 2010 um 20 Uhr in der Harmonie beim 5. Heilbronner Konzert des Württembergischen Kammerorchesters unter Leitung von Ruben Gazarian vor. Die Werke des Letten Peteris Vasks (Jahrgang 1946) tragen meist programmatische Titel. In „Musica adventus“ (1995/96) geht er der Frage nach, ob Frieden auf Erden überhaupt noch möglich ist. Die Antwort gibt der Schluss, der die Hoffnung auf Frieden symbolisiert. Für sein Violinkonzert „Fernes Licht“ (1996/97) erhielt er den „Großen Musikpreis Lettlands". Die Werke Vasks beziehen vor allem lettische Volks- und Tanzmusik mit ein und stehen daher der Streicherserenade von Suk nahe. Auch er verarbeitet Melodien seiner slawischen Heimat. Eine Konzerteinführung gibt es um 19 Uhr.
Alina Ibragimova ist ein außergewöhnliches junges Geigen-Talent. Geboren 1985 in Russland, studierte sie ab 1997 an der Yehudi Menuhin School in London. Im Dezember 1998 spielte Alina das Bach-Doppelkonzert mit Nicola Benedetti unter der Leitung von Lord Menuhin im Rahmen der Eröffnungsfeier des 50. Jahrestag der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte der UNESCO in Paris. Am Londoner Royal College of Music studierte sie auch moderne Violine u.a. bei Natasha Boyarsky, Gordan Nikolitch, Christian Tetzlaff und Adrian Butterfield. Ihre Solokarriere begann 2002, als sie den London Symphony Orchestra Music Scholarship (ehemals Shell Prize) gewann. Sie nimmt seit Oktober 2008 an den Kronberg Academy Further Masters Studies teil und wird von Christian Tetzlaff unterrichtet. Alina Ibragimova hat eine Vielzahl internationaler Wettbewerbe gewonnen.
6. Heilbronner Konzert des Württembergischen Kammerorchesters -
Englische Komponisten und Schweizer Quartett
Zum Schumann-Jahr führt das casalQuartett aus der Schweiz beim 6. Heilbronner Konzert des Württembergischen Kammerorchesters am 17. Februar 2010 um 20 Uhr in der Harmonie das Felix Mendelssohn Bartholdy gewidmete A-Dur-Quartett auf. Es ist das wohl eingängigste seiner Quartette, das durch Eleganz und beseelten Klang besticht und das kammermusikalische Zusammenspiel eindrucksvoll demonstriert. Im Mittelpunkt des Programms unter Leitung der in Australien geborenen und in England aufgewachsenen Dirigentin Sarah Ioannides stehen englische Komponisten und deren außergewöhnliche Klangvorstellungen vom Streichorchester. Mit der Introduktion und dem Allegro für Streichquartett und Streichorchester komponierte Edward Elgar ein Werk für zwei Gruppierungen, die mit expressiven und romantischen Themen den gesamten Streicherklang ausreizen. Wie stark die Musik von Sir Arthur Bliss Ausdruck englischer Volksmusik ist, zeigen seine Kompositionen für Streichorchester. Humor, Virtuosität und Spielfreude bis zur Ekstase zeichnen diese Werke aus.
Sarah Ioannides ist seit 2005 Music Director des El Paso Symphony Orchestra und des Spartanburg Philharmonic Orchestra. Konzerte mit Ur- und Erstaufführungen, Multimedia-Produktionen und neuem Orchesterrepertoire werden in der Presse gefeiert. Die League of American Orchestras listet Sarah Ioannides als eine der führenden jungen Dirigenten in den USA. Sarah Ioannides wurde in Australien geboren und wuchs in England auf. Schon im frühen Alter erlernte sie Violine, Horn sowie Klavier und konzentrierte sich nach ihrem Universitätsabschluss in Oxford auf das Dirigieren. Sie studierte an der Guildhall School of Music & Drama in London und ab 1996 am Curtis Institute in Philadelphia und an der Juilliard School in New York.
Das casalQuartett mit Daria Zappa (1. Violine), Rachel Späth (2. Violine), Markus Fleck (Viola) und Andreas Fleck (Cello) wurde 1996 gegründet. Das Ensemble wurde vor allem durch das Studium beim Carmina-Quartett in Zürich, dem Alban-Berg-Quartett in Köln und bei Walter Levin in Basel geprägt. Wichtige künstlerische Impulse kamen von Musikern wie Martha Argerich, Nikolaj Znaider, Patricia Kopatchinskaya, Giora Feidman, Christoph Prégardien, Alina Pogostkina und anderen. Mittlerweile richtet das Ensemble drei eigene Festivals aus (Arosa, Boswil, Kaiserstuhl), in denen es seine Vision von innovativem, lebendigem und emotionalem Musizieren umsetzt.
redblue meets Klassik No. 2 am 27. Februar 2010 -
Melonga Argentina mit Lothar Hensel
„Melonga Argentina“ heißt am 27. Februar 2010 um 20 Uhr in der Reihe „redblue meets Klassik“ mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn unter Leitung von Ruben Gazarian der musikalische Abend mit Lothar Hensel am Bandoneon. Im Mittelpunkt stehen Werke von Astor Piazzolla: Adios Nonino, Oblivion, Lo que vendr und die „Vier Jahreszeiten" für Bandoneon und Streichorchester.
Astor Piazzolla wurde 1921 als Sohn eines italienischen Friseurs in Argentinien geboren. war Bandoneon-Spieler und Komponist. Ihm ist es zu verdanken, dass der Tango als zeitgenössische, aktuelle Musik weiterlebt und wächst. Im Laufe seines Lebens komponierte er über 300 Tangos und fast 50 Soundtracks und spielte rund 40 Schallplatten ein. Die Harmonie des Tango weitete er mit Mitteln des Jazz oder der Oper, der Unterhaltungsmusik und Popkultur aus.
Lothar Hensel, 1961 geboren, wuchs in Dormagen auf und studierte an der Hochschule der Künste Berlin Schulmusik mit dem Hauptfach Klarinette. Während seines Studiums begann er mit dem Bandoneonspiel. Im Jahre 1990 ging er nach Buenos Aires um sein Spiel zu perfektionieren. Als Bandoneonist arbeitete Lothar Hensel mit renommierten Orchestern, z. B. mit den Berliner Philharmonikern und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, und namhaften Solisten zusammen. Sein musikalisches Interesse gilt besonders den Kompositionen Astor Piazzollas. Als Komponist verfasste er Opern, Kammer- und Orchestermusik. Darin versucht er vor allem südamerikanische Tango-Elemente mit klassischer europäischer Kammermusik zu verbinden.
Heilbronner Februar-Konzerte im Überblick
Mittwoch, 10. Februar 2010, 20 Uhr, Konzerteinführung 19 Uhr, Harmonie, Theodor-Heuss-Saal
5. Heilbronner Konzert des Württembergischen Kammerorchesters mit Alina ibragimova (Violine), Ruben Gazarian (Dirigent) und Werken von Suk, Hartmann, Vasks.
Mittwoch 17. Februar 2010, 20 Uhr, Harmonie, Theodor-Heuss-Saal
6. Heilbronner Konzert des Württembergischen Kammerorchesters: Englische Komponisten und Schweizer Quartett. Werke von Schumann, Elgar, Bliss mit dem casalQuartett. Dirigentin: Sarah Ioannides
Samstag, 27. Februar 2010, 20:00 Uhr, Intersport Forum redblue
redblue meets Klassik No. 2: Melonga Argentina mit Lothar Hensel und Werken von Piazzolla
Gastspiele im Februar
Nach Januar-Gastspielen mit dem Gryphon-Trio in Emden, Köln und Düsseldorf sowie drei Konzerten im französischen Nantes und einem Auftritt mit dem Storioni-Trio am 2. Februar 2010 im Theater der Heilbronner Partnerstadt Béziers spielt das Württembergische Kammerorchesters Heilbronn unter Leitung von Ruben Gazarian am 24. Februar 2010 wieder im Mailänder Sala Verdi. Neben Konzerten für Marimbaphon von Rosauro und Sejourne (Solist: Richard Putz) werden Irelans „Downland Suite“ und Tschaikowskys Kammersinfonie op. 11 a aufgeführt.
Weitere Informationen
|